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Waldkunstpfad-Darmstadt.

Am 24.09.2020 besuchten wir in Darmstadt den 10. Waldkunstpfad. Zu unserer Führung hatte sich die Kuratorin Ute Ritschel angesagt.
Sie empfing uns um 14:00 Uhr und erklärte uns, das der Verein für Internationale Waldkunst e.V. seit dem Jahr 2002 alle zwei Jahre den Internationalen Waldkunstpfad in Darmstadt jeweils unter einem anderen Thema veranstaltet.
Er erstreckt sich im Darmstädter Forstrevier auf 2,6 km vom Böllenfalltor bis hin zur Ludwigshöhe, vorbei an Goethefelsen, Goetheteich und Ludwigshöhturm.
Der Weg durch den Wald kann als Walderlebnispfad betrachtet werden, um so den Charakter des Pfadfindens und der Erkundung durch den Besucher zu fördern. Mit den Mitteln der Kunst wird der Wald auf eine neue Art ins Bewusstsein der Besucher gebracht.

Ein Rundgang mit Frau Ritschel

Sieben Füße je 120cm aus Eichenholz gehauen, um die Geschichte der Menschen zu schreiben und die Begegnung mit der Natur zu symbolisieren. Von Jems Robert Koko Bi "Temoins du Temps"

Das »Wolkenkuckucksheim« .

Fredie Beckmans (NL) »Wolkenkuckucksheim«
Die Natur ist nicht da, um von uns erkannt zu werden, sondern um uns in ihr zu bilden. Zum Thema Identität hat Fredie Beckmans (NL) die Vogelhäuschen, die er seit vielen Jahren baut, als zwei Meter hohe Kunstobjekte vergrößert. Bei Identität geht es um die Frage, wo man herkommt, und ob es einen Platz für dich gibt. Auf den drei Vogelhäuschen sind viele Vogelnamen aus aller Welt gemalt, um zu vermitteln, dass es einen Platz für jeden gibt: Ob man nun ein internationaler Vogel, ein lokaler Darmstädter Vogel oder ein zugewanderter Vogel ist. Es gibt ein Haus für jeden. Lachender Hans, Annakolibri und Halsbandsittich, Stieglitz, Spatz und Paradiesvogel, Wiedehopf und Bachstelze, alle haben einen Platz gefunden im Darmstädter Wald am Böllenfalltor beim 10. internationalen Waldkunstpfad in Darmstadt.

Hier ein Video über den Bau des Wolkenkuckucksheim

Die Kunstwerke von Joan Backes erforschen immer die Beziehung zwischen Natur und zeitgenössischer Gesellschaft. Ihre Installation für den Waldkunstpfad bietet ihr die Möglichkeit, ihre »Häuser«-Serie nun auch im Wald fortzusetzen. »Mein Plan für ›Freiheit und Wildnis‹ war es, ein Haus aus Ästen aus dem Wald zu bauen. Angeregt wurde ich von Grimms Märchen, die mir meine Eltern als Kind vorgelesen haben. Es ist eine phantasievolle Verschmelzung des Hauses von Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Rumpelstilzchen und Rotkäppchen. Häuser sind stark hervorgehobene Besonderheiten in diesen Märchen und sie bieten dem Leser und den Zuhörenden die Möglichkeit der lebhaften Vorstellung davon, wie diese Unterkünfte ausgesehen haben könnten. Für mich waren sie ein wesentlicher Teil der Märchen.

»SWING BRIDGE« .

Jems Koko Bi (CI) »SWING BRIDGE«
Die Brücke ist ein Objekt des Übergangs zwischen zwei durch ein Hindernis getrennte Orte. Es kommt vor, dass die Menschen eine Brücke als virtuelle Verbindung z.B. zwischen Kulturen oder
Geschäftspartnerschaften oder als symbolische Verbindung betrachten. Diese virtuelle Brücke hat vor Kurzem noch funktioniert, weil Menschen sie wahrgenommen haben und vertraut miteinander umgegangen sind. Eines Tages, als die Morgendämmerung ausgefallen ist, begannen die Menschen sich gegenseitig zu fürchten. Kein Gesicht war mehr frei und jene gewöhnlichen Mitmenschen waren nicht mehr zu erkennen. Das Gesicht war von sogenannten »Masken« bedeckt. Es war aber kein Karneval, sondern ein Schutzschild. Die Angst wurde so groß, dass die Brücke plötzlich anfing zu wippen. Das innere und äußere Gleichgewicht wurde gestört. Alles begann zu kippen. Nichts war mehr sicher. Der Ruf nach Panik klang kilometerweit – wie ein neuer Sommerhit. Man wurde aufgefordert die Wege zwischen den Kulturen und zu den Geschäften zu schließen. Welche Art von Tragödie ist
es, die die Menschen auseinander bringt, aber das Grün der Baumblätter praller und grüner wie nie zuvor werden lässt? Vielleicht sollte man zum Wald zurückkehren.

