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Leitz Park & Stadtführung Wetzlar

Ein Klick auf die Bilder, und sie vergrößern sich


Am Mittwoch dem 11.04.2018 hatte ich in den Leitz Park und anschließend zu einer kleinen Stadtführung nach Wetzlar eingeladen.
27 Mitglieder sind der Einladung gefolgt und haben, denke ich, einiges Neues gesehen und erlebt. Vor der Führung hatten wir noch genügend Zeit für Kaffee und Kuchen oder wer wollte, konnte auch in der Kantine etwas essen.
Auf dem Programm stand eine Betriebsbesichtigung im neuen Leitz-Park. Anschließend fuhren wir zu einer kleinen Stadtführung zum Treffpunkt Domplatz Wetzlar.
Wer hätte am Morgen bei der Abfahrt gedacht, dass wir so einen sonnigen Tag bekommen würden, das war wieder einmal vom Wetter gesehen ein "FA-Bilderbuchtag"

Im Februar 2014 wurde das neue Firmengebäude der Leica Camera AG im Leitz Park Wetzlar eröffnet. Viele Bereiche des neuen Hauptsitzes sind für Besucher und Kunden zugänglich. Die Werke vieler Leica Fotografen werden dort präsentiert.

Nach einer kurzen Begrüßung von unserem Werksführer Lukas Hofmann erklärte er uns die Geschichte der Firme Leitz.

Die Geschichte:

Im Jahr 1849 gründete Carl Kellner das Optische Institut. Die Ernst Leitz Wetzlar GmbH ist das Nachfolgeunternehmen, aus dem 1986 die Leica Camera AG hervorging. Ursprünglich auf die Fertigung von Mikroskopen spezialisiert, folgte die Herstellung weiterer optischer Geräte. Dazu zählten Episkope, Ferngläser und professionelle Filmkameras.
Die Leica Camera AG geriet im Frühjahr 2005 aufgrund der unsicheren finanziellen Lage in die internationalen Schlagzeilen. Seit Oktober 2012 ist das Unternehmen nicht mehr börsennotiert.

100 Jahre Leica-Fotografie in 36 Bildern. Eines der bekanntesten Bilder ist wohl das von Che Guevara .

Nur wenige Bilder zeigen das Grauen des Krieges so schonungslos, wie die Fotoikone des vietnamesischen Fotografen Nick Út. Die Aufnahme gelang ihm am 8. Juni 1972.

Der vielleicht berühmteste Schnappschuss der letzten 100 Jahre: Alberto Korda fotografierte Che Guevara mit seiner Leica M2 im Jahre 1960 während einer Trauerfeier.

Oskar Barnack war ein deutscher Feinmechaniker, Entwicklungschef der Firma Leitz und Erfinder der ersten 35mm-Kleinbildkamera der Welt (Leica 1935). Er wurde Ende der 1870er-Jahre am 1. November 1879 in Lynow geboren und verstarb am 16. Januar 1936 mit 56 Jahren in Bad Nauheim. 2018 jährt sich sein Geburtstag das 139. Mal.

Zum 175. Geburtstag von Ernst Leitz

Was wäre aus Wetzlar geworden, hätte es nicht Ernst Leitz I gegeben? Genau die gleiche Frage kann man sich hinsichtlich der Fortentwicklung der Mikroskopie sowie der Fotografie stellen.

Es war Ernst Leitz I, der bedeutende Entscheidungen zu Gunsten von Wetzlar traf. Hinzu kamen von ihm und seinen qualifizierten Mitarbeitern initiierten, wichtige technische Fortschritte im Bau von Mikroskopen sowie in der Erfindung neuer Verfahren zur vergrößerten deutlichen Darstellung feinster Objekte aus allen Bereichen der Naturwissenschaften.
Mehr über Ernst Leitz hier

Die Montage aller Kamera-und Sportoptik-Produkte findet bei Leica in so genannten Reinräumen statt. Diese Räume sind mit aufwändigen Filtersystemen ausgestattet, die eine maximal staubfreie Umgebung garantieren.
Darüber hinaus wird durch einen erhöhten Luftdruck in den Reinräumen sichergestellt, dass von außen kein Staub eindringen kann.

Alle Mitarbeiter sowie die benötigten Bauteile und Werkzeuge gelangen nur durch eigens dafür vorgesehene Reinraum-Schleusen hinein. Bevor die Mitarbeiter den Reinraum betreten, ziehen sie sich in einer Schleuse so genannte ESD-Schutzkleidung an, die elektrostatische Aufladung verhindert.
Am Arbeitsplatz werden sie darüber hinaus geerdet, um alle elektronischen Bauteile zusätzlich zu schützen.

