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Selterswassermuseum-Niederselters.

Ein Klick auf die Bilder, und sie vergrößern sich


Am 23.10.2019 hatte ich zu einer Führung in das Selterswassermuseum nach Selters-Niederselters eingeladen.
23 Teilnehmer sind gekommen, um einiges über das Selterswasser zu erfahren.
Bis zur Führung um 15:00 Uhr hatte ich im Senioren-Park "Carpe Diem" Niederselters für eine Kaffee-Kuchen-Pause Plätze reserviert.
Wer wollte konnte auch eine Kleinigkeit essen oder den Ort besichtigen.

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In dem öffentlichen Café-Restaurant Vier Jahreszeiten "Carpe Diem" trifft man sich zu täglich frischem Kuchen mit Kaffee oder zu einem gemeinsamen Essen.

Das Wahrzeichen der Gemeinde Selters erscheint in neuem Glanz: Das Brunnengebäude, das man seit seiner Errichtung in den Jahren 1906-1908 Brunnentempel nennt und in dem die altehrwürdige Selterswasserquelle aus der Erde tritt, wurde in den letzten Jahren vollständig restauriert. Die Quelle wurde neu gefasst und der Haustrunk für die Selterser kann im Haustrunkraum geholt werden.

Für die Führung konnte ich Dr. Norbert Zabel gewinnen, der 24 Jahre Bürgermeister in der Großgemeinde Selters war, und der den größten Verdienst an der Wiederherstellung der alten Brunnenanlage zu einem Museum hat.
Herr Zabel erzählte uns die Geschichte von Deutschland bekanntestem Mineralbrunnen.

Im Jahre 1536 wurde die Niederselterser Mineralquelle erstmals urkundlich erwähnt, doch erst 1581 beschrieb der geachtete Arzt Jakob Theodor Tabernaemontanus in seinem Buch „Neuw Wasserschatz“ die Heilwirkungen des Selterswassers ausführlich. 1606 fasste man die Quelle neu, und danach besuchten vermehrt Wasserhändler und Kurgäste den Brunnen. Die Ärzte jener Zeit priesen das Selterswasser als „köstliche Arznei“, und Prof. Friedrich Hoffmann nannte 1727 die Seltersquelle den berühmtesten Gesundbrunnen Deutschlands, was Ende des 19. Jahrhunderts von Prof. Remigius Fresenius noch immer so gesehen wurde. Zwischen 1700 und 1753 betrieben Niederselterser Unternehmer erfolgreich den Wasserverkauf. Danach übernahm das Kurfürstentum Trier die lukrativen Brunnengeschäfte in eigene Regie, wo zwischenzeitlich über 20 Personen beschäftigt waren. Niederselters entwickelte sich zu einem Kurort, in dem Hotels (Römischer Kaiser) und große Gasthöfe (Zum doppelten Adler, Gasthof Send, Gasthof Zum Löwen) entstanden und ein Brunnenarzt praktizierte. Zum Schutz des Brunnens baute Kurtrier im klassizistischen Stil eine kleine Kaserne (1789-1792), die heute den Bürgern als Rathaus dient.

Mehr Info über den Brunnen hier

Der Seltersbrunnen und das Selterswassermuseum .

Vor den Schaubildern erklärt uns Herr Dr.Zabel die Entwicklung und den Wiederaufbau der Brunnenanlage bis zum Museum.

Im Jahre 1999 war die ehemals berühmte Selterswasserquelle stillgelegt worden, 2001 hatte die Gemeinde Selters die Brunnenanlage erworben und mit einer Umgestaltung begonnen.

Aufgrund stattlicher Zuschüsse von Bund, Land Hessen, der Europäischen Union, des Kreises Limburg-Weilburg sowie privater Spender wurde ein Konzept umgesetzt, das den Niederselterser Mineralbrunnen in verschiedener Hinsicht attraktiv macht: Neben dem Haustrunk wird ein Selterswassermuseum eingerichtet, das die fast fünfhundertjährige Geschichte der Selterser Mineralbrunnens zeigt und das im Sommer 2011 eröffnet wird. Eingebunden ist das Museum in den Geopark Mittelhessen, der sich ebenfalls im Aufbau befindet.

Das Selterswassermuseum lässt tiefe Einblicke in die Mineralwassergeschichte unserer Heimat zu: Beginnend mit Jakob Theodor Tabernaemontanus, der bereits 1581 über das Selterswasser aber auch andere deutsche Quellen schrieb, erfährt der Besucher, wie aus einem Sauerborn am Ortsrand von Niederselters in Kurtrierischer Zeit (bis 1802) eine bekannte Heilquelle wurde, dessen Wasser schon im 18. Jahrhundert an Europas Fürstenhöfen geschätzt wurde. Schriften in englischer und französischer Sprache belegen dies eindrucksvoll.
Alles über das Museum hier

Joseph Joachim Siesmayer wirkte lange Zeit als Kontrollbeamter und Gärtner am Mineralbrunnen in Niederselters. Auf ihn gehen die einzigartigen Anlagen am Emsbachufer zurück. Einer seiner Nachfahren hat die Familiengeschichte der Gartenkünstler-Dynastie Siesmayer, zu der auch der Schöpfer des Frankfurter Palmengartens gehört, erforscht und in Buchform veröffentlicht.

