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Das Kleinod Ettenheim (sowie Münchweier und Ettenheimünster) stand am 18. Februar 2010 auf dem Programm von FA Freiburg.

So nach und nach trafen alle ein, die sich zu der heutigen vielversprechenden Veranstaltung, organisiert von Pius/Pionier66, angemeldet hatten – zum Besuch des Kleinods Ettenheim.

Ist ja schon ein Durcheinander, das die Die Bahn uns zumutet mit BW-ticket, Regioticket, Bahncard 50 oder - 25 und/oder Punktekarten – wenn die das nicht hinkriegt, wir schaffen das schon – eines Tages, ich bin da ganz zuversichtlich!

Alles stimmte und klappte mit den Anschlüssen, der Bus brachte uns nach Broggingen, weiter ging’s zu Fuß nach Münchweier. Matschig war der Weg und Holzarbeiten wurden durchgeführt; all das tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch – wie immer gab's unterwegs so viel zu besprechen!

Ettenheim
Im Zug unterwegs
Broggingen
In Broggingen angekommen
Ettenheim
Münchweier
Ettenheim
Münchweier

In Münchweier kehrten wir im Rebstock ein; der Tisch war schon gedeckt, die Fastenzeit beginnt erst morgen - wir aßen gut und reichlich. Wir waren nun 18 Personen, Herzbube hat hier Heimspiel - er gesellte sich zu uns. Zum Schluss gab es noch für jeden einen Schluck vom versprochenen PIUS-Geburtstagswein, und dann machten wir uns auf den Weg nach Ettenheimmünster.

Ettenheim
Im Rebstock

Der Homepage von Ettenheim aus dem Internet entnommen:

Der Ortsteil Ettenheimmünster war über 1000 Jahre lang, (vom Anfang des 8. Jhdt. bis zur Säkularisation im Jahre 1803) geprägt von der Benediktinerabtei Ettenheimmünster.

Der Hl. Landelin, ein iro-schottischer Mönch, erlitt um 640 an der Stelle der heutigen Landeslinsquelle sein Martyrium.

Bischof Etto gilt als der zweite Gründer des Klosters (nach 734) und war hier begraben. In einem eine Strecke talaufwärts vom Ortsmittelpunkt bei der Kirche gelegenen, noch Mauer umgebenen Areal (beim Altenheim St. Marien) stand die stattliche von Peter Thumb 1719-34 erbaute barocke Klosteranlage, die in den Jahren 1826-66 einem sinnlosen Abbruch zum Opfer fiel.

Die jetzige Pfarrkirche ist die St. Landelin geweihte alte Wallfahrtskirche des Klosters Ettenheimmünster. Sie wurde am legendären Ort des Martyriums und der dort entsprungenen Quellen unter Abt Maurus Geiger 1687 und 1698/99 von dem Graubündner Meister Johannes Regutz erbaut.

St. Landelin zählt zu den schönsten Barockkirchen am Oberrhein und birgt wertvolle Kunstschätze, so eine prachtvolle spätgotische silberne Landelinsbüste (1506), die die Schädelreliquie des Heiligen verwahrt, ferner eine Silbermannorgel von 1769, die ebenso wie das schöne Chorgitter aus der ehemaligen Klosterkirche stammt, das von Anton Morath Hochaltargemälde und die Deckenfresken mit der Landelinslegende, der plastischen Außenschmuck der Kirche, die Altäre und die vier barocken Beichtstühle sowie die Statuen Petri und Pauli auf dem Hochaltar (1741).

Der Alte Friedhof birgt in der neugotischen Grabkapelle St. Arbogast die Überreste der Äbte und Mönche der Benediktinerabtei.

