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Depressionen und Ängste bei COPD-Patienten

Depressionen und Angststörungen sind häufiger Begleiter bei einer COPD-Erkrankung. Unbehandelt können diese psychischen Erkrankungen lange Krankenhausaufenthalte oder sogar einen früheren Tod zur Folge haben. Deshalb kann es wichtig sein, sich therapeutisch begleiten zu lassen.

weinende Frau

Welche Symptome treten bei einer Depression auf?

Die Anzeichen einer Depression können individuell sehr verschieden sein, trotzdem gibt es drei Hauptsymptome, die Angehörige und Partner hellhörig machen sollten:


  • Niedergeschlagenheit: Der Betroffene ist schwermütig, sieht in nichts mehr einen Sinn und die Welt scheint hinter grauen Wolken versunken zu sein. Das innere Empfinden lässt sich als leer und ausgebrannt beschreiben. Hoffnungslosigkeit und das Gefühl, dem Leben hilflos ausgesetzt zu sein, sind stark ausgeprägt.

  • Kein Interesse mehr: Das Interesse an allem, was früher Bedeutung hatte, reduziert sich dramatisch oder geht ganz verloren. Betroffene vernachlässigen ihre sozialen Kontakte und gehen ihren Hobbys nicht mehr nach. Oft wird sich teilnahmslos ins Bett zurückgezogen oder mit steifer Mimik stundenlang auf dem Sofa gesessen. Wichtige Indikatoren sind die Aussagen, eine Leere im Kopf zu fühlen und an nichts mehr Freude empfinden zu können.

  • Antriebslosigkeit: Depressiven sind Schwung und Energien verloren gegangen. Es fällt ihnen schwer, sich für etwas zu motivieren. Häufig kann das sogenannte Morgentief beobachtet werden.

Bei einer Angststörung leidet der Patient an teils konkreten, teils diffusen Ängsten. Bei einer Angsstörung können im Rahmen einer akuten Panikattacke intensive körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Schwindel, Beklemmungsgefühle, Zittern, Schweißausbrüche und Atemnot auf. Eine Panikattacke kann von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden anhalten. In der Regel dauert sie jedoch zwischen 10 und 30 Minuten.

Warum kommt es bei COPD zu Depressionen?

Auslöser für eine Depression bei COPD ist oft eine mangelhafte medikamentöse Einstellung des Patienten. Die Atemnot ist dann immer noch ungewöhnlich heftig und der Betroffene lebt in ständiger Angst vor Erstickungsanfällen.