Mehr im Video hier.

»Geborgen«.

Sehriban Köksal Kurt (D/Türkei) »Geborgen«
Die von mir geborgenen Schätze werden in ihrer natürlichen Umgebung präsentiert. Bei meinen Spaziergängen entdecke ich viele Schätze: Blätter, Steine, Federn, Samenkapseln… Kleine feine Dinge, die mich berühren durch ihre Schönheit und Einzigartigkeit, die mich in Erstaunen versetzen und mich an die Zerbrechlichkeit des Lebens erinnern. Jedes Blatt erzählt eine Geschichte. »Die Natur ist doch das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet.« Johann Wolfgang von Goethe Meine Inspirationsquelle ist die Natur. Ihre Vielfalt, die Farben und Strukturen begeistern mich und machen mich neugierig. Diese Begeisterung möchte ich auch mit meiner
Arbeit beim Betrachter wecken. Ich verwandele das Material in etwas Neues, das nur noch entfernt an seine Herkunft erinnert. Die Textur, die Beschaffenheit bekommt so ein Eigenleben. Ich verbinde mich jeden Tag mit der Welt und sehe, was dabei entsteht. Details sind mir wichtig, das Spiel mit Licht und Schatten, Durchlässigkeit und Undurchdringlichkeit, Feinheit, Leichtigkeit und Zerbrechlichkeit. Es ist die Lebendigkeit, die zählt. Ablagerungen der Zeit, Schichtungen alles muss immer wieder neu entdeckt werden.

Ein Video kannst du hier sehen

»The Cube – Observatorium .

»The Cube« steht als skulpturale Architektur im Wald: weiß, rechtwinklig, monumental. Der Kubus, eine Idealform menschgemachter Architektur – Symbol für Naturwissenschaften, für technische Klarheit und Mathematik, eröffnet mit einem starken Kontrast den Dialog mit dem Wald. Konstruktion und Dekonstruktion entfalten sich zu einem komplexen Netzwerk organischer Fragmente aus weißem Tuch. Nähert man sich »The Cube«, so löst sich der Kontrast zunehmend auf – es öffnet sich ein amorpher, begehbarer Innenraum mit zahlreichen Durchblicken. Forschung: »The Cube« ist auch ein Observatorium zur künstlerischen Forschung nach Ästhetik und Architektur bionischer Formen im Wald, eine Beobachtungsplattform für neue Inspirationen aus der Natur.
Mehr im Video hier

Das »Wald Canopy« .

Barbara Beisinghoff´s Kunst hat mit Durchdringung zu tun und will etwas ans Licht bringen – und das in doppeltem Wortsinn. Die Lebenskreise des Waldes und die Geschichte des Welterbes Messel nehmen 'gegen' Licht besehen Gestalt an. Nach gründlicher Recherche hat sie fünf Kupferbleche mit ihren Zeichnungen gestaltet, je zwei Quadratmeter groß. Zwei Kupfertafeln hat sie Kim Rathnau und Matthias Lothammer zur Gestaltung überlassen; eine bildet den Lageplan des Waldkunstpfads ab, die zweite eine Zeitleiste des Darmstädter Forstes. Mit 47 Helfern wurden im Juni/Juli 2020 zwanzig Quadratmeter Kupfer perforiert. Canopy bedeutet Baumkrone, Baldachin und Himmelsgewölbe. Wenn wir unter den Himmelsbögen stehen und nach oben schauen, erschließen sich uns Lebenskreise, nach denen Ute Ritschel mit ihrem Thema »Kunst / Natur / Identität« fragt: Die Lichtzeichen eröffnen uns Einblicke in Natur- und Kulturgeschichte und die Erkenntnis dieser Zusammenhänge stärkt unsere Identität. Fünf aller feinst durchlöcherte Tableaus für »Wald Canopy « bilden ein Sternenzelt aus Lichtzeichnungen über einer Lichtung auf dem Waldkunstpfad.
Die Lichtzeichen beleuchten das Lebensnetz des Waldes von Schöpfungsmythen über Goethes Naturwissenschaft, Dichtung und Metamorphosen bis zu chemischen und botanischen Gesetzen des Wachstums. Die Atem-Platte mit der Darstellung des Austauschs von Licht, Luft, Wasser und Boden bildet das hellste Wald-Tableau. Die Kupfertafel mit der Mykorrhiza, dem Myzel, das mit Hyphen unterirdisch für Austausch, Versorgung und Kommunikation sorgt, ist am Detail-reichsten.

