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Führung durch die Klosterkirche und Bibliothek St. Peter mit anschließendem Mittagessen in Maria Lindenberg

Also was das Wetter anbelangt, da hätten wir gerne gestern mit heute vertauscht: es regnete, als wir uns in Kirchzarten am Bahnhof trafen (gestern war es heiß bei strahlend blauem Himmel gewesen!). Aber oben in St. Peter stellte der Busfahrer die Scheibenwischer ab, das Wetter besserte sich zögernd.

Regenwetter
Auf der Fahrt nach Kirchzarten, dem Treffpunkt - nur Wolkenberge!
Treffpunkt am Bahnhof
So langsam treffen alle ein am Bahnhof Kirchzarten

Wir hatten noch etwas Zeit und unsere Libana gab in ihrer Funktion als Reiseleiterin einige wertvolle Hinweise zur Geschichte von St. Peter, den Zähringern und in Verbindung damit zu den Wappen der Zähringerstädte der Schweiz und Deutschlands, die auf dem Marktplatz eingearbeitet sind. Das Wappen von St. Peter hat eine Tanne und 2 gekreuzte Schlüssel im Bild. Auf dem Marktplatz, dem Bertoldsplatz steht der Bertoldsbrunnen des letzten Bertolds von Freiburg. Der Brunnen ist den Kriegern von 1870/1871 gewidmet – eine schöne Einführung, vielen Dank, liebe Libana!

Christa - libana
Libana erklärt geschichtliche Zusammenhänge.
Aufmerksame Zuhörer
Aufmerksame Zuhörer
Bertoldsbrunnen
Bertoldsbrunnen
Bertoldsbrunnen
Bertoldsbrunnen.1
Wappen St. Peter
Das Wappen von St. Peter mit der Tanne und dem Schlüsselkreuz

Inzwischen waren auch Shanai und Markus eingetroffen, die die weite Anfahrt von Hasel nicht gescheut hatten.

Und ReRe konnte auch ohne eine schöne Eintrittskarte an der Führung teilnehmen, obwohl er zu früh in die Kirche gegangen war!!!

Die Führung begann in der barocken Pfarr- und ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul, die 1724–1727 von Baumeister Peter Thumb errichtet und von Franz Joseph Spiegler und Joseph Feuchtmayer ausgestattet wurde

Klosterkirche St. Peter
Klosterkirche St. Peter

Liebe Trudel, die schöne Postkarte war doch als Eintrittskarte gedacht und sollte nicht gleich weggepackt werden!!!

Die erste Kirche wurde 1093 eingeweiht, der Gründer war Bertold II der Zähringer – auf diesem Platz steht heute die 5. Kirche mit demselben Grundriss – immer wieder war sie durch Brände und Kriege zerstört worden. Die Herzöge von Zähringen gründeten in St. Peter eine selbstständige Benediktinerabtei – die Mönche sollten nicht nur für deren Seelenheil beten, sondern auch den Namen der Zähringer hochhalten. Die Abtei diente auch als Grablege der Fürsten. Kloster und Kirche standen in Konkurrenz mit St. Märgen worauf das Kloster in St. Peter prächtiger ausgebaut wurde. Es gab 2 Abteile in der Kirche: die Leute- und die Mönchskirche, durch ein schmiedeeisernes Gitter getrennt. Um die Macht der Zähringer zu demonstrieren, wurden sie auf Säulen unten in der Kirche aufgebaut – die Apostel stehen eine Etage höher!

Klosterkirche St. Peter
In der Klosterkirche St. Peter
In der Klosterkirche St. Peter
In der Klosterkirche St. Peter

1806 kam es zur Auflösung der Klöster, so auch von St. Peter mit seinem riesigen Besitz. Diesen raubten die Badener mit „legalen Mitteln“. Die meisten Klöster verfielen, nicht so St. Peter. 30 Jahre nach der Auflösung (inzwischen hatte es als Lazarett, Lager etc. gedient), tauschte das Erzbistum Freiburg das Kloster mit einem Gebäude in Meersburg, es wurden Priesterseminare gehalten - die Aufklärung an der Universität Freiburg hätte der Religionsausübung gefährlich werden können.