Zum Abschluss der Führung hatten wir noch etwas Zeit um uns die Ausstellung noch etwas näher zu betrachten. Hier gilt unser Dank noch einmal an Lukas Hofmann der uns sehr viel über die Entwicklung und Geschichte der "Leica" erzählt hat.

Stadtführung Wetzlar

Nach der Leica-Führung fuhren wir mit dem Bus in Richtung Dom, wo wir gegen 15:30 von unserer Stadtführerin Katja Olbrich begrüßt wurden. Die Führung begann auch gleich am und im Dom.

Zur Geschichte des Doms

Die spätromanische Stiftskirche war erst 40 Jahre alt, als man sich um 1230 entschloss, an ihrer Stelle einen neuen, wesentlich größeren Kirchenbau aufzuführen. Ein Blick in die Nachbarschaft mag die Entscheidung begünstigt haben: In Limburg stand der 1215 begonnene Bau der Stiftskirche St. Georg kurz vor dem Abschluss. In Marburg ging nach der Heiligsprechung der 1231 verstorbenen Landgräfin Elisabeth der Deutsche Orden unverzüglich daran, über ihrem Grab eine Kirche in der in Deutschland noch ungewohnten Formensprache der frühen Gotik zu errichten. Da konnte und wollte Wetzlar nicht zurückstehen.
Die neue Kirche, eine dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus und Chor, sollte weithin sichtbar sein. In der Tat: Die geplante Doppelturmfassade mit hohen durchbrochenen Spitzhelmen wäre ein unübersehbares Wahrzeichen des mittleren Lahntals geworden. Es kam dann freilich alles ganz anders:

Mehr Info über den Dom hier

Das romanische Westportal "Heidenportal"

Eine besondere „Folge“ der vielfach stockenden Ausführung des gotischen Kirchenbaus ist die Erhaltung großer Teile der Westfassade der Vorgängerkirche, einer spätromanischen Basilika. Bemerkenswert ist besonders das zweibogige Eingangsportal („Heidenportal“) mit der Mittelsäule aus Mendener Basalt, bekrönt von einem sog. Adlerkapitell. Der Adler ist das Symbol des Evangelisten Johannes. Über den beiden Portalbögen fällt ein merkwürdiges Rankenmotiv auf. Nicht ganz geklärt ist, ob das große gerahmte Feld über dem Portal für eine Inschrift vorgesehen war, in der sich das besondere Verhältnis der Stadt Wetzlar zu den staufischen Königen, insbesondere zu Friedrich Barbarossa, artikulierte.

Die Orgel im Dom von Wetzlar

In älterer Zeit verfügten beide Kirchengemeinden über eine eigene Orgel, doch fielen beide Instrumente 1945 den Kriegszerstörungen zum Opfer. Die Wetzlarer Industriellenfamilie Leitz stiftete 1954/55 eine gemeinsame Orgel für beide Gemeinden. Sie ist ein Werk der Orgelbauwerkstatt Rudolf v. Beckerath, Hamburg, und orientiert sich stilistisch am Klangideal norddeutscher Barockorgeln. Das kürzlich grundlegend überholte Werk verfügt über 49 klingende Stimmen in Hauptwerk, Brustwerk, Rückpositiv und Pedal.

Kreuztragender Christus

Hier im nördlichen Querhaus trifft man eine besonders eindrucksvolle Figurengruppe. Sie stellt den kreuztragenden Christus dar, dem Simon von Kyrene das Kreuz tragen hilft. Die Gruppe entstand im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts und zählt zu den sog. „Andachtsbildern“. Der auffällige Größenunterschied zwischen beiden Figuren erklärt sich aus der mittelalterlichen
"Bedeutungsperspektive“: Bedeutendes wurde größer dargestellt als weniger Bedeutendes.

Die monumentale Figurengruppe der trauernden Muttergottes, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hält, entstand zwischen 1370 und 1380. Der Oberkörper des toten Christus ist steil aufgerichtet; Maria stützt den Kopf des Toten und wendet ihn zugleich leicht dem Betrachter zu. Das von Hungersnöten, Insektenplagen und Pestepidemien heimgesuchte 14. Jahrhundert kannte zugleich die Suche nach und die mystische Verbindung mit Gott. Bildwerke wie das Wetzlarer Vesperbild unterstützten die gefühlsmäßige Annäherung an den Schmerz der trauernden Gottesmutter. Der Name „Vesperbild“ ist vom klösterlichen Vespergebet zwischen 17 und 19 Uhr abgeleitet: In dieser Zeitspanne nahm Maria weinend Abschied von ihrem toten Sohn, dessen Grablegung sich anschloss.