Mehr in einem Video hier

Die Skulptur »Arthropozän«.

Die Skulptur »Arthropozän« verweist nicht nur in Ausmaß und Ästhetik auf Louise Bourgeois' »Maman«, sondern greift auch Bourgeois' Auseinandersetzung mit ihrer schwierigen
Mutterbeziehung auf. Jene Ambivalenz zwischen Beschützerin und Abhängigkeit bis hin zu Furcht übertragen die Künstler Florian Huber und Sebastian Weissgerber auf das zeitgenössische Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Die Arbeit korrespondiert zudem mit dem jüngst in der Grube Messel entdeckten Spinnenfossil »lutetiana neli«.
Mehr im Video hier.

Roger Rigorth »U-Boot«.

Unter dem Thema »Expeditionen« entstand 2004 ein UBoot, das aus dem Waldboden auftauchte. Es hatte gerade den Waldboden durchbrochen. Lebensgroß, etwa 20 Meter lang, mit begehbarem Turm, schaute es mit dem Bug Richtung Waldweg. Inspiriert wurde der Künstler durch die Erinnerung an eine berühmte Aufnahme im National Geographics als erstmals ein amerikanisches Unterseeboot die Eisdecke des Nordpols durchbrach. Dieses Bild begleitet Roger Rigorth seit seiner Kindheit und schlägt sich in dieser Arbeit nieder. Viele Jahre lag es im Wald und der Zahn der Zeit hinterließ seine Spuren, so musste es 2018 endgültig demontiert werden. Nun lebt es wieder auf – an gleichem Ort, in gleicher Größe – in einer Solidität, welche die nächsten Jahrzehnte überdauern wird. Das U-Boot hat im Wald seinen Platz in den Herzen der Menschen gefunden und wird so noch Generationen von Kinderphantasien beflügeln.
Hier ein Video über das U-boot

»Mother Mandala«.

»Mother Mandala« ist eine ortsbezogene nInstallationsarbeit auf dem Boden des Waldkunstpfads des Internationalen Waldkunst Zentrums Darmstadt. Die erste Schicht des Mandala besteht aus von Darmstädter*innen gestifteten, farbigen Kleidungsstücken, die im Weiteren durch Frank mit Fundstücken bereichert werden. Durch die dauerhafte Vernetzung des Kunstprojektes im Internet und auf Social Media werden die Hintergründe der Kleidungsstücke sichtbar gemacht und die Erinnerungen, die individuelle Geschichte ihrer ehemaligen Besitzerinnen publiziert.

»Mother Mandala« zelebriert zudem den Ursprung und die Verbindung zur Natur und deren heilende Kräfte. Die komplexen Zusammenhänge der einzelnen Elemente im Mandala, die Vernetzung des Projekts im Internet und die individuellen Geschichten der Kleidungsspender*innen erinnern auch an die enge unterirdische Verbindung des Waldes in Form von Wurzelrhizomen der Bäume und Pilze.

"Meditation place".

Nach den ersten Erfahrungen mit der Corona-Situation habe ich mich entschieden einen Platz im Wald zu gestalten an dem die Menschen isoliert sind und in einem Tempel meditieren können. In der Mitte des Tempels befindet sich ein riesiger Thron, der nur für eine Person bestimmt
ist. Der Ort soll Sie dazu verführen einfach da zu sitzen und die Grenzen der Realität zu überschreiten. Durch die Meditation fühlen Sie sich der Natur immer näher und sie wird Teil Ihrer Identität. Durch die offenen Teile des Meditationstempels verbinden Sie sich stärker mit der Umgebung. Entspannen Sie sich und meditieren Sie, das ist das Konzept für die Verwendung des Tempels, der aus natürlichen Materialien geschaffen wurde.
Mehr über Meditation place hier.

Für den Abschluss gegen 17:00 Uhr hatte ich wie schon so oft im Braustüb´l in Bahnhofsnähe Plätze reserviert.
Ich hoffe ihr ward zufrieden mit dem Essen. Bis zum nächsten Mal, Hans-Rüdiger

Wie steht auf der Home Page:

Unsere Speisenkarte bietet Ihnen Brauhausküche. Geschmacklich auf das Wesentliche, keine Geschmacksverstärker, kein Firlefanz. Gute Produkte im Einkauf ergeben gute Produkte auf dem Teller. So einfach ist das!

Text: www.waldkunst.com

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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