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Rotenburg-Fulda

Am Freitag, 30.07.2021 hatte ich nach Rotenburg-Fulda zu einer Themenstadtführung "Von Teufeln, Hexen, und wunderlichen Gestalten eingeladen. 21 Mitglieder sind mitgekommen und hatten einen schönen Nachmittag mit unserer Gästeführerin Christa Proske als "Hexe Walburga".
Zum Schluss der Führung kehrten wir in die Biermanufaktur Rotenburg ein. Hier wurde uns der rustikale Mittagsimbiss „Hexengulasch“ und das Rotenburger Hausbraubier serviert. Alternativ standen auch alkoholfreie Getränke zur Verfügung.

Altes und Neues Rathaus.

Links das neue Rathaus und rechts das alte.

Den Mittelpunkt der historischen Altstadt bildet der in seiner ursprünglichen Form erhaltene Marktplatz mit dem Rathaus. Der in den Jahren 1597–1598 errichtete prächtige Renaissancebau des Rathauses wies eine Besonderheit auf. Den Giebel zierte eine überlebensgroße Steinfigur, die den heiligen Jakobus darstellte.
Nach schweren Beschädigungen während des 30-jährigen Krieges wurde 1656 das Rathaus ausgebaut und erhielt einen Fachwerkgiebel ohne die Steinfigur. Aus dieser Zeit stammen auch noch die Antrittspfosten des spätbarocken Treppenhauses.

Die Marktweiber.

An historischer Stelle des Rotenburger Marktes wird der neueste Tratsch zwischen Land- und Trachtenfrau dargestellt. Die feinere Dame trägt die Rotenburger Tracht. Der Hund hat wohl die frische Wurst im Korb gerochen. Die Marktfrau mit Kopftuch in typischer Kittelschürze sieht dem Tratsch der beiden Frauen interessiert zu. Der Begriff »Tracht« stammt dem Sinne nach von »was man trägt« oder »getragen hat«. Tracht ordnete auch noch im 19. Jahrhundert die Menschen nach verschiedenen Kriterien wie Geschlecht, Herkunft, Familienstand usw.

Der Schleichwächter.

Die Schleichwächter waren dafür zuständig, bei Nacht möglichst geräuschlos in den Gassen der Stadt zu patrouillieren. Zu diesem Zweck waren sie mit alten Spießen bewaffnet. Sie versahen ihren Dienst so »vorsichtig«, dass man sie weder sah, noch bekamen die Schleichwächter mit, was in der Nacht in den Gassen geschah.
Für diesen Dienst meldeten sich in erster Linie alte, unbrauchbare Kerle, deren Dienste sehr zweifelhaft waren. So war ihnen der Spott der Bevölkerung gewiss. Nach kurzer Zeit wurde der Dienst der Schleichwächter wieder eingestellt.

Die Jakobikirche.

Die erste Nachricht über die Altstädter Jakobikirche stammt aus dem Jahr 1495. Die Vorgängerkirche, von der einzelne Fundamente erhalten sind, entstand vermutlich zusammen mit der Stadt Rotenburg kurz vor 1200. Die Jakobikirche ist als zweischiffige spätgotische Hallenkirche gebaut. Der Innenraum ist geprägt durch die zahlreichen Einbauten, die eingeschossige Empore im Seitenschiff, die zweigeschossige Empore im Westen des Langhauses und die Chorempore im Osten mit der Orgel von Jost Schäffer aus dem Jahr 1682. Der von sechs korinthischen Säulen getragene Altar wurde 1581 für die Kapelle des Rotenburger Schlosses geschaffen und kam 1790,als die Schlosskapelle abgerissen wurde, in die Jakobikirche. 1663 entstand die Kanzel. Rechts neben der Eingangstür befinden sich mittelalterliche Maßangaben. Im Turm läuten fünf Glocken, deren älteste aus dem Jahr 1482 stammt und somit eine der ältesten Glocken Deutschlands ist.

Die Diakonisse.

Erinnerung an die Gemeindeschwestern, die in Rotenburg aufopferungsvoll Alte und Kranke betreut und pflegebedürftigen Mitmenschen geholfen haben. Ihnen zu Ehren und als Symbol für die Hilfsbereitschalt aller freiwilligen Helfer, die ihre Kraft der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, ist diese Skulptur gewidmet. Diese Schwester ist gerade auf dem sonntäglichen Weg zur Kirche. Ihr treuer Hund wartet draußen bis zum Ende des Gottesdienstes.

DER BORNSCHISSER .

Einer Sage nach wurden die Rotenburger im Mittelalter von Räubern, Plünderern und Dieben heimgesucht. Sie nisteten sich in der Burg auf dem Hausberg (heute: Ruine Burg Rodenberg) ein. Um sie zu vertreiben, überlegten sich die rechtschaffenen Bewohner eine unflätige Kriegslist: Sie verunreinigten Quellen und Brunnen der Burganlage derart – unter anderem mit ihren eigenen Fäkalien – dass die Landplacker den Hausberg verlassen mussten. Somit wurden die Einwohner von Rotenburg zu den »Rotenburger Bornschissern«, einem sagenhaften Namen, der auch heute noch geläufig ist.

Der Hexenturm.

Er diente erst als Gefängnis für Hexen und später als Folterkammer und Gefängnis für Diebe. Überlieferungen zufolge saß die letzte Hexe 1739 ohne jegliches Gerichtsverfahren im Turm. Dort ließ man die angebliche Hexe Christine aus Erkshausen verhungern. Durch die untere Luke wurden die Gefangenen in den Turm gelassen, durch ein Loch in der Decke des unteren Turmraums warf man die Nahrung herab.

Die Stiftskirche.