Ein Kind hätte einmal gesagt, dass diese Kirche der Himmel auf Erden wäre. In der Vorstellung gaben es am Himmel Gold, Engel, Musik (Orgel), Licht (ideologisch = das Licht des Geistes, im Barock inneres Licht), Heilige. Diese Aussage kommt der Realität sehr nahe, wenn man an das Innere der düsteren Bauernhäuser denkt. Viele Heilige mit Sinnbildern sind abgebildet auf Gemälden, so z.B. Sebastian, der den Pestkranken hilft, Antonius ist zuständig fürs Vieh, Antonius von Padua mit Kind für die Fruchtbarkeit der Frau, aber auch der Felder. Ursula gibt Sterbehilfe und Agatha mit einem Tuch löscht die Feuer des Klosters, und man war froh, wenn Clemens mal bei der vorherrschenden Kälte gegen Gliederreißen half. Simon Markus war ein Zauberer, Petrus trieb ihm den Geist aus – nicht weit entfernt trieben ja die Kandelhexen ihr Unwesen! Außerdem ist Petrus Patron der Kirche. Die Uhr im Inneren der Orgel soll an die Sterblichkeit erinnern – so kurz nach dem 30-jährigen Krieg war der Tod immer gegenwärtig.

Im Chorgestühl war Platz für nur 26 Mönche, wobei immer nur 10 anwesend waren, die zum Kloster gehörten. In den Fußbänken wurden die Gebetbücher in Fächern aufbewahrt, die Holzdeckel sollten leise geöffnet und geschlossen werden – hier liegt der Ursprung des Ausspruchs „Halt die Klappe“!

St. Peter ist die erste Kirche von Peter Thumb, kurz danach baute er Birnau. Das Altarbild kann durch einen raffinierten Mechanismus sieben Mal im Jahr ausgewechselt werden.

In der Gruft sind die Gebeine der Zähringer eingelagert um zu zeigen, wer hier das Sagen hatte!

Innenhof Kloster
Im Innenhof

Zwei Äbte waren wegen Straftaten des Klosters verwiesen worden. Vor ca. 3 Jahren suchten Wiedertäufer aus den USA den Ort, wo der Mitbegründer Sattler gewirkt hatte – seine Urkunden waren in den USA aufgefunden worden! Sattler wollte das Kloster reformieren, er wurde verurteilt, weil seine Leute den Kriegsdienst verweigert hatten.

In den Büchern der beeindruckenden Bibliothek wurde nicht gearbeitet, sie dienten zur Repräsentation – zeigten den Stand des Klosters. Es war kein Platz des Aberglaubens, sondern der Wissenschaften. Ein großer Teil der Bücher wurde geräubert von der Universität Freiburg (wo sich einige noch heute befinden), vom Land und ein Teil ging in den finsteren Handel – ursprünglich gab es hier 20.000 Bände.

Bibliothek
In der Bibliothek St. Peter

Mehrere Figuren kann man auf der Galerie sehen, sie wurden zur Gliederung der Buchwelt aufgestellt: Dichter, Medizin, Geschichte etc. Historia trägt einen Judenhut, eine Jüdin für die Geschichtsschreibung. Der Priester schreibt etwas auf, ein Engel hinter ihm diktiert - die Stimme Gottes, die Theologie. Für die Geographie dreht sich die Kugel in der Sonne.

Historia
Historia

Auf einem Gemälde oben in der Mitte befindet sich eine Taube, davon ausgehend auf der linken Seite das Alte Testament, rechts die Evangelisten des Neuen Testaments – unvorstellbar, auf einer Ebene – wegen dieser Toleranz ein heftig umstrittenes Gemälde.

Ein Sprung in die Moderne ist die Heidin Saba, die Wüstenkönigin in ihrem rosa Gewand, die den weisen Salomon besucht – der vor der Heidin kniet – „Humbug“ in den Augen unseres Referenten.

Wir müssen leise sein auf den riesigen Fluren, es wurden Exerzitien durchgeführt – nicht ganz einfach bei der Riesenmenge Menschen in der heutigen Führung. Wir gehen in den Fürstensaal, die Türen werden gleich geschlossen. Hier wurden Feste gefeiert, auch heute noch finden Versammlungen, Konzerte usw. statt. Alle Bilder, gemalt von Simon Böser, haben mit Essen und Trinken im geistlichen Sinne zu tun. Auf einem Deckengemälde mit Zentralperspektive kann man eine Sünderin sehen, die zu einem Festmahl kommt. Simon will sie entfernen, aber Jesus sagte: Sie hat viel geliebt, es wird ihr viel verziehen, auch Sünder haben hier einen Platz.

Die Sünderin
Die Sünderin

Auf dem anderen Deckengemälde wäscht Jesus Petrus die Füße, beschämend für Petrus – diese Regel haben die Benediktiner übernommen, sie waschen ihren Gästen die Füße.

