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Eine Maus im Haus

Also ehrlich gesagt verstehe ich ja immer noch nicht, wieso erwachsene Menschen Angst vor kleinen Mäusen haben, das sind doch possierliche Tierchen!

Die Mutter einer Freundin war so panisch veranlagt, dass sie auf Stühle und Bänke hüpfte, wenn sie nur so ein kleines Mäuschen sah. „Hilfe – eine Maus!!“ Auch die Geschichte, dass Elefanten Angst vor Mäusen haben ist erfunden und wurde widerlegt.

Allerdings sind die kleinen Biester auch ganz schön mutig. Ein Bekannter wollte mal eine mit der bloßen Hand fangen und sie hat sich richtig darin festgebissen. Das musste genäht werden, tat höllisch weh, und das macht er sicher nicht noch einmal.

Ich wohnte mit meinen Kindern in einer alten, liebevoll renovierten Kate auf dem Land. Da meine beiden Ableger die oberen beiden Räume beschlagnahmt hatten, schlief ich im Wohnzimmer in einem Schrankbett, das klappte prima und fiel überhaupt nicht auf. Nun bin ich ein Mensch, der keine Angst kennt. Wenn ich also abends draußen Geräusche hörte ging ich an die Tür und fragte: „Ist da jemand?“ Eines Abends, ich freute mich nach einem arbeitsreichen Tag auf einen angenehmen und erholsamen Schlaf, hörte ich ein Geräusch, das ich nicht zuordnen konnte. Und das machte mich nervös. Also stand ich auf, setzte mich auf das Sofa und wartete ab, ob ich das Geräusch lokalisieren konnte. Eine Weile passierte gar nichts, ich saß da ganz still und starrte auf die mir gegenüberstehende Schrankwand (hatte man damals – 3 m lang, 2 m hoch, Teak oder Eiche – was sich heute niemand mehr antut, aber es war ja modern.)

So. Und dann...

...war da plötzlich ein kleines Mäuschen, setzte sich auf die Hinterpfötchen und fing an, sich in aller Gemütsruhe zu putzen. Die Vorderpfötchen gingen über Schnäuzchen und Bart, über die Ohren und die niedlichen braunen Knopfaugen. Sie schien überhaupt keine Angst zu haben. Als die Reinigungszeremonie beendet war huschte sie wieder hinter den Schrank.

Nun war meine Neugier erst mal befriedigt, ich wusste woher das Geräusch kam, dass ich im Moment nichts dagegen tun konnte und verbrachte noch eine ruhige Nacht. Später stellte ich dann fest, dass die kleinen Biester mir in die Rückwand des Schrankes ein Loch gefressen hatten. Daher auch das Geräusch. Sie hatten aber Pech gehabt und das falsche Fach erwischt, denn da war nur Geschirr drin. Hätten sie eine Etage höher geknabbert, wären Handtücher und Topflappen sicherlich für einen Nestbau nützlich gewesen. Tja – Pech gehabt. Immerhin stellte ich ja fest, dass ich noch „alle Tassen im Schrank“ hatte.

Eine Woche später hatten wir eine Katze. Und seitdem nie wieder nächtliche Kratzgeräusche und nie wieder Löcher in der Schrankwand!

Aber das niedliche, sich putzende Mäuschen habe ich immer noch vor Augen.

Autor: Ritterbraut

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