Mit dem Bau der Stiftskirche St. Maria und Elisabeth für das Kollegiatstift Rotenburg wurde 1370 begonnen. Die endgültige Fertigstellung dauerte jedoch weit über 100 Jahre bis 1530. Zwischenzeitlich wurde zwar der Chor und zwei Langhausjoche fertiggestellt – dann jedoch ruhten weitere Arbeiten. Ab 1822 wurden zwei der fünf Joche abgerissen und weitere Umbauarbeiten fanden bis 1892 ihren Abschluss. Auch im Jahr 1992 fanden Umbauarbeiten statt. Auch heute noch befindet sich ein spätgotischer Taufstein sowie die Gruft der Landgrafen von Hessen mit einem Spätrenaissanceportal von 1651 in der Kirche. Beigesetzt wurden hier Landgraf Hermann und seine Gemahlin Kunigunde Juliane von Anhalt-Zerbst.

JOHANN ANTON COBERG.

Der Musiker Johann Anton Coberg wurde 1650 geboren. Schon in jungen Jahren ging er nach Hannover, wo er die Lateinschule absolvierte und gründlichen Musikunterricht beim Stadtkantor Brumprecht genoss. Coberg war ein geistig hochgebildeter Künstler. Er überragte durch ausgezeichnete Bildung, die nicht nur alle Sparten der Musik in Theorie und Praxis umfasste, sondern er beherrschte zugleich auch die lateinische, französische und italienische Sprache. Da Coberg außerdem ein guter Sänger war und sich als Musiklehrer bewährte, wurde er als Lehrer der herzoglichen Familie ausersehen. Zweimal reiste er nach Berlin, um seiner Schülerin Prinzessin Sophie Charlotte, die 1684 den späteren König Friedrich I. von Preußen geheiratet hatte, weiterhin Musikunterricht zu erteilen. 1708 verstarb Coberg nach einem Schlaganfall und wurde in Berlin begraben.

Das Landgrafenschloss.

Das Schloss in seiner heutigen Form – jetzt Sitz der Finanzschule des Landes Hessen – stammt aus verschiedenen Epochen. Um einen quadratischen Innenhof standen einst die vier Flügel des landgräflichen Schlosses unmittelbar am Ufer der Fulda. Mit dem Bau des heutigen Schlosses begann der hessische Landgraf Wilhelm IV. im Jahr 1570. Erst 37 Jahre später wurde in der Herrschaftszeit von Landgraf Moritz das Schloss im Baustil der Renaissance vollendet. Von der ursprünglichen Vierflügelanlage mit vier charakteristischen Treppentürmen in den Hofwinkeln sind nur noch drei Flügel erhalten geblieben.
Nach Osten ist die heutige Anlage offen. Die Gebäude sind zwei- oder dreigeschossig. Das zweite Obergeschoß aus Fachwerk ist nachträglich aufgestockt worden. Der Südflügel hat am weitesten seinen ursprünglichen Renaissancestil bewahrt. Der Nordflügel wurde anstelle des mit der Schlosskapelle abgerissenen Renaissanceflügels nach 1790 im zeitgemäßen Empirestil gebaut. Sehenswert ist vor allem die über zwei Geschosse reichende alte Bibliothek. Die Bücher befinden sich heute im Kloster Corvey bei Höxter.

Das Kreisheimatmuseum.

Im Vorhof des Schlosses steht das sog. »Weiße Haus«, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Das Weiße Haus diente früher dem Gesinde und den Landgräfinnen vor der Niederkunft und den Wöchnerinnen als Wohnräume. Im Jahre 1835 endete die Rotenburger Quart.
Die erdgeschichtliche Ausstellung im Heimatmuseum zeigt Sandsteinplatten mit den Tritt-Spuren von Kleinsauriern aus dem Perm-Zeitalter. Zu sehen sind außerdem Kupferstiche früherer Stadtansichten, Waffen und umfangreiches Kartenmaterial aus dem 17. Jahrhundert. Ein wichtiger Aspekt liegt in dem Bemühen, die Lebensbedingungen und Entfaltungsmöglichkeiten der in der Region Rotenburg wohnenden Menschen zu dokumentieren.

Die zwei Knaben.

Erinnerung an die Kindheit der Nachkriegsjugend. Auf der anderen Straßenseite wurde in die Fulda gesprungen und im Sommer gebadet. Nur mit Leder- oder Leinenhose bekleidet und der alten Mütze des Vaters auf dem Kopf, der »guten Schuhe« entledigt, erholen sich die beiden Knaben vom anstrengenden »Gägchen-Spiel«.

Die Herren Mühle.

Vom Landgrafen 1612 am Neustädter Ufer der Alten Brücke erbaut. 1923 abgebrannt, ab 1939 als Elektrizitätswerk neu errichtet. Noch heute wird mittels Turbinen Strom gewonnen. Das Wasserkraftwerk kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

Der Froschkönig.

In Anspielung auf das Märchen »Der Froschkönig« wurden diese beiden Figuren erschaffen, die inmitten des runden Teiches im Schlosspark ihren Platz gefunden haben.

Nach ca.1,5 Std. am Ende der Gästeführung brachte uns Frau Christa Proske zur "Biermanufaktur Rotenburg" wo uns der rustikale Mittagsimbiss „Hexengulasch“ und das Rotenburger Hausbraubier serviert wurde. Alternativ standen auch alkoholfreie Getränke zur Verfügung.
Ich denke wir hatten einen schönen Nachmittag bei herrlichem Feierabend Wetter.
Mein Dank gilt noch einmal unserer Gästeführerin Christa Proske und dem Personal der Biermanufaktur, die uns gut bewirtet haben.

Bis zum nächsten Mal in Koblenz wünsche ich dass ihr gesund bleibt.

Hans-Rüdiger

Text: Flyer, mer-rotenburg.de

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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