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Westend-Synagoge Frankfurt.

Am 22.10.2020 besuchten wir auf Einladung von Edeltraud "Teita" die Westend-Synagoge in Frankfurt.
Die Westend-Synagoge gilt als die größte noch erhaltene Synagoge in Deutschland und als ein architektonisch herausragendes Denkmal.
Für den 30.11.2020 hat Edeltraud noch eine Veranstaltung in der Synagoge in den Veranstaltungen von FFM-City eingestellt.

Treffpunkt war um 15:10 vor der Synagoge, Freiherr vom Steinstr.30, nachdem die Anwesenheitsliste kontrolliert war, kam auch schon unsere Gästeführerin "Esther Barbara Ellrodt-Freiman", die uns für ca. 2 Std durch die Synagoge führte.
Ihre Ausführungsart war für mich und viele von uns schon etwas neues.

Nach einer kurzen Begrüßung von Frau Ellroth-Freiman erzählte sie uns die Entwicklung und Bau der Synagoge.

Hier ein Textausschnitt aus: jg-ffm.de/100_Jahre_Westend_Synagoge

Die Geschichte der Synagogen in Frankfurt reicht zurück ins 12. Jahrhundert. Ihren vorläufigen Abschluss bildet die 1910 geweihte Westend-Synagoge. Stilistisch war sie bei ihrer Eröffnung dem Formenschatz des 19. Jahrhunderts verbunden und ist es in ihrer Außengestalt bis heute geblieben. Der Innenraum hat im Laufe der Zeit zahlreiche Wandlungen erfahren. Bis zu seiner teilweisen Verwüstung in der „Reichskristallnacht“ und weitgehenden Zerstörung während der Bombardierungen Frankfurts im Zweiten Weltkrieg zählte er zu den am aufwendigsten gestalteten Synagogeninnenräumen Deutschlands. Umso schmerzlicher wurde dieser Verlust nach Ende des Krieges von den wenigen ehemaligen Frankfurter Juden empfunden, die nach dem nationalsozialistischen Inferno in ihre einstige Heimatstadt zurückgekehrt waren. Die im Rahmen des Wiederaufbaus im Stil der fünfziger Jahre erfolgte Innenraumgestaltung ließ von der einstigen Pracht dieser Synagoge nichts mehr erahnen. Die Mehrzahl der damaligen vorwiegend aus Osteuropa stammenden Gemeindemitglieder hätte dafür auch kaum Verständnis gehabt. Diese Art des Synagogenbaus als baukünstlerischer Ausdruck der Zugehörigkeit der deutschen Juden zu Deutschland musste nach dem
nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen in ihren Augen als historischer Irrweg erscheinen. Sie empfanden provisorische Betstätten, die die Vorläufigkeit des Aufenthaltes von Juden in Deutschland repräsentierten, als ihrer Seelenlage weit angemessener. Die in den achtziger Jahren erfolgte Teilrekonstruktion des Innenraums der Westend-Synagoge eröffnet den heutigen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Frankfurt die Möglichkeit, einiges vom einstigen gestalterischen Reichtum zu erahnen. Die Spuren der Zerstörung und des provisorischen Wiederaufbaus sind dabei nach wie vor erkennbar. Die vorliegende Broschüre, die aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Westend-Synagoge von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main herausgegeben wird, möge den heutigen Mitgliedern und künftigen Generationen die wechselvolle Geschichte der Westend-Synagoge näherbringen.
Hier kannst du alles über die Synagoge nachlesen

