Neu hier? Werde gleich Mitglied! Lies hier über die Vorteile.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Reha-Maßnahme beantragen

Reha-Maßnahme beantragen

„Ich wachte eines Nachts auf und hatte akute Atemnot. Weil ich so etwas noch nie hatte, war ich voll panischer Todesangst. Ich riss das Fenster auf und schrie laut und lange hinaus. Danach versuchte ich wieder einzuatmen, was mir unter großen Krämpfen auch gelang. Ich fuhr morgens sofort zu meinem Hausarzt, der mich an einen Lungenarzt überwies. Dort fuhr ich auch sofort hin, ohne Termin, als Notfall. Alle möglichen Tests wurden durchgeführt und ich erhielt ein Rezept für Notfallmedizin. Der Lungenarzt sagte mir, eine Kur wäre unwahrscheinlich, man bekäme kaum noch Zusagen. Das war mir aber nicht genug, so dass ich sofort zu meiner Krankenkasse weiterfuhr. Das, was sonst der Arzt erledigt, habe ich sofort selbst erledigt: einen Antrag gestellt, um einen Antrag zu bekommen und per Fax verschickt. Der kam umgehend mit dem Antragsformular zurück, das wir ausfüllten. Jetzt fehlte nur noch der Bericht meines Hausarztes und des Lungenarztes. Das hat meine Krankenkasse telefonisch angefordert und am nächsten Tag erhalten. Das wurde zusammen an die bundesweite Zentrale gefaxt, und vier Tage später hatte ich schon die Zusage, den Namen des Kurortes und der Kurklinik. Ich bin dann sofort losgefahren, mein Gepäck kam dann erst zwei Tage später.“

Birgits Hartnäckigkeit hat sich gelohnt. In der Regel dauert die Antragsphase wesentlich länger, und nicht immer wird ein stationärer Reha-Aufenthalt genehmigt. So geht es der 52-jährigen Gudrun, die unter COPD, Stufe 4 leidet und deswegen seit 2006 Frührentnerin ist. Sie hat bisher zwei Reha-Aufenthalte bewilligt bekommen, 2006 und 2010. Im letzten Jahr hat sie einen weiteren Antrag gestellt, der aber abgelehnt wurde, derzeit läuft ein neuer Antrag. „Meine Krankenkasse argumentiert, dass eine Reha nur dann sinnvoll ist, wenn danach eine deutliche Besserung eintritt. Aber ich habe COPD, Stufe 4, da wird sich nicht viel bessern. Doch möchte ich möglichst lange allein leben können. Dabei war ich durch die Reha viel motivierter, mit meiner COPD zu leben.“

Jürgen Frischmann
Jürgen Frischmann ist ehrenamtlich bei der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V., Ortsverband Wiesbaden, tätig.

„Das Gesetz sagt: Reha geht vor Pflege“, meint dazu Jürgen Frischmann, der ehrenamtlich bei der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V., Ortsverband Wiesbaden, tätig ist und regelmäßig Vorträge zum Thema „Reha bei COPD“ hält. Der 51-jährige ehemalige Triathlon-Sportler leidet ebenfalls unter COPD, Stufe 4, ist noch berufstätig und fährt seit 2010 einmal jährlich zur Reha. „Bei der Genehmigung der stationären Reha spielen auch finanzielle Erwägungen eine Rolle“, stellt Frischmann fest. „Als Berufstätiger wird mir die Reha von der Rentenversicherung finanziert. Die hat natürlich ein Interesse daran, dass ich arbeiten gehen kann. Rentner hingegen bekommen den Aufenthalt von den Krankenkassen finanziert. Die werden aber nicht zur Kasse gebeten, wenn jemand zum Pflegefall wird. Deshalb ist ein Reha-Aufenthalt für die Kassen finanziell nicht so vorteilhaft.“
Frischmann rät aber jedem COPD-Patienten, der einen Antrag abgelehnt bekommt, Widerspruch einzulegen und es immer wieder zu versuchen. Gerne hilft er auch bei der Formulierung und Durchführung des Widerspruchs.* Allerdings ist zu bedenken, dass stationäre Rehabilitationen bei COPD in der Regel nur dann bewilligt werden, wenn eine schwere Form der Erkrankung vorliegt, also Stufe 3 oder 4.

Weiter zu: Geeignete Klinik finden.

Zurück zu: Reha bei COPD.

* Jürgen Frischmann ist zu erreichen über http://www.wiesbaden-patientenliga-atemweg.de/ und über die E-Mail-Adresse kontakt@wiesbaden-patientenliga-atemweg.de.

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (4 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


2 2 Artikel kommentieren
Themen > Gesundheit > COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung > Reha-Maßnahme beantragen