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18.05.2016 Wir besuchten die Sonnenuhrgemeinde Birkenau

Die Gemeinde Birkenau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und glänzt mit derzeit circa 130 Sonnenuhren, die heutzutage als Schmuck und geräuschlose Zeitmesser an Häusern, in Gärten und in Parks dienen und den Betrachter erfreuen. Dies allerdings war mit Sonnenuhren nicht immer so.

Schon vor Jahrtausenden erkannten die Menschen, dass sich die Längen ihrer Schatten im Laufe des Tages veränderten. Zur Mittagszeit waren die Schatten am kürzesten. Recht bald wurde klar, dass die Zeit mit Hilfe der Sonne ermittelt werden konnte, worauf die Entwicklung der Sonnenuhren folgte. Man vermutet, dass bereits zum BAU der Pyramiden Sonnenuhren bekannt waren, denn mit ihnen kann man auch bestimmen, um wie viel Grad ein Bauwerk von einer gedachten rechtwinkligen Linie abweicht. Der Schattenwurf der Sonnenuhr ist nämlich, je nachdem wo sie aufgestellt ist, in jedem Jahr und zur gleichen Uhrzeit gleich.

Seit dem 15. Jahrhundert werden Sonnenuhren gewerbsmäßig hergestellt, die Jahrhunderte lang so gebaut wurden, dass man heute sagen muss: Es handelte sich um Uhren, die nur die Winterzeit anzeigen, denn die Sommerzeit wurde ja erstmals am 30. April 1916 im Deutschen Reich und in Österreich/Ungarn eingeführt. Danach ging es von Land zu Land auf und ab, bis 1996 die unterschiedlichsten Zeitregeln in der Europäischen Union vereinheitlicht wurden. Seitdem aber werden auch Sonnenuhren gebaut, die sowohl Sommer-, als auch Winterzeit anzeigen.

Lange schon dienten Sonnenuhren zur Zeitermittlung und als es bereits mechanische Uhren gab konnten die Sonnenuhren zur Mittagsstunde zum Justieren der mechanischen Uhren herangezogen werden.

Um nun hierzu mehr zu erfahren und auch die schönsten Sonnenuhren zu finden baten wir Herrn Adolf Frei um eine Führung in dieser schönen Gemeinde. Seine enorme Fachkenntnis und seine Freude an der Weitergabe seines Wissens bescherte uns vielfältige Informationen, die hier zwar einfließen, aber dennoch nicht so gut wieder gegeben werden können. Anhand eines mobilen Sonnenuhrenmodells einer Äquatorialuhr vermittelte er uns die ersten Kenntnisse.

In Birkenau entstand die erste Sonnenuhr um 1950 herum, als der Birkenauer Regierungsbaumeister a. D., Otto Seile, die Südwand seines Hauses mit einer vertikalen Sonnenuhr verzierte. In den Folgejahren baute er noch weitere 52 Sonnenuhren. Nach seinem Tod fanden sich andere, die erfreut diese Tradition fort setzten und so kommt es, dass auch der vor 2 Jahren gegründete Sonnenuhrenverein Birkenau immer wieder Sonnenuhren baut und damit Hauswände verziert.

Nun ist ja der Spruch bekannt: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit´ren Stunden nur“, was schon dadurch
stimmt, dass die Sonnenuhr eben nur dann die Zeit anzeigen kann, wenn die Sonne einen Schatten durch den Schattenstab auf die Stundenskala wirft und das ist alleine schon bei Dunkelheit unmöglich.

Auch das ist eine Winterzeituhr, wobei der oben angeordnete Schattenstab den Schatten auf 9:00 Uhr warf, als wir um 10:00 Uhr hier vorbei kamen.

Herr Frei ist Mitglied im Birkenauer Sonnuhrenverein. Hier will man mit den Sonnenuhren in Birkenau in das Guinness-Buch der Rekorde, weswegen man tapfer weitere Sonnenuhren baut, bis 150 Stück vorhanden sind. Auch Herr Frei baut fleißig weiter und das ist die neueste Sonnenuhr aus mattiertem Edelstahl, wobei die römischen Zahlen per Laser ausgeschnitten wurden.

Sonnenuhren werden in den unterschiedlichsten Ausführungen und mit unterschiedlichen Materialien gebaut, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen:

Der als Sonnenuhr gefertigte Birkenauer Wappen stilisiert einen Birkenbaum mit einer Mauerklammer drum herum, was die Verbundenheit der Gemeindeteile links und rechts der Weschnitz darstellen soll.

Und nun sahen wir noch eine Besonderheit, nämlich eine Bernhardt´sche Präzisions-Sonnenuhr, bei der an Stelle eines Schattenstabs eine Walze angeordnet ist. Der Schattenwurf dieser Walze zeigt die Zeit minutengenau an. Durch einen Wechsel der Walze kann die Uhr von Sommer- auf Winterzeit gestellt werden. Sie kann auf Grund ihrer Konstruktion als äußerst modern bezeichnet werden.

Herr Frei zeigte uns aber neben noch vielen weiteren Sonnenuhren auch die in der Gemeinde noch vorhandene Elle (die Leiste oberhalb des Briefkastens), angebracht an der Tür des von 1552 ältesten Rathauses in der Umgebung ….

… und den Pranger aus vergangener Zeit sowie die Reste eines Galgens.

Und noch ein letztes Mal konnten wir eine frei aufgestellte Sonnenuhr bewundern. Dem Verein und besonders Herrn Frei gebührt für diesen schönen Tag unser aller Dank.

Nach so viel Sehenswertem und den guten Informationen des Herrn Frei wurden wir inzwischen hungrig. Deswegen trafen wir uns im Gasthof Zum Engel, wo wir hervorragend speisen konnten. Danach zog es uns nach Birkenau – Hornbach, wo sich auf rund 1.000 m² eine traditionsreiche Orchideengärtnerei befindet. Farbenprächtigste Orchideen, exotische Papageien und Äffchen können besichtigt werden. Wir erlebten zudem einen Infovortrag über die Zucht und Pflege von Orchideen und konnten danach in gemütlicher Atmosphäre je nach Wunsch Kaffee-, Eis- und selbst gemachte Kuchenspezialitäten genießen.


Bericht (rikue)
Bilder: 1 x Homepage Birkenau ( Bi Home 01), alle anderen rikue (Bi RK)

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