Das Innere der Synagoge, das östliche Vierungsschiff mit erhöhter Estrade (Almemor), Thoraschrank (Allerheiligstes), Vorbeterpult und Kanzel ist besonders kostbar gestaltet. Zu beiden Seiten des Allerheiligsten, vor dem das Ewige Licht brennt, erhebt sich ein Säulenpaar, das die Sängerempore mit 40 Plätzen trägt, auf der sich die in zwei Harfenformen geteilte Orgel mit 45 Registern befindet. Mit Erbauung der Westend-Synagoge, besonders ihres überaus reich und farbig dekorierten Innenraumes, erreicht in Frankfurt am Main eine seit Erbauung des ersten Reformtempels 1810 in Seesen, später bei der Synagoge im Kompostell (1828) und der Hauptsynagoge (1860) sich abzeichnende Entwicklung ihren Höhepunkt: die Inszenierung von Sakralität. Bereits im Synagogenbau des Barocks angelegt, wird mit Mitteln von Prunk und Illusion religiöse Andachtsstimmung dekorativ in Szene gesetzt, um vom Glauben nicht mehr angezogene Juden in die Synagoge zurückzuholen. Wo Religion nicht jüdisches Leben bestimmt, sondern nur noch zu besonderen Gelegenheiten zelebriert wird, soll die Inszenierung eines sakralen Ambientes den in seinem Glauben schwankend gewordenen Synagogenbesucher sinnlich überwältigen. Orientalisierende Stile dienen diesem Zusammenhang nicht nur der Betonung (vermeintlicher) jüdischer Eigenständigkeit – ihr außergewöhnlicher ornamentaler Dekorationsreichtum ermöglicht vorzüglich die Schaffung märchenhaft illusionistischer Innenräume als Kulisse für sakrale Szenarien. Der Tempel im Kompostell, die Hauptsynagoge und die Westend-Synagoge, alle drei Betstätten liberaler und reformierter Ausrichtungen, zeigen, dass solche Mittel zunächst den Erfolg des Neuartigen hatten. Ihre Attraktivität blieb jedoch zeitlich begrenzt: Die Kraft des Glaubens war auf Dauer nicht durch Steigerung äußerer Reize zu ersetzen.

Zum Schluss der Führung erklärte uns "Fiszel Ajnwojner" noch die Tora. Er ist der Gabbai und Aufseher der Westend-Synagoge.

Die Tora ist einer von drei Teilen der jüdischen Bibel. Das hebräische Wort bedeutet Lehre oder Gesetz.

Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose und enthält Berichte über die Schöpfung, über Mose und seine Begegnungen mit Gott, über die Geschichte des Volkes Israel und seine Wanderung durch die Wüste, außerdem die verschiedenen Gebote und Vorschriften im Judentum.
Die Tora ist Juden so wichtig, dass sie die heilige Schrift in jedem Jahr in den Gottesdiensten einmal von vorne bis hinten komplett durchlesen. Dafür wird die Tora in Wochenabschnitte aufgeteilt. Ein Wochenabschnitt heißt Parascha, die Mehrzahl heißt Paraschot. Jede Parascha ist einem bestimmten Schabbat zugeordnet und heißt nach den Worten, mit denen der Abschnitt beginnt. Der Schabbat trägt den Namen seiner Parascha. In einem Schaltjahr braucht man vier Wochenabschnitte mehr als in den anderen Jahren.
In vielen jüdischen Gemeinden in Israel und auch in anderen Ländern gibt es spezielle jüdische Schulen, in denen das Verständnis der Tora und die biblische hebräische Sprache unterrichtet werden. Dieses Studium ist sehr anspruchsvoll. Es schärft den Verstand und regt schon Kinder dazu an, vielen Fragen des Lebens tiefer auf den Grund zu gehen.

In der Westend-Synagoge wacht Aufseher Fiszel Ajnwojner auch über die große Chanukka.

Chanukka:
Das jüdische Lichterfest zählt zu den wichtigsten Bräuchen des jüdischen Glaubens und wird jedes Jahr gefeiert. Alle wichtigen Infos rund um Ursprung, Brauchtum und Termin von Chanukka haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Datum: Wann ist Chanukka 2020?
Da der Tempel in Jerusalem am 25. Kislew (dritter Monat im jüdischen Kalender) neu eingeweiht wurde, beginnt auch das Lichterfest jedes Jahr am 25. Kislew. 2020 ist das der 10. Dezember. Chanukka findet bis zum 18. Dezember statt.

Hier ein Video mit "Fiszel Ajnwojner"

Für den Abschluss des Tages hatte Edeltraud "Teita" Plätze im BLOCK HOUSE reserviert. Das Essen und das Raumklima war sehr gut.

Seit mehr als 50 Jahren vertrauen die Gäste in unseren Restaurants auf den Genuss, die hohe gleichbleibende Qualität der Speisen und das gute BLOCK HOUSE Gefühl. Damit das auch in Zukunft so bleibt, kümmern wir uns aktiv um Themen wie Tierwohl und Nachhaltigkeit.
Steaks von Rindern aus ganzjähriger Weidehaltung.

Hier gilt unser Dank noch einmal Edeltraud für die Organisation dieser Veranstaltung.

Bis zur nächsten Veranstaltung wünsche ich euch alles gute und bleibt weiterhin alle gesund.
Hans-Rüdiger

Text: Hans-Rüdiger "lahnelster" und "100 Jahre Westend Synagoge"

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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