Der Zunftleuchter

Dies ist gar kein Leuchter! Ob es jemals einer war, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Als gut sichtbares Geschenk der sieben Wetzlarer Zünfte soll das Kunstwerk nach 1520 zur Ehre der Kirchenpatronin Maria in die Kirche gelangt sein. Sieben Engel in der liturgischen Tracht der Diakone umstehen die Himmelskönigin Maria. Von langen Spruchbändern verkünden sie die sieben Wundertaten Christi. Christus selbst erscheint als segnendes Kind auf dem rechten Arm seiner Mutter Maria, die selbst in einer Strahlenglorie auf der Mondsichel stehend dargestellt ist. Mit der Siebenzahl werden zahlreiche christliche Glaubensinhalte symbolisch verknüpft.

Ehemaliges Reichskammergericht

Im Café am Dom befand sich das ehemaligen Reichskammergericht.
1495 waren auf dem Reichstag zu Worms, unter dem deutschen König und späteren Kaiser Maximilian, wichtige Reformen beschlossen worden. Eine der Neuerungen war es, das bislang geltende Fehderecht abzuschaffen. Nach ihm war es bislang möglich gewesen, Rechtsstreitigkeiten auf direktem Wege zwischen den beiden Parteien zu lösen. Dabei war es oft zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen das Recht auf der Seite des Stärkeren gelegen hatte. Diesen Ungerechtigkeiten wollte Maximilian ein Ende setzen und rief auf dem Wormser Reichstag den Ewigen Landfrieden aus. Der machte die Einführung einer neuen Rechtsinstanz nötig, das Reichskammergericht. Und das bot eine, für die damalige Zeit, überaus fortschrittliche Möglichkeit, den sogenannten Untertanenprozess.

"Dass vorm Reichskammergericht ein Untertan gegen seine Obrigkeit klagen kann, das ist ganz, ganz wichtig, denn eine sogenannte Ständegesellschaft, die ist ja durch Ungleichheit bestimmt. Und wenn jetzt einer von einem ganz niedrigen Rang auf gleiche Höhe sich mit einem Fürsten begibt, dann ist das eine ganz besondere Sache.


Mehr Info hier

Am Lotte Haus endete die Stadtführung.

Neben der Ordensherberge und der Zehntscheune wurde als Verwalterhaus der Deutschordensniederlassung in Wetzlar im Jahre 1653 ein drittes Gebäude errichtet. Die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Lottehaus erhielt das Haus in späterer Zeit, nachdem 1863 Wetzlarer Bürger dort eine Gedenkstätte für "Zierelement kleiner roter Pfeil" Charlotte Kestner, geb. Buff, eingerichtet hatten.

Im ehemaligen Verwalterhaus wurde 1753 Charlotte Buff geboren: Sie war die zweitälteste von 16 Kindern, von denen jedoch nur noch 12 lebten, als Goethe am 09.Juni 1772 Hof und Haus betrat.
Johann Wolfgang Goethe lernte Charlotte Buff in seiner Wetzlarer Zeit als Praktikant am Reichskammergericht während der Sommermonate 1772 kennen. Sie inspirierte ihn – als ein Teil des autobiografischen Hintergrunds – zu der Hauptfigur der „Lotte“ in seinem ersten Roman „Die Leiden des jungen Werthers" (1774).

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Rechts die Zehntscheune und link das Lottehaus

Die ehemalige Zehntscheune, erbaut 1530, wurde 1944 durch Bomben zerstört. Hier lagerten Naturalabgaben, vorrangig Getreide. Nach dem Wiederaufbau wurde hier ab 1976 ein kleines Industriemuseum eingerichtet.

Zum Abschluss der Führung hatte unsere hervorragende Stadtführerin "Katja Olbrich" noch eine Überraschung für uns: Jeder von uns bekam noch einen "Werther´s Original" mit auf den Weg.
Noch einmal Danke dafür.

Für den Abschluss des Tages hatte ich Plätze bei dem Italiener "Wirt zum Dom" reserviert.
Ich hoffe ihr wart alle mit dem Essen zufrieden. Bis zum nächsten Mal.

Hans-Rüdiger

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger-lahnelster ***

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