Während seines Berufslebens kam der Diplom-Volkswirt Herbert Lohrum auf der Fahrt von Frankfurt-Sachsenhausen zu seinem Arbeitsplatz in Bockenheim fast jeden Tag an der Straßenbahnhaltestelle Siesmayerstraße vorbei. Zwar schrieb sich der Mädchenname seiner Großmutter Süßmeyer, doch war die Ähnlichkeit nicht zufällig und die unterschiedliche Schreibweise, wie Lohr später erfuhr, sprachlichen regionalen Besonderheiten geschuldet. Auch wusste er, dass einer seiner Vorfahren, fünffacher Ur-Großvater, Joseph Joachim Siesmayer, Gärtner und am Mineralbrunnen in Niederselters tätig war.
Mehr Info hier

Bei einem Rundgang im Museum darf auch ein Blick in den restaurierten Brunnentempel, erbaut zwischen 1906 und 1908, nicht fehlen. Der eindrucksvoll die Arbeitsabläufe vor hundert Jahren erkennen lässt. Danach konnten wir den Urtyp des Selterswassers im Haustrunkraum versuchen, der mit seinen historischen Erläuterungen geschmückt ist.

Herr Zabel führt uns in den "Haustrunkraum" wo wir an 4 Zapfhähnen das Selterswasser versuchen können.

Seit 300 Jahren ist es den Einwohnern von Selters gestattet, sich ihren Haustrunk aus der deutschlandweit bekannten Mineralquelle zu holen.
Seit 1908 wird der Haustrunk nur noch an der Nebenquelle "Börnchen", die damals neu gefasst wurde, gewährt. Hundert Jahre später wird ein altes Recht neu belebt: Der Haustrunk kann wieder an der Hauptquelle am Brunnen geholt werden, wie es die vertraglichen Regelungen mit dem früheren Eigentümer vorsehen.
Das Selterswasser gibt es zukünftig im Urzustand, aber auch enteisent, entmanganisiert und mit Kohlensäure versetzt.

Bereits im Jahre 1722 regelte eine Brunnenordnung die Haustrunkabgabe. Das Recht, sich ihr Selterswasser für den Eigengebrauch am Brunnen zu holen, wurde in der herzoglich-nassauischen Zeit (1806 — 1866) den Bewohnern belassen und auch den Gemeinden Oberselters, Eisenbach, Oberbrechen und Eufingen weiterhin eingeräumt.
Das entnommene Wasser darf nur im eigenen Haushalt verbraucht werden, eine gewerbliche Nutzung ist verboten.
Die Ausgabe des Haustrunks erfolgt an die Einwohner von Selters (Taunus) sowie an die angrenzenden Ortschaften Dauborn, Oberbrechen und Oberselters.
Jeder hat gereinigte leere Flaschen (max. 1 L) selbst mitzubringen.

Der Welt größten Mineralwasserflaschen-Sammlung.

Im 18. und 19. Jahrhundert war der Seltersbrunnen in Niederselters der größte Mineralwasserproduzent Europas. Jährlich wurden Millionen Krüge Selterswasser aus dem
Niederselterser „Gesundbrunnen“ in die ganze Welt verkauft. Die Bezeichnung Selterswasser (seltzer water, l’eau de seltz, Aqua di Seltz) steht seither für Mineralwaser (Sekt oder Selters?).

Heute ist im Selterswassermuseum die weltgrößte Mineralwasserflaschen-Sammlung zu sehen. Der Münchner Sammler Hans Figlar, der über Jahrzehnte in der ganzen Welt Mineralwasserflaschen sammelte, hat seine Sammlung – es sind mehr als 2.000 Flaschen – dem Selterswasser-museum überlassen.
Dabei können die Besucher auch einzigartige Flaschenformen begutachten; denn die Flaschen aus Japan ähneln nicht unbedingt südamerikanischen Mineralwasserflaschen. Eine Aufstellung der Mineralwasserflaschen-Sammlung kann hier eingesehen werden.
Mehr über die Sammlung hier

Für den Abschluss des Tages hatte ich in dem sehr guten Restaurant “Da Luca” in Niederselters Plätze für unsere Gruppe reserviert.
Das Lokal öffnete im Oktober 1999 das erste mal die Türen für seine Gäste. Inzwischen ist viel passiert. So zog das Restaurant aus der Brunnenstraße zu seinem neuen Standort, Am Schwimmbad.
Das Restaurant verfügt nicht nur über einen Sommergarten sondern auch über eine Sommerterrasse, die mit 80 Sitzplätzen genügend Platz für die Gäste bietet. Von der Terrasse hat man einen sehr guten Ausblick über das Selterser Schwimmbad.
Mehr über das Lokal hier

Roland "Ringer1" hatte die Aufgabe des "Nummerngirl" übernommen und zeigte uns was es auf der Tagesmenue-Tafel gab.

Ich hoffe wir alle hatten einen schönen Tag und wissen jetzt einiges mehr über das bekannte Selters mit seinem Selterswasser.
Bis zum nächsten Mal in Darmstadt bei der ESOC.
Hans-Rüdiger

Text: www.selterswassermuseum.de

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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