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Beschäftigung und Alltagsgestaltung mit Demenzkranken

Singen und Musizieren zählt zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Dabei ist Musik nicht nur Hörgenuss, Musik trägt zur Entspannung und zum Wohlbefinden bei. Singen, klatschen und bewegen sind den Menschen angeboren und beeinflussen positiv kognitive, psychische und motorische Fähigkeiten. Musikalische Beschäftigungsangebote können daher für demenzkranke Menschen eine Bereicherung im Alltags sein.

Vielleicht werden bei der einstigen leidenschaftlichen Klavierspielerin durch ihr eigenes oder gehörtes Klavierspiel schöne Erinnerungen wach. Dem Blasmusiker ist vielleicht im alltäglichen Leben seine Krankheit anzumerken, hat er aber eine Trompete in der Hand, spielt er eine Melodie, die er von früheren Zeiten kennt. Singstunden zu festen Zeiten mit bekannten Volksliedern lassen möglicherweise die Lethargie des dementiell Erkrankten weichen, während gleichzeitig das Gemeinschaftserlebnis gestärkt wird. Hände sind ein wichtiges Instrument zur Körperwahrnehmung. Rhythmisches Klatschen und Schunkeln zur Musik oder Begleitung mit einer Rassel unterstützen nebenbei den natürlichen Bewegungsdrang der Hände.

Beschäftigung mit Materialien und Werkzeug

Seniorin und Enkelin beim Stricken

Die Beschäftigung mit Materialien oder Werkzeug kann einen unruhigen Geist besänftigen und sich positiv auf dem Demenzkranken auswirken. Hat die Patientin oder der Patient Schwierigkeiten mit dem Umgang von Nadel und Faden, eignet sich Wolle aufwickeln als Alternative. Papier reißen oder schneiden regt genauso die Sinne an wie ein Stück Holz mit Schleifpapier bearbeiten.

Hauswirtschaftlicher Bereich

Auch im hauswirtschaftlichen Bereich ergeben sich sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten. Mithilfe beim Kochen wie Salat putzen, Kartoffeln schälen oder Gemüse schneiden sind für einstige Hausfrauen oder -männer sinnesanregende Beschäftigungen und lassen sich leicht in den Alltag einbauen. Auch beim Backen sind einfache Hilfstätigkeiten, wie Teig rühren oder kneten unter Aufsicht, sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten. Beim Wäsche zusammenfalten oder Socken sortieren wird die Patientin oder der Patient in seiner Denkfähigkeit sowie in seiner Motorik gefördert. Spülen und abtrocknen sind den meisten Demenz-Patienten eine vertraute Tätigkeit und eignen sich als tägliche Beschäftigungsmöglichkeiten.

Spiele und Kreativität

Senior und Enkel puzzeln

Spiele können ein unruhigen Geist beschäftigen und vielleicht sogar Erinnerungen wachrufen. Geeignet sind einfache Gesellschaftsspiele, die bereits früher gespielt wurden, wie beispielsweise Mensch ärgere dich nicht, Mühle, Dame oder Halma. Auch Karten- oder Würfelspiele sind ideal. Einfache Ratespiele wie "Wer bin ich" eignen sich für spontane Spielrunden zwischendurch. Vielleicht wird beim einen oder anderen sogar der Ehrgeiz zum Gewinnen geweckt. Wichtig bei Spielen ist, dass die Figuren gut greifbar und die Spielkarten gut leserlich sind. Auch Malen, wie Leinwände bemalen oder Basteln, vor allem nach Jahreszeiten, regen die Sinne an und schaffen Verbindungen zur Vergangenheit.

Sinneserfahrung

Bei dementen Menschen lassen die Sinne zunehmend nach und sie verlieren an Körperwahrnehmung. Dies kann Angst hervorrufen. Da der taktile Sinn meist noch am empfänglichsten ist, gilt es, diesen zu stimulieren. Dies kann mit Bürsten, Schwämmen, einem Igelball, einem Kirschkernsäckchen, Wolle oder einem rauen Handtuch sein - was eben so im Haushalt zu finden ist. Ob über den Handrücken, die Handfläche, über den Arm streichen oder in die Hand geben, sollte je nach Vorliebe gestaltet werden.

Aktivierungskiste

Kiste mit Erinnerungen

Einen Schuhkarton mit Materialien befüllen, die einst im Leben des Demenzkranken eine Rolle gespielt haben: Beim Büroangestellten könnte das ein Kugelschreiber, Büroklammern, ein Schreibblock oder ein Radiergummi sein. Beim ehemaligen Handwerker kommen Hammer, Schrauben oder ein Meterstab in die Kiste. Bei der Hausfrau oder der Köchin könnte das ein Schneebesen, Kochlöffel oder eine Rührschüssel sein. Auch Notenblätter, Rassel, Taschenrechner, Schallplatten, Babyschuhe und vieles mehr sind nur einige der Beispiele, die in eine Aktivierungskiste gefüllt werden können. Der Patient bekommt die Kiste täglich für zehn Minuten auf den Schoß und darf den Inhalt in die Hand nehmen. Vielleicht erzählt er etwas darüber. Möglicherweise erinnert er sich - dank des Meterstabs - wie er vor Jahren ein Regal gebaut hat.

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