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Wie verarbeite ich die Diagnose Alzheimer?

Hilfreiche Vorbereitungen und Einstellungen für das Leben mit Alzheimer

Als häufigste Form der Demenz stellt die Alzheimer-Krankheit eine derzeit nicht heilbare hirnorganische Erkrankung dar.
Überwiegend altersbedingt kommt es dabei zu einem fortschreitenden Funktionsausfall von Nervenzellen, wodurch die Hirnleistungsfähigkeit zunehmend eingeschränkt wird.
Nahestehende Personen können sich besser auf diese Veränderungen einstellen, wenn sie darüber informiert und darauf vorbereitet sind.
Dadurch kommt es seltener zu Missverständnissen bei vergessenen Verabredungen.

Zu den Symptomen im Alltagsverhalten zählen häufiges Vergessen von Namen oder Telefonnummern oder das Verlegen wichtiger Gegenstände wie Geldbörse, Schlüssel oder Brille. Vielfach können Vorsorgemaßnahmen zur Linderung der Krankheitsauswirkungen getroffen werden. Neben der verständnisvollen Hilfe durch andere Menschen können auch die Betroffenen der Krankheit durch hilfreiche Aktivitäten begegnen. Soziale Kontakte sollten dazu nach Möglichkeit aufrechterhalten werden, um nicht isoliert zu werden.
Ein offener Umgang mit der Erkrankung bewirkt dabei mehr Chancen als Risiken. Ungewohntes, seltsames Verhalten könnte ansonsten falsch interpretiert werden.

Vielfach sind die Reaktionen informierter Menschen verständnisvoll und ermutigend. Zu Beginn der Erkrankung sollten lang gehegte Wünsche wie Hobbys oder Reisen nach Möglichkeit erfüllt werden. Der schlechteste Standpunkt als Reaktion auf die Mitteilung über eine Alzheimer-Erkrankung ist Passivität und Resignation. Daher sollten bisherige Gewohnheiten und Aufgaben beibehalten werden. Zur unterstützenden Regelung von Aktivitäten dient ein Tages- und Wochenplan. Dadurch erhält der Alltag Sicherheit. Alle festen Termine können darin eingetragen werden.

Frau mit beiden Händen an den Schläfen

Kleine Hilfen und große Wirkung

2 Hände aufeinander

Kleine Gedächtnisstützen können vor Vergesslichkeit und Gefahren schützen. Sichtbar an der passenden Stelle angebrachte selbstklebende Hinweisschilder wie „Ist der Ofen aus“ oder „Vor dem Verlassen der Wohnung Schlüssel mitnehmen“ können wertvoll sein. Bevor Brillen oder Schlüssel nur noch zufällig gefunden werden, empfiehlt sich hierfür ein fester Ablageplatz.
Damit Orientierungsstörungen im Nahbereich nicht zu einem unüberwindbaren Problem werden können, lohnt sich die Mitnahme eines Handys. Die Frage der Sicherheit ist von besonderer Bedeutung. Eine Rückversicherung gegen verlorene Haustürschlüssel kann der Ersatzschlüssel beim Nachbarn sein.


Das Aussortieren nicht mehr benutzter Gegenstände wie Schuhe und Kleidung aus Schränken dient einer wohltuenden Übersicht und verhindert ständiges übermäßiges suchen. Die Erfahrungen anderer Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, können von praktischem Nutzen sein. Ein solcher Austausch findet unter anderem in Selbsthilfegruppen statt.
Falls es die persönliche Verfassung zulässt: Regelmäßige Aktivitäten wie Spazierengehen, Tanzen, Walken oder Gymnastik durchführen. Dadurch wird die Durchblutung des Gehirns gefördert.

Unterstützung durch Ärzte und Institutionen

Pflegerin und Mann

Ein Beratungsgespräch mit einem erfahrenen Fachmann kann möglichst im Beisein von Angehörigen interessante Hinweise zur Krankheitseinstellung und möglichen Vorsorgemaßnahmen liefern. Zur Beantwortung von individuellen Fragen zur Sicherheit ist auch ein Kontakt zur Alzheimer-Gesellschaft sinnvoll. Mit der immer stärkeren Beeinträchtigung der Gehirnfunktion lässt auch die allgemeine Aufmerksamkeit nach. Besondere Gefahrenstellen in der Wohnung sollten daher vermieden werden. Dazu zählen:


  • Unzureichende Beleuchtungsverhältnisse

  • Über den Boden verlaufende, unbefestigte Elektrokabel

  • Hochstehende Teppichkanten

  • Rutschige Bodenbeläge

  • Schlecht erkennbare Glastüren und Absätze

  • Fehlende Treppengeländer

Arzt und Frau

Ein Gedächtnistraining für Senioren unter Anleitung kann dabei hilfreich sein, den Auswirkungen der Erkrankung entgegenzuwirken. Um Gefahren im Alltag zu reduzieren, sind technische Hilfen wie Feuermelder, automatisch abschaltende Bügeleisen und spezielle Herdsicherungen verfügbar. Größere Reisen sollten nicht alleine durchgeführt werden, sondern in Begleitung nahestehender Menschen. Die Verordnung der richtigen Medikamente ist Aufgabe des Facharztes oder Hausarztes. Bei fortgeschrittener Erkrankung bietet ein einfach bedienbarer Hausnotruf einer karitativen Einrichtung Hilfe für Notfälle. Durch ambulante Pflegediente kann in dieser Phase der Krankheitsentwicklung eine Betreuung rund um die Uhr durchgeführt werden. Es sollte Zeit zur Klärung und Regelung wichtiger Zukunftsfragen genutzt werden. Dazu zählen auch Vollmachten.

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