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"In der Selbsterkenntnis liegen alle Tugenden für den Einzelnen und alle Heilmittel für die Menschheit."

Dieses Zitat von Heinrich Hansjakob möchte ich dem Bild-Bericht über den Ausflug am 16. April in seinen Geburtsort Haslach im Kinzigtal voransetzen.

Im Folgenden soll der Heimatdichter bei der Führung durch seine Heimat selbst zur Sprache kommen und durch die originellen Informations-Schilder am Hansjakob-Weg ergänzt werden.

20 Freiburger Feierabend-Mitglieder waren dabei, 10 waren mit der Elztal-Bahn und mit dem Linienbus über die Heidburg in das Kinzigtal-Städtchen gekommen.

9 Teilnehmer kamen pünktlich mit dem PKW und Erwin/Zahnrad kam mit seinem Fahrrad. Er hatte zuvor noch eine Radtour von Hornberg vorbei am Heimatmuseum Vogtsbauernhöfe Gutach nach Haslach gemacht. Bravo!!!

Nach Begrüßungsworten von Pius und der Vorstellung des einheimischen Führers – Herrn Wendelin F. ging es zum Stadtrundgang. Vom Denkmal geschützten Gasthaus „Kanone“ zunächst zum benachbarten Geburtshaus Heinrich Hansjakobs.

„Wenn die Heimat das Heiligtum unseres Jugendglückes ist, so ist das Elternhaus das Allerheiligste. Als ich Vater und Mutter, deren Erstgeborener unter sieben Kindern ich war, kennenlernte, sah ich den Vater in der Backstube und die Mutter am Spinnrad.“

Wir merkten bald, dass Herr Wendelin ein fundierter Haslach-Kenner ist. Er führte die aufmerksamen Feierabend-Leute mit Bravour durch die Gassen und Plätze des Marktstädtchens, früher weit bekannt durch seinen wöchentlich am Montag stattfindenden Ferkelmarkt.

Markante Fachwerk- und Handwerker-Häuser:

Die Stadtkirche, dem heiligen Arbogast-Bischof von Straßburg geweiht, weil in früherer Zeit Haslach zum Bistum Straßburg gehörte. Das benachbarte Hausach lag im Bereich des Bistums Konstanz.

Im Deckengemälde der Kirche erkennen wir Heinrich Hansjakob.

Dass hier in Haslach die Narren und sonstiges Brauchtum – z.B. im Februar der einmalige Storchentag ihre Tradition haben, beweisen zahlreiche Monumente.

Nach dem Besuch der Lorettokapelle und des ehemaligen Kapuzinerklosters, wo heute ein Trachtenmuseum und das Tourismus-Büro untergebracht sind, machten wir uns auf den Weg Richtung Hofstetten.

„Das Paradies: Südlich von Hasle öffnet sich ein kurzes Seitental der Kinzig. Waldige Berge, an ihren Gehängen üppiger Saatfelder und blumige Matten, von einem lustigen Bächlein durchzogen, bilden es. An seinem Ende, am Fuß der hohen Wasserscheide zwischen Kinzig und Elz, liegt, eine halbe Stunde von Hasle, das Dörfchen Hofstetten.“

Oberhalb der heute noch selbstständigen Gemeinde Hofstetten hat Heinrich Hansjakob in weiser Voraussicht und als Zeichen seines selbstbestimmten, freiheitlichen lebens und Weiterwirkens seine Grabkapelle erbauen lassen.

„In meinen Flegeljahren war ich wild und in den darauffolgenden Lebensjahren bald gerne ein Einsamer. Drum sollen wilde Blumen, die einsam blühen auf der Heide, mich umgeben im Tode. Und dazu passen das Heidekraut und der Ginster und der Wachholder am besten. Klein, winzig klein, wie die Röslein am Heidekraut, waren die Freuden meines Lebens; rau wie ein Besen aus Ginsterholz fuhr das Dasein über meine Seele hin und herb und bitter wie die Wachholderbeeren, ziehen seit vielen Jahren die Tage an mir vorüber. Also Ringgeißen, Ramsen und Reckholder, wie das Landvolk in dieser Gegend die geannten Pflanzen nennt, sollen meine Grabstätte umgehben.“

Dann hatten wir Hunger.

Die Tafel war gedeckt. Die Feierabend-Familie hatte Platz genommen und genossen.

Zur Mittagspause in den „Drei Schneeballen“ gesellten sich noch 4 Ortenauer Feierabend-Mitglieder dazu. Mit dabei war ReBo Wildehummel/Brigitta.

Gut gespeist auf Verdauungstour zurück nach Haslach, um den letzten Wirkungsort des damals bekanntesten Heimatdichters Badens, den „Freihof“ zu besichtigen. Alois K., Leiter der Haslacher Tourist-Info, führte uns in einem leidenschaftlichen Vortrag in die letzten Lebensjahre Hansjakobs.

Wir erfuhren unter anderem, dass er hier im Freihof (nach bisher 45 Editionen) noch 2 Bücher geschrieben hat. Darunter sein letztes mit dem Titel „Feierabend!“. Wir sahen in der Vitrine seine Schreibfeder und seinen markanten Hut.

„Am 30. September 1832 habe ich meine Vaterstadt Hasle verlassen, um in Rastatt zum Studium einzuziehen. Seit jenen Tagen hatte ich keine bleibende Stätte mehr in dem Orte meines Kinderhimmels bis zum 22. Oktober 1913, da ich heimkehrte, um daheim zu bleiben zum Sterben. Einundsechzig Jahre liegen zwischen jenem Abschied und dieser Wiederkehr. Aus dem fünfzehnjährigen Knaben ist ein fünfundsiebzigjähriger Greis geworden. Im ersten Frühling des Lebens bin ich fortgegangen. Alles grünte und blühte in der jungen Seele. In des Lebens Winter komme ich wieder heim. Auf der alten Seele liegt Eis und kalter Schnee und auf dem alten Leib ruhen Gebrechen aller Art.“

Heinrich Hansjakob wir nicht nur Pfarrer und Schriftsteller, sondern auch Landtags-Politiker und hat sich mehrfach mit seiner Obrigkeit angelegt.

Wir erfuhren, dass ihm von der damaligen Badischen Regierung die höchste Auszeichnung zugesandt wurde. Er hat den „Zähringer Löwenorden“ wieder zurückgeschickt mit den Worten: „Behaltet diesen Krempel!“

Hansjakob starb am 23. Juni 1916.

Wir erfuhren, dass zu seiner Beerdigung Tausende von Leuten kamen, aber keine Prominenz von Kirche und Politik. Der Leichenzug war 3 Kilometer lang, von Haslach bis Hofstetten. Seinem Vermächtnis gemäß, musste der Leichenzug an seinem Geburtshaus (damals noch Wirtshaus) anhalten, wo die Leichenträger ein Viertel Wein zur Stärkung bekamen.

Der Freihof musste wegen dem Geldverfall in der Inflation 1921 von der Schwester Hansjakobs verkauft werden, dient aber heute als HANSJAKOB-MUSEUM, wo u.a. sehenswerte Werke Haslacher Maler, so von Carl Sandhaas, Otto Laible und Louis Blum zu sehen sind.

Freiburg, im April 2010

Bilder von ibifix, Zahnrad, Winterjasmin und Oleander

Autor: PIONIER66

Pius Kopp

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