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Der blaue Zaubervogel

Mitten in der Nacht wachte ich durch ein ungewöhnliches Geräusch auf. Als ich die Augen öffnete, war das ganze Zimmer von einem seltsamen blauen Licht durchflutet. Ich erinnerte mich, dass ich kurz vor dem Zubettgehen das Fenster geschlossen hatte. Ich stand auf und sah auf einmal am Fußende des Bettes einen Vogel sitzen, von so unglaublich blauer, schimmernder Farbe, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Er musste durch das geöffnete Fenster hereingekommen sein und konnte nun nicht mehr fort.

Schlagartig erinnerte ich mich an die Geschichte von dem „blauen Zaubervogel“, die meine Großmutter mir immer erzählt hat: Wer es schafft, irgendetwas von diesem Vogel zu berühren, hat sein Leben lang Glück. Mit einem Satz war ich aus dem Bett und versuchte alles, den Vogel zu fangen oder ihn zumindest zu berühren.

Aber alle meine Bemühungen waren vergebens. Völlig erschöpft setzte ich mich auf die Bettkante und sah ihm zu. Er saß auf der Gardinenstange, sein wunderschönes blaues Gefieder glänzte und seine Augen sahen mich traurig an, als wollten sie sagen: “Lass mich bitte frei“.

In diesem Moment erfasste mich grenzenloses Mitleid mit der kleinen Kreatur und ich wusste genau, dass er nur in Freiheit überleben kann. Als mir das so schlagartig klar wurde, stand ich auf und öffnete weit das Fenster. Ich sah zu ihm empor und hatte das Gefühl ein Leuchten in seinen Augen zu sehen. Wie zu einem Abschiedsgruß, flog er noch eine Runde durch das Zimmer und verschwand dann lautlos aus dem Fenster und aus meinen Augen.
Traurig setzte ich mich wieder auf mein Bett. Ich hatte das Glück praktisch in Händen gehalten und es trotzdem gehen lassen!

Als ich mich umschaute, hatte ich immer noch das Gefühl, diesen merkwürdigen, unwirklichen blauen Glanz im Raum zu spüren. Zu gerne hätte ich diesen wunderschönen kleinen blauen Vogel behalten, war mir aber sicher, das Richtige getan zu haben und legte mich schlafen. In meinen Träumen nahm er mich mit auf seine Reise und es war ein richtig kleines Abenteuer. Als ich die Augen öffnete, war ich traurig, ihn verloren zu haben und hätte gerne weiter geträumt. Doch als ich in meine Pantoffeln schlüpfen wollte, lag dort eine kleine blaue Feder, die mit ihrem unwirklich scheinenden Licht den Raum erhellte.

Ein Dankeschön für die Freiheit?

Zart strich ich mit den Fingern darüber und murmelte – noch nicht ganz wach – „viel Glück mein kleiner Zaubervogel“.

Ich habe dieses Andenken gut aufgehoben und seither gelingt mir eigentlich alles, was ich beginne. Ob doch etwas Wahres an dem Märchen ist? Jetzt schenke ich sie meinem Enkelkind und hoffe, dass das Glück sich überträgt.

Ein Märchen, oder? Aber Glaube versetzt Berge!

Autor: Ritterbraut

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