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Klaa Paris & Gänsebraten.

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Für den 20.11.2019 hatte Siglinde "ednilgis" nach Heddernheim in das Museum "Klaa Paris" und anschließend zum Gänseessen in den Nassauer Hof eingeladen.
Treffpunkt war an der U-Bahnstation Heddernheim, von dort führte der Weg am Fastnachtsbrunnen vorbei zum Museum.
Das Denkmal hat das Unternehmen Lurgi zum 150. Fastnachtszug gestiftet,das war im Jahr 1989.

Um 16:00 Uhr im Museum angekommen, wurden wir von Dietmar Pontow empfangen. Er war von 1979–2007 Präsident und hat auch das Buch "KLAA PARIS-HELAU" die Fastnacht in Heddernheim geschrieben.

Geschichte der Heddemer Käwwern.

Die Vor-Käwwern-Zeit:

Das Jahr 1839 ist das Geburtsjahr der Heddernheimer Fastnacht mit dem 1. Fastnachtszug am Fastnachts-Dienstag. Jedoch wurde schon früher in Heddernheim Fastnacht gefeiert, wie aus dem Cassabuch des Gemeindeschreibers Schukart hervorgeht, der folgende Eintragung vornahm: „1837 zahlt die Tanzmusik der Fastnacht mit — 3 k“ (Kreuzer). Die gleiche Eintragung findet sich auch für das Jahr 1839.

In seiner Chronik von 1932 zur 50-Jahr-Feier der Heddemer Käwwern schreibt Käwwern-Präsident Jean Müller: „Die Hauptfeiertage in Heddernheim waren von jeher die „Heddernheimer Kerb“ und die „Fastnacht“. Letzteres wurde schon von Alters her würdig gefeiert. Dieses ist wohl darauf zurückzuführen, dass Heddernheim früher zu „Kur-Mainz“ gehörte, wo der Fasching schon vor mehr als 100 Jahren in besonderer Blüte stand.

Kehren wir zurück in das Gründungsjahr 1839. Anlaß für den 1. Fasnachtszug war der Bau einer Gemeinde-Pumpe, im Volksmund „Gemaa-Bumb“ genannt, gegenüber der damaligen Schule in der Langgasse, heute „Alt-Heddernheim“. Bis dahin waren im Ort nur Ziehbrunnen im Gebrauch, deshalb wurde diese Neuerung allgemein bestaunt und bewundert.

Im „Scharfen Eck“, damals noch eine kleine niedrige Wirtschaft am Eingang des Ortes, wurde eine Gemeinde-Pumpe gezimmert und dann am Fastnacht-Dienstag-Mittag im Triumph durch die Strassen Heddernheims gefahren. Das war genau ein Jahr nach dem 1. Mainzer Fastnachtszug. Lange Zeit wurde nun am Fastnacht-Dienstag stets etwas veranstaltet, ohne das ein eigentlicher Verein bestand. Hier sind sich die alten Chronisten nicht ganz einig, denn nach mündlichen Überlieferungen soll eine Karnevalsgesellschaft in Heddernheim bestanden haben, die sich allerdings in den Revolutionswirren des Jahres 1848 auflöste.

Der „Fastnacht-Dienstag“ in Heddernheim war somit geboren. Diesen hielt man auch später fest, wahrscheinlich, um dem Mainzer Rosenmontag keine Konkurrenz zu machen.
Mehr über die Heddernheimer Kerb hier

Die Käwwern von 1946 – heute.

Als die „Heddemer Käwwern“ sich nach Kriegsende zaghaft wiederfanden und Umschau unter ihren Getreuen hielten, da stellte sich heraus, daß trotz allen Elends und tiefster Niedergeschlagenheit doch noch genügend Kräfte vorhanden waren, die meinten, in diesen grauen Tagen Freude und Frohsinn zu spenden. Man entschloß sich, die fastnachtliche Tradition wieder aufleben zu lassen. Und so stiegen im Januar und Februar 1946 erstmals wieder Sitzungen in kleinem, bescheidenen Rahmen. Da keine großen Säle vorhanden waren, wurden die Veranstaltungen zur gleichen Zeit, einmal im „Deutschen Michel“, heute „Klaa Pariser Hof“ und im „Nassauer Hof“ abgehalten. Das bedeutete für die Vortragenden, daß sie von einem Lokal zum anderen wandern mußten, um das gleiche Programm an zwei verschiedenen Stellen darbieten zu können.

