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Erfüllte Sexualität trotz COPD

COPD, die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, ist eine Krankheit, die vor allem über 70-Jährige betrifft. Zwar kann eine Therapie die Verschlechterung der Symptome aufhalten, eine Heilung ist jedoch nicht möglich. Patienten leiden unter einer permanenten Atemnot, die viele Lebensbereiche einschränkt. Besonders betroffen davon ist die Sexualität, allerdings kann COPD durchaus auch eine Chance für die Beziehung sein.

glückliches Paar im Bett

Angst als Hemmschuh für erfüllte Sexualität

Der Irrglaube, Senioren hätten kein erfüllendes Sexualleben oder Verlangen mehr nach körperlicher Nähe hält sich hartnäckig. Zwar stimmt es, dass mit dem Alter die Lust etwas nachlässt, doch selbst chronisch Kranke haben noch ihre Sehnsüchte und Bedürfnisse. Gerade bei COPD ist die Situation heikel, denn diese Krankheit legt die Sexualität oft lahm.

Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen treten in Zusammenhang mit der Krankheit oft Depressionen auf, die dem Erkrankten die Lust völlig nehmen. Dazu kommt die Angst vor dem Versagen und den Partner damit zu enttäuschen. Der Betroffene weicht Zärtlichkeiten und Geschlechtsverkehr womöglich deshalb aus. Diese Ängste können sich im schlimmsten Fall zu einer Impotenz entwickeln.

Doch auch manche Medikamente, die der Arzt zur Behandlung von COPD verschrieben hat, reduzieren das Verlangen. Wenn das vermutet wird, sollte unbedingt Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Manchmal tragen jedoch auch die Partner dazu bei, dass das Sexualleben zum Erliegen kommt. Aus Rücksicht auf den Erkrankten und aus Furcht, ihm mit den Wünschen nach Liebe und Zärtlichkeit zu schaden, kommen auch von der anderen Seite keine Initiativen mehr.

COPD als Chance für die Beziehung

Frau umarmt verständnisvoll ihren Mann

COPD kann jedoch auch eine Chance für die Beziehung sein. Paare müssen zunächst akzeptieren, dass aufgrund der Lungenerkrankung bestimmte Praktiken und Stellungen einfach nicht mehr funktionieren. Doch Sex ist mehr als nur Geschlechtsverkehr. Auch körperliche Nähe, Umarmen, Schmusen, Küssen, Streicheln und Petting gehören zu den sexuellen Ausdrucksformen. Hingabe und Leidenschaft muss nicht zwingend in einem Orgasmus enden. Das Gefühl von Vertrautheit und Wärme reichen oft aus, um beim Patienten Entspannung und innere Ruhe auszulösen, die bei COPD so wichtig ist. Angst beim Erkrankten oder dem Partner ist ein schlechter Begleiter und führt sprichwörtlich zum Rückzug ins Schneckenhaus.

Als Faustregel kann hier gelten: Wenn der Patient noch in der Lage ist, Treppen zu steigen und der Arzt Lungensport befürwortet, steht sexuellen Aktivitäten überhaupt nichts im Wege. Ein behutsames Herantasten und Austesten der Grenzen hilft, Druck und Angst abzubauen. Wichtig ist, dass ein Paar offen miteinander redet und seine Befürchtungen, aber auch Wünsche kommuniziert. Fällt das im Gespräch schwer, bietet sich an, einen Brief zu schreiben.

Tipps für ein befriedigendes Sexualleben

Wer mit COPD sexuell aktiv sein möchte, sollte das Angebot zu Lungensport annehmen oder regelmäßig spazieren gehen. Auch das richtige Timing ist wichtig. Die letzte Mahlzeit vor dem Sex sollte zwei bis drei Stunden zurückliegen, auf Alkohol möglichst verzichtet werden. Der Geschlechtsverkehr findet am besten statt, wenn die Medikamente ihre höchste Wirksamkeit entfalten. Das ist in der Regel eine Stunde nach der Einnahme der Fall.

Um das persönliche Gefühl von Sicherheit zu erhöhen, kann ein Bronchien erweiterndes Spray auf den Nachttisch gelegt werden. Ein Ventilator im Schlafzimmer kann gute Dienste leisten, da kühle Luft vom Kranken als lindernd empfunden wird. Es spricht nichts dagegen, dass Sauerstoffpatienten die Therapie während des Aktes fortsetzen. Luftnot beim Sex können auch Gesunde haben, trotzdem sollte innerhalb der eigenen Grenzen geblieben und dem Partner die Führung überlassen werden. Bei Unsicherheiten ist ärztliche Rücksprache empfehlenswert. Denn es gibt durchaus Medikamente, die bei COPD eingesetzt werden können, um die sexuelle Leistungsfähigkeit zu erhalten.

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