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Das war die Expertensprechstunde mit Dr. Björn Paschen

Das war die Expertensprechstunde mit Dr. Björn Paschen

Dr. Björn Paschen ist Internist, Diabetologe und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Diabetes Schwerpunktpraxis sowie diversen Diabetes Gesellschaften. Im Februar hat er uns in Frankfurt besucht und stand den Mitgliedern von Typ 2-Aktiv in einem Live-Chat Rede und Antwort zum Thema Diabetes.

Eine Stunde lang chatteten die Zuckerschoten mit Dr. Paschen und nutzen die Möglichkeit, ihre persönliche Frage an einen Experten zu stellen. Lies hier eine Auswahl der Fragen und Antworten:

Woran erkenne ich, dass ich evtl. Diabetes habe?

Antwort Dr. Paschen: Symptome des Diabetes können sein: vermehrter Durst/hohe Trinkmenge, häufiges Wasserlassen, vermehrte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, häufige Harnwegsinfekte und Wundheilungsstörungen.

Hallo Herr Dr. Paschen, ich habe seit ca. 10 Jahren Diabetes Typ 2. Eingestellt bin ich gut, mein Hba1c-Wert liegt bei 7,1%. Meine große Sorge ist mein Blutdruck. Im Schnitt 170/70 mm/hg und einen Puls von 60-65/Minute. Ich nehme 4 Sorten gegen den Bluthochdruck. Trotz dieser Tabletten sinkt mein Blutdruck nicht. Kann es an der Diabetes liegen? Am Insulin? Morgens spritze ich 44 Einheiten Basalinsulin und meistens dreimal täglich 12-16 Einheiten schnell wirkendes Insulin. Freue mich über eine Antwort. Ach ja.. ich bin 67 Jahre alt, 185 cm groß und wiege 103 kg.

Antwort Dr. Paschen: Der Diabetes und die Insulintherapie sind nicht die Ursache für die weiterhin bestehenden hohen Blutdruckwerte. Zusätzlich zu der medikamentösen Therapie kann sich eine Gewichtsreduktion positiv auf den Blutdruck auswirken.

Ich bin schon seit vielen Jahren Diabetiker und spritze täglich 3 Mal Liprolog in den Bauch. Seit einigen Wochen habe ich das Messsystem Freestyle Libre und schätze das sehr. Nun habe ich festgestellt, dass das Insulin öfters nicht wirkt und ich nachspritzen muss. Ich frage mich, ob es daran liegt wo ich steche. Oder soll ich auf ein anderes Insulin umstellen? Besten Dank für Ihre Nachricht.

Antwort Dr. Paschen: Ja, es kann auch an der Injektionsstelle liegen, diese sollten regelmäßig gewechselt werden. Zeigen Sie gern Ihrem Diabetologen zur weiteren Beurteilung Ihre Spritzstellen.

Welche Alternative gibt es zu Metformin?

Antwort Dr. Paschen: Metformin ist das Medikament der ersten Wahl, bei einer Unverträglichkeit kommen auch SGLT2-Hemmer, DPP4-Hemmer, GLP1-Analoga oder Sulfonylharnstoffe in Frage.

Wie komme ich am besten wieder von den Diabetes-Werten runter ohne Tabletten zu nehmen? Habe Diabetes Typ 2.

Antwort Dr. Paschen: Der erste Schritt bei der Behandlung der Diabetes ist eine Diabetes-Schulung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion durch Ernährungsumstellung und vermehrter körperlicher Aktivität.

Wie wirkt es sich aus, wenn ich am späteren Abend Rotwein trinke oder gar einen Schnaps. Dann müsste die Leber doch gehindert sein, Zucker zu produzieren weil sie vorrangig erst den Alkohol abbauen muss. Mein Diabetologe meinte, das sei für ihn kein Therapieansatz,..... aber: Liege nicht richtig mit der Denkweise?

Antwort Dr. Paschen: Ihr Diabetologe hat Recht, Rotwein oder Schnaps ist keine Lösung. Aber richtig, in der Tat, die Leber kann nur eins von beidem, Zucker produzieren oder Gift abbauen und sie wird sich immer erst für das zweite entscheiden. Deshalb kann es auch bei Diabetikern unter Medikamenteneinnahme (z.B. Insulin) bei vermehrtem Alkoholkonsum zu Unterzuckerung kommen.

Ich muss dreimal am Tag 30 Einheiten spitzen. Manchmal habe ich nur einen Blutzuckerwert von 6,7. Kann ich die Dosierung auslassen oder nur weniger spritzen? Vielen Dank.

Antwort Dr. Paschen: Der erreichte Blutzucker von 6,7 mmol/l ist ein guter Wert, weil die gespritzte Insulinmenge von 30 Einheiten genau gepasst hat. Eine Reduktion oder das Weglassen vom Insulin würde zu deutlich erhöhten Zuckerwerten führen und ist somit nicht zu empfehlen.

Ich bin bei einem Internisten in Behandlung, alle 3 Monate Blutcheck. Bei Einnahme von tgl. 2 Metformin 850 mg (verteilt auf morgens und abends) mit immer dem gleichem Ergebnis: 6,0 Langzeitwert. Ist es Ihrer Meinung wichtig, dass ich mich von einem Diabetologen behandeln lasse? Würde auch gerne mehr über Ernährung und die Krankheit allgemein wissen. Grüße und Danke.

Antwort Dr. Paschen: Mit einem HbA1c von 6% sind Sie unter der Medikation mit Metformin 850 1-0-1 sehr gut eingestellt. Der erste Behandlungsschritt des Diabetes sieht auch eine Diabetikerschulung vor. Gerade wenn Sie mehr über Ernährung und den Diabetes erfahren möchten, sollten Sie an so einer Schulung teilnehmen. Die umfangreichen verhaltensorientierten Diabetikerschulungen (Medias 2-Schulung) wird jedoch nur von Diabetologischen Schwerpunktpraxen angeboten. Fragen Sie doch mal ihren Internisten ob er Sie nicht zu so einer Schulung an eine Schwerpunktpraxis überweisen kann.

Vielen Dank noch einmal an Dr. Paschen und auch an alle Teilnehmer für diese interessante Expertensprechstunde!



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