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15.02.2019 Wir besuchten die St. Martin Ausstellung

Die vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis geschaffene Wanderausstellung fand derzeit in Dieburg statt und so nahmen wir die Gelegenheit wahr uns hier näher zu informieren. Der Lebensweg des Heiligen Martin ist dabei auf 28 Tafeln dargestellt und zeigt die wichtigsten Sationen seines Lebens, verbunden mit Erklärungen zur Herkunft von Bräuchen und Traditionen. Doch auch Vitrinen mit entsprechenden Symbolen zeigen weitere Einzelheiten zu diesem Thema.

Unter dem Titel: „St. Martin war ein guter Mann“ zeigte das Museum Schloss Fechenbach in Dieburg diese interessante Sonderausstellung über den jedem Kind bereits zu Schulzeiten bekannt gemachten Heiligen. Empfangen und geführt wurden wir von der Archäologin Hannelore Stuckert, die uns mit enormen Wissen vom Leben des St. Martin berichtete.

Schon in der Schule lernte man zudem Lieder, wie etwa dieses:

„Ich geh' mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Der Hahn, der kräht, die Katz' miaut, Rabimmel, Rabammel, Rabumm“.

Doch warum zeigt das Museum in Dieburg eine Ausstellung über St. Martin? Die Stadt Dieburg gehörte von 1268 bis 1803 zum Bistum Kurmainz, dessen Schutzheiliger Martin war. Bereits auf den ältesten bekannten Siegeln ist er zu sehen und auf Dieburgs Stadtwappen ist die Mantelteilung dargestellt. Doch woher weiß man so viel über den Heiligen Martin? Das Wissen stammt aus einer Biografie, die vom aquitanischen Aristokrat Sulpicius Severus angefertigt wurde.

Selbst dieses vergoldete Service ist mit dem Dieburger St. Martin Emblem bestückt. Und so manches andere Exponat ist im Museum zu sehen.

Der eigentlicher Name von St. Martin war Martin von Tours. Er wurde im Jahr 316 oder 317 in Savaria geboren, in einer römischen Stadt, die im heutigen Westungarn lag. Sein Vater war in höheren Rang beim Militär und er verlangte, dass auch sein Sohn – gegen seinen Willen - diese Laufbahn einschlug. Bereits mit 15 Jahren gehörte er dann zur Leibwache des Kaisers Konstantin II.

So sagt weiterhin die Legende und so kennen wir das auch: Mit 17 Jahren diente Martin in Amiens im Norden des heutigen Frankreich, als er an einem sehr kalten Tag einen Bettler traf, der als Kleidung nur ein paar Lumpen besaß. Er sprach Martin um Hilfe an. Martin hatte aber nur seine Waffen dabei und einen Mantel an. Kurz entschlossen nahm er sein Schwert, trennte seinen Mantel in zwei Teile und gab eine Hälfte dem Bettler. Doch warum gab er ihm nur eine Hälfte des Mantels? Nun – 50 % des Besitzes damaliger dem Kaiser unterstellten Soldaten gehörte dem Kaiser. Hätte St. Martin den ganzen Mantel verschenkt, hätte er sich strafbar gemacht.

Das nachfolgende Bild ist bei wikipedia erschienen und zeigt ein Gemälde, das in der National Gallery of Art in Washington D.C. ausgestellt ist. Es wurde zwischen 1597 und 1599 vom griechichen Maler El Creco erschaffen.

Wie berichtet wird, hatte Martin in der folgenden Nacht einen Traum: Vor ihm erschien Jesus, der mit dem halben Mantel bekleidet war, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Dies, so berichtet die Legende weiter, beeindruckte Martin so sehr, dass er sich taufen ließ.

Diese Geschichte ist ein Grund dafür, dass Martin heute noch als Beispiel steht für seinen Nächsten zu lieben, wie sich selbst.

Martin verließ im Jahr 356 den Dienst beim Kaiser um Missionar und danach Priester zu werden. Er gründete ein Kloster und lebte ein frommes Büßer-Leben und man erzählte sich von Martins vielen Wundertaten. So heilte er Menschen von vielerlei Gebrechen und obwohl er einen Diener hatte putze nicht der die Schuhe seines Herrn, sondern umgekehrt.

