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Erfahrungen in der Reha

Lungensportgruppe bei einer Atemübung
Die Frankfurter Lungensportgruppe bei einer Atemübung.

Erfahrungen in der Reha

Die 57-jährige Hannelore hat COPD Stufe 3 und erhält seit etwa einem Jahr rund um die Uhr Sauerstoff. Mit ihren drei bisherigen Aufenthalten war sie sehr zufrieden, betont aber, dass der Erfolg einer Reha immer auch vom eigenen Verhalten abhängt: „Es ist kein Hotel und man muss sich schon bewegen, wenn die Angelegenheit etwas bringen soll. Es mag schulmeisterhaft klingen, und ich bin einigen Personen aus der Selbsthilfegruppe auf den Keks gegangen, aber, wer sich nicht bewegt und von der Zigarette nicht los kommt, hat schlechte Karten.“
Ähnlich sieht es auch Jürgen Frischmann: „Wenn einer sagt: Eine Reha-Maßnahme ist wie Urlaub, dann kann ich nur antworten: So geht das nicht, das ist eher anstrengend.“

Ein stationärer Rehaaufenthalt dauert in der Regel drei bis vier Wochen. Am Anfang sollte eine umfassende Untersuchung mit Befragung und Messungen stehen. Ein einfacher, aber aussagekräftiger Test ist beispielsweise der Sechs-Minuten-Gehtest. Die Patienten gehen, so schnell es ihnen möglich ist, über einen Zeitraum von sechs Minuten auf ebener Strecke, beispielsweise einen langen Krankenhausflur hin- und zurück. Allein schon die zurückgelegte Strecke ist aussagekräftig, parallel durchgeführte Puls- und Blutdruckmessungen sowie eine Blutgasanalyse ergänzen die Ergebnisse. Da der Test auch den Verlauf der Erkrankung dokumentieren kann, ist es sinnvoll, ihn zumindest am Anfang und am Ende einer Reha durchzuführen.

Irmgard Gaus ist Vorsitzende einer COPD-Selbsthilfegruppe in Frankfurt. Die Gruppe trifft sich wöchentlich zum Lungensport, einmal im Monat bietet sie einen Vortrag an. Irmgard hat selbst COPD, Stufe 4, und war 2009 nach einer Exazerbation zum ersten Mal und 2011 zum zweiten Mal in einer stationären Kur in Schönau, Berchtesgarden. Aktuell hat sie einen weiteren Aufenthalt bewilligt bekommen. Sie sagt: "Die Reha war sehr hilfreich. Ich konnte ein bisschen länger laufen, meine Depressionen waren nicht mehr so schwer und einiges mehr. Durch den Sport, den ich da machen musste, wurde ich auch beweglicher. Auf jeden Fall würde ich anderen eine Reha empfehlen.

Nach der Eingangsuntersuchung wird ein individueller Therapieplan erstellt, der folgende Bausteine enthalten kann: Patientenschulung, Lungensport, Krankengymnastik, Atem- und Inhalationstherapie, Entspannungsverfahren, Medikamenten- und Hilfsmittelberatung, psychologische Unterstützung, Ernährungsberatung, Raucherentwöhnung, Beratung bei beruflichen und sozialen Problemen, Beratung zur Schadstoffminderung.

Ellen Herrchen, zweite Vorsitzende der Frankfurter Selbsthilfegruppe
Die 80-jährige Ellen Herrchen ist zweite Vorsitzende der Frankfurter Selbsthilfegruppe.

Hannelore hat bei ihrem letzten Reha-Aufenthalt Yoga und Qigong begonnen, Inhalieren eingeübt, Hockergymnastik und Atemübungen unter Anleitung gemacht und im Fitnessstudio mit Geräten gezielt ihren Brustkorb gedehnt und ihre Muskeln aufgebaut. Nordic Walking war ihr zu anstrengend, auch das Schwimmbad hat sie nicht genutzt. „Es sind wesentlich mehr Maßnahmen machbar, aber was man macht, hängt natürlich von der Schwere der Erkrankung ab. Manche stöhnen auch bei jedem Schritt, andere nicht.“

Nicht immer sind die Erfahrungen so positiv wie bei Hannelore. Bernd, der Anfang des Jahres zum ersten Mal in stationärer Rehabehandlung war, ist grundsätzlich sehr froh, dass er diese genehmigt bekommen hat, doch litt er unter der trockenen Luft in der Klinik: „Das Schlimmste bei diesen Vorträgen aber war die stehende, trockene, warme Saalluft, die das Atmen zur Qual machten und mich nur hoffen ließ, dass der Vortrag doch bitte bald vorbei sei. So ließ ich unter Bedauern einige Vorträge ausfallen. Auch in den anderen Räumen der Klinik hatte ich Probleme mit der Luft. Für Patienten mit beschränkter Lungenkapazität ist die Atemluft von größter Bedeutung und dann wird darauf nicht geachtet …“


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