Deckengemälde
Jesus wäscht Petrus die Füße.
Blick aus dem Fenster
Ein Blick aus dem Fenster in den Innenhof

Im Treppenaufgang zum Kloster kann man oben 4 Erdteile mit entsprechenden Symbolen sehen. Es bestand die Regel, dass jeder der kam, etwas zu essen bekam, diese karikative Einrichtung ging nach der Auflösung des Klosters verloren - der Staat musste sie kompensieren.

Treppenaufgang
Im Treppenaufgang des Klosters

Am Ausgang hängt eine Uhr die zeigte, dass man spätestens nach 7 Tagen wieder gehen sollte. Und das war auch der Hinweis für uns – die sehr, sehr informative 1 1/2 –stündige Führung war zu Ende.

Die Uhr im Treppenaufgang
Die Uhr im Treppenaufgang

Ein Wermutstropfen war, dass die Gruppe zu groß war, vieles konnte deswegen und wegen der Akustik nicht verstanden werden.

Das Laufen zu dem Wallfahrtsort Maria Lindenberg tat vielen gut. Die nicht laufen konnten oder wollten, fuhren mit dem Auto und fanden ein wenig Zeit und Ruhe in der Kapelle, ganz besonders unsere liebe Anneli.

Rotraud und Hildegard
Rotraud und Hildegard mit flottem Schritt!
laufen nach Maria Lindenberg
Der Pilgerweg nach Maria Lindenberg
Maria Lindenberg
Die Kapelle Maria Lindenberg

Schon bald waren alle am Tisch versammelt, Schwester Ventura erläuterte die Geschichte und Entstehung dieses Wallfahrtsortes. Er besteht schon seit 500 Jahren und es kommen Menschen hierher, die Kraft schöpfen wollen in der Ruhe und der Natur.

Eine Existenz gefährdende Viehseuche herrschte beim Bauern Pantalon Meier. Durch sein Beten wurden seine Tiere geheilt, er stellte ein Bildstöckchen auf – es ist 500 Jahre alt und steht in der Kapelle.
Später wurde hier eine Kapelle aus Holz errichtet. Ein Altbauer band zwei Holzspäne zu einem Kreuz zusammen, es existiert immer noch in einer kleinen Kapsel. Später wurde die Kapelle in Stein gebaut.
1787 kam der Befehl aus Österreich (Diözese Konstanz) zur Abschaffung der Wallfahrerei durch die Reformation der Kirche. Die Kapelle wurde abgetragen und in Eschbach wieder aufgebaut, noch heute kann man die nummerierten Steine sehen. Die Schwestern wurden vertrieben und kamen 1908 zurück. Seitdem ist diese Stätte ein Exerzitienhaus für Besinnungstage, für die Wallfahrt und für Gäste.

„Was man auf den Lindenberg trägt, nimmt man nicht mehr mit nach Hause!“

Bildstöckchen
Das Bildstöckchen des Bauern Pantalon Meier

Frau Isele erzählte dann noch von ihrem kleinen „Kochwunder“ – sie fing hier oben an und bekam keinen Koch. Sie ging in die Kapelle und appellierte an Maria, ihres Amtes zu walten. Am nächsten Morgen klingelte das Telefon….

Und dass Maria noch immer Einfluss nimmt, konnte man an Qualität und Menge des Essens merken; es war gut und reichlich.

Mittagessen
Mittagessen in Maria Lindenberg
Mittagessen
Mittagessen in Maria Lindenberg
Cuba
Cuba und Marijo
Dessert
Das Dessert war auch nicht zu verachten!
Ausblick
Ausblick in Richtung Unteribental
Trudel und anmargi
Trudel und anmargi - danke rere für das Bild!
Sommer
Unterwegs - wie weit das Jahr schon vorgeschritten ist!

Mit viel Geschichte, Religiösem und gutem Essen gesättigt machten wir uns wieder auf den Rückweg nach St. Peter und dann nach Freiburg – ein ausgefüllter Tag ging zu Ende. Sehr gefreut hat alle, dass Marijo noch eine Weile mit uns verbringen konnte und Chauffeurdienste anbot – vielen Dank, liebe Johanne! Die Sonne hatte es sich noch mal überlegt und trug wesentlich zur Stimmung bei – gut zu erkennen an unseren drei Eisschleckerles Oleander, Libana und Trudel!!!

Rückweg
Auf dem Rückweg nach St. Peter
Rückweg
Auf dem Rückweg nach St. Peter
St. Peter
St. Peter vor uns!
Marijo und Hillia
Marijo und Hillia
Eisschlotzerle
Die drei Eisschlotzerle Oleander, Libana und Trudel!

eingegeben von: anmargi (Margit Anhut)

Fotos von: ReRe (Peter Rembold)und anmargi (Margit Anhut)

Autor: Anmargi

Margit Anhut

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