Ettenheim
Barockkirche St. Landelin in Ettenheimmünster
Ettenheim
Die Silbermannorgel in der Kirche St. Landelin
Ettenheim
Reliquie
Ettenheim
Grabkapelle St. Arbogast

Weiter ging es nach Ettenheim, wir hatten noch Zeit für eine Kaffeestärkung (wir sind die von der schnellen Truppe!), bis uns Herr Robert W. zur Führung durch Ettenheim in Empfang nahm. Eine gute Wahl, lieber Pius! Herr W. hat uns humorvoll und locker sein umfangreiches Wissen nahe gebracht, uns zum Teil einbezogen, das hat Freude gemacht!

Zunächst einmal führte er uns durch's „Wohnzimmer“ in die Innenstadt (der frühere Besitzer hatte so viel Platz in seinem Haus, dass er diesen Raum für einen Durchgang durch die Stadtmauer frei gab).

Ettenheim
Herr Robert W. führt uns durch Ettenheim
Ettenheim
Der Gang durch die Stadtmauer durchs "Wohnzimmer"

Ettenheim ist die Kernstadt der 5 umliegenden Gemeinden Altdorf, Münchweier, Ettenheimmünster, Ettenheimweiler und Wallburg. Sie wurde um das Jahr 700 gegründet als Marktflecken, sie war ein Seitental der am Rhein entlang führenden Alten Römerstraße. Im Jahr 1300 wurde sie urkundlich unter Bischof Friedrich I. von Straßburg als Stadt erwähnt. 1637 kam es zur Brandkatastrophe während des 30-jährigen Krieges, nur wenige Gebäude überstanden den Brand. Ohne die Gebäude bot das Areal ein „besseres Schussfeld“! Somit sind alle Häuser erst nach 1670 erbaut worden; das ehemalige städtische Krankenhaus mit seiner schlichten Spitalkapelle (bis zum 2. Weltkrieg) ist 200 Jahre alt. Wir sehen die Statue des „prominenten“ Märtyrers, des Hl. Bartholomäus (das Messer in seiner Hand ist der Hinweis auf sein Martyrium. Ihm wurde bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen, wie wir später auf dem Gemälde in der Kirche sehen werden). Er ist der Schutzpatron von Ettenheim, der Schutzpatron der Gerber – es gibt sehr viel Wasser hier und Gerber war ein häufiger Beruf.

Ettenheim
Herr Robert W.

Herr Robert W. nimmt uns mit auf einem Rundgang durch die Stadt. Auf einem Haus sehen wir ein Gemälde, es zeigt Feuer und Soldaten und ist die Darstellung des Niederbrennens der Stadt. Das Stadttor trägt das alte Straßburger Wappen – der Strasburger Fürstbischof Cardinal von Rohan war Eigentümer von Ettenheim, es galt die Straßburger Jurisdiktion. Auf dem Marienplatz steht eine Skulptur des Klosters von Ettenheimmünster. Wir laufen zwischen den beiden alten Stadtmauern (2 Stadtmauern waren ein Zeichen für eine wohlhabende Gemeinde) durch enge Gassen (Herr W. erwähnt das kluge Sprichwort: Sympathie wächst mit Distanz!), dazwischen war ein Graben. Die Stadt war von einem Ring umschlossen, bis auf den Teil, an dem sich ein Berg mit einer Kirche befindet.

Wir kommen zum ehemaligen Kopp’schen Garten. Der „Prinzengarten“ wurde vor 7 Jahren an die Stadt zurückgegeben, die Bürger hatten sich erfolgreich gegen Parkplätze an dieser Stelle gewehrt, es wurde ein barocker Garten angelegt. Er besteht aus 4 Teilen: Gemüse- und einem Obstgarten, einem „grünen Teppich“ und einem häuslichen Garten. Monika muss um die kleine Säule rumlaufen um die eingravierte Lebensweisheit lesen zu können: "Warum ärgerst Du Dich, dass der Rosenstrauch Dornen hat, freu’ Dich doch, dass der Dornenstrauch Rosen hat!“

In dem kleinen Pavillion steht eine Büste des Prinzen Louis Antoine Henri de Bourbon Condé, der in Ettenheim Zuflucht vor der französischen Revolution gesucht hatte. Mehr nachzulesen hier: Louis Henri de Bourbon-Condé

Ettenheim
der barocke Garten
Ettenheim
Prinz Louis Antoine Henri de Bourbon Condé

Wir erreichen die „Zahnbürsten von Ettenheim“, moderne Kunstwerke, die anstelle de ehemaligen Stadttors hier aufgestellt wurden.