Das alles beeindruckte die Bürgerinnen und Bürger so sehr, dass sie ihn zum Nachfolger des Bischofs von Tours wählen wollten. Hierzu aber fühlte er sich zu bescheiden und er verspürte auch Angst vor der Verantwortung. So versteckte er sich in einem Gänsestall. Die Gänse aber fühlten sich gestört. Sie schnatterten so laut, dass Martin schnell entdeckt wurde.

Am 04. Juli 372 wurde Martin dann doch zum Bischof geweiht. Dies geschah im französischen Ort Tours, das als heutige Universitätsstadt noch immer zwischen den Flüssen Cher und Loire angesiedelt ist. Auch als Bischof blieb er seinem einfachen Mönchsleben treu und lebte weiterhin in seinem Kloster an der Loire, wo auch christliche Missionare ausgebildet wurden.

Nun wird auch klar, woher der Brauch der Martinsgans entstand: Quasi als „Strafe“ werden am Gedenktag des Martin Gänse zum Essen aufgetischt. Dabei scheint es unerheblich zu sein, dass die Strafe an den heutigen Gänsen ausgelassen wird.

Im Mittelalter mussten die Bauern ihrem Herrn zwei Mal im Jahr, nämlich im Frühjahr und im Herbst Zinsen und Pacht bezahlen. Auch wurden Verträge neu geschlossen, oder vorhandene erneuert, oder auch aufgelöst. Das Bezahlen aber geschah meistens durch die Anlieferung von Naturalien. Der 11. November erscheint in alten Urkunden immer wieder als Zahltag, wonach das Geschäftsjahr von St. Martin bis zu St. Martin im nächsten Jahr dauerte. Danach begann eine 40 tägige Fastenzeit und so nahm man die Gelegenheit wahr, sich noch einmal richtig satt zu essen.

Zum Gedenken an den heiligen Sankt Martin ziehen Kinder alljährlich am 11. November mit Laternen durch die Gemeinde. Oftmals werden sie von einem Reiter mit einem prachtvollen roten Mantel begleidet, der an den heiligen Sankt Martin erinnern soll. Ihm zu Ehren wird auch das Martinsfest gefeiert.

Dabei heißt der 11. Novemer bei uns Martinstag. In anderen Gegenden wird auch von Martini gesprochen, wobei hier wie dort vor dem Umzug oft eine Martinsspiel aufgeführt wird. Nach dem Umzug wird häufig ein Stutenkerl verzehrt, was einem Gebäck aus Hefeteig mit Rosinen in Form eines stilisierten Mannes entspricht.

Ich fand im Internet eine nette YouTube Geschichte, veröffentlich vom WDR am 07.11.2014, die das Leben des St. Martin leicht und locker wieder gibt.

Das Leben des St. Martin

Hier Link zu den Filmen anklicken

St. Martin starb im Alter von 81 Jahren und zwar am 08. November 397 während eines Besuchs in Candes, einer französischen Gemeinde im heutigen Département Indre-et-Loire, die damals zu seinem Bistum gehörte. Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt, denn schon damals - und das bis heute - genoss und geniest St. Martin eine große Anerkennung.

Seinen Gebeinen aber ging es nicht ganz so gut. Rivalisierende Christengruppen kämpften um sie. Kaiser, wie Karl der Große, nahmen die Gebeine mit auf ihren Feldzügen und die Hugenotten, die für den Übertritt zur evangelischen Kirche kämpften, zerstörten die Gebeine schließlich.

Das alles aber änderte und ändert nichts an der Tatsache, dass St. Martin noch heute als Namensgeber vieler katholischer Gotteshäuser steht und seine Güte und Hilfsbereitschaft sprichwörtlich geworden ist. So wurde der Dom zu Mainz bereits im 11. Jahrhundert nach St. Martin geweiht.

Hier noch einen kleinen Hinweis: Wenn man die seitlich gestellten Bilder mit der linken Maustaste anklickt, dann erscheinen sie größer und können besser angeschaut werden.

Noch einmal bedanken wir uns bei Frau Stuckert für die hervorragenden Informationen und beim Museum Schloss Fechenbach für die immer wieder interessanten Austellungen.

Bericht und Bilder: 1 x wikipedia, 1 x Schloss Fechenbach, alle anderen Richard (rikue)

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