Die erste närrische Veranstaltung fand übrigens am 13.1.1946 in der Kantine der VDM statt. 1947 konnte man dann in einen etwas größeren Saal ziehen. Es war das Kultur- und Volkshaus in der Hessestr. Da dieses Haus der damaligen KPD gehörte, nannte man es im Volksmund ganz einfach „Kreml“. Das Gegenstück stand im Zeilweg, gehörte der Kolping-Familie und wurde „Vatikan“ genannt. Das Kultur- und Volkshaus faßte ca. 250 Personen und hatte eine etwas kleinere Bühne. Das tat der närrische Freude jedoch keinen Abbruch. Alle Sitzungen waren restlos ausverkauft und mußten wiederholt werden. Auch das Jahr 1949 brachte Veranstaltungen und Wiederholungen noch und noch, was für die noch kleine Käwwernschar viel Mühe und Arbeit mit sich brachte.

Das Jahr 1949 war wieder ein Jubiläumsjahr. 110 Jahre Heddernheimer Fastnacht mußte einfach gefeiert werden. Neben den üblichen Damen- und Fremdensitzungen startete ein origineller Aufmarsch der Käwwern vom Frankfurter Hauptbahnhof aus durch die Stadt nach Heddernheim. Groß war die Teilnahme von Fahrzeugen alles Art, die den Elferrat am Fastnachtsamstag begleiteten. An diesem Samstag ließen sich die Käwwern etwas besonders einfallen, die Straßenschilder Heddernheims wurden umgetauft, da gab es plötzlich einen „Brodweh“, eine „Treppeschißer Gass“ usw. Regierungsbeamte aus Wiesbaden kamen und besichtigten den Käwwernstreich, aber es hatte keine ernsthaften Folgen, die Überklebung sollten sofort entfernt werden, was dann auch nach und nach geschah.

Am folgenden Tag, Fastnachtsonntag, zog dann der erste Fastnachtszug nach dem Krieg durch die Straßen von Klaa Paris. Eine Fremdensitzung beendete dieses Tag und der Rosenmontagsrummel die närrische Saison. Doch die eigentliche Jubiläumsfeier fand am 11.11.1949 statt. Im Kultur- und Volkshaus (Regierungsbaracke) wurde eine närrische Bürgerversammlung abgehalten und die „Närrische Freie Reichsstadt Klaa-Paris“ ausgerufen. Die Stadt gab sich eine eigene Verfassung und wählte ihren närrischen Magistrat mit Henry Schwab als Bürgermeister.
Mehr über die Heddernheimer Kerb hier

Der Stadthalter.

1868 wurde in Heddernheim erstmalig ein “Narrenkaiser” gekrönt, der sein närrisches Volk bis 1872 regierte. 1902 wurde erneut ein Narrenkaiser gewählt. bis zum 1. Weltkrieg lebten die Heddernheimer Narren glücklich mit ihrem Narrenkaiser. Davor und auch danach gab es Fastnachtsprinzen Die Tradition der Fastnachtsprinzen wurde fortgesetzt bis nach dem 2. Weltkrieg, obwohl eine Bürgerversammlung am 12.11.1949 mit überwältigender Mehrheit die Gründung der “Närrisch-Freien Reichsstadt Klaa Paris” als Narrenrepublik beschloß. Als dann aber die Fastnachtsvereine der Stadt Frankfurt beschlossen, daß die ganze Stadt zukünftig von nur einem gemeinsamen Prinzenpaar repräsentiert und regiert werden sollte, fügten sich auch die Narren von Heddernheim. Es wären aber keine echten “Klaa Pariser” gewesen, wenn ihnen nicht zum Punkt “närrische Unabhängigkeit etwas pfiffiges eingefallen wäre. Man besann sich auf seine Wurzeln, und zwar auf die ältesten, die man finden konnte. Heddernheim war schließlich eine römische Gründung. Römische Provinzen hatten zu Zeiten als Rom noch eine Weltmacht war, Statthalter. Das waren römische Bürger, Verwaltungsbeamte und Politiker, die in den Provinzen stellvertretend die Macht Cäsars repräsentierten. Was lag näher, als sich – mit diesem historischen Hintergrund – für die Zeit der Fassenacht einen Statthalter zu wählen, der selbstverständlich dem historischen Vorbild gemäß, in römischer Tunika und Toga gekleidet ist. Wie die römischen Statthalter und wie auch die späteren “Narrenkaiser” regiert ein närrischer Statthalter über einen längeren Zeitraum.
Mehr Info über den Stadthalter hier

Nachdem wir im Museum "Klaa Paris", alles über die Heddemer Käwwern erfahren hatten, ging es in den Nassauer Hof zum traditionellen Gänse Essen.

Vor der "Gans" gab es für jeden der wollte, Brot mit Gänseschmalz.
Für mich war das nach langer Zeit wieder einmal eine Gänsekeule die hervorragend geschmeckt hat. Dazu noch das selbstgemachte Rotkraut, Rosenkohl, Klöße, Gänsesoße und Maronen.
Für Aschermittwoch hat Siglinde im Nassauer Hof Plätze zum "Heringsessen" reserviert.
Im Namen aller die dabei waren, ein Dankeschön für die Organisation an Siglinde.

Text: https://heddemer-käwwern.de

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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