Ettenheim
Die "Zahnbürsten" von Ettenheim

Das Vereinshaus war eine „Fehlinvestition der Öffentlichen Hand“. Großherzog Friedrich I trieb Anfang des 19. Jhdt. Steuern in Form von Ernteerträgen ein und errichtete dafür das Speichergebäude. Ab 1840 wurde die Steuer mit Münzen eingetrieben, so dass dieses Gebäude überflüssig wurde.

Domizil für den Prinzen von Rohan in Ettenheim war nach der Flucht vor der französischen Revolution das Palais Rohan. Heute ist es der Sitz der Stadtverwaltung.

Die Adeligen der Stadt wohnten einst hinter dem Amtshaus. Später entstand hier die Winterschule (im Sommer wurde auf dem Feld gearbeitet); sie wurde als Bürger- und als Landwirtschaftsschule genutzt. Heute sind hier betreute Seniorenwohnungen eingerichtet. Erich Weinfeld (Fabrikant), hat das Gebäude dahinter gestiftet und in die Seniorenwohnungen integriert.

An einem Haus in der Rohanstrasse 20 ist die Skulptur der Anna mit Maria angebracht, unsere Edelgard war die Einzige, die sie erkannte (sie erwies sich auch sonst als recht bibelfest!).

Ettenheim
Die hl. Anna mit Maria

Aus dem Ichtratzheim’schen Haus (Prinzenschlössle) in der Rohanstraße 21 wurde der Herzog von Enghien auf Napoleons Befehl im Jahre 1804 entführt und kurz darauf bei Paris erschossen. Er war der Geliebte und vielleicht auch der heimliche Angetraute der Nichte Charlotte von Rohan-Rochefort.

Ettenheim
Das Prinzenschlössle

1782 wurde die Barockkirche St. Bartholomäus eingeweiht, die letzte Bischofskirche des Bistums Straßburg nach der Säkularisation. Der große lichte Bau wurde 1768-72 nach Plänen von Franz Josef Salzmann durch Franz Ignaz Krohmer ausgeführt. Heute gehört sie zum Bistum Freiburg.

Der Kardinal hatte wohl nur 2 - 3 mal auf dem Thron gesessen, er empfand sich zu gut sichtbar für alle Leute in der Kirche (konnte so schlecht mal ein Nickerchen halten). Deshalb ließ der sich eine separate Kapelle über der Sakristei der Kirche bauen!

Ein eindeutiger Hinweis auf eine barocke Kirche ist das „Buch mit 7 Siegeln“ (die Antwort wusste wieder Edelgard) mit einem Lamm darauf. In der Kirche konnten wir die Grabplatte von Rohan sehen.

Ettenheim
Der Altar der barocken Kirche St. Bartholomäus
Ettenheim
Die Platte des Grabes von Rohan
Ettenheim
Vielen Dank, lieber Pius!

Herr Robert W. begleitete uns noch ein Stück des Weges, wir verabschiedeten uns dankend von ihm – die Führung war eine Bereicherung!

Pius hatte inzwischen die Bushaltestelle ausgemacht, hier verabschiedeten wir uns auch von Herzbube – er konnte nach Hause laufen. Mit Bus und Zug kamen wir zufrieden und sicher wieder in Freiburg an – ein schöner und runder Tag ging zu Ende.

Fotos: Erwin/Zahnrad und Margit/anmargi

Am besten mit Mozilla Firefox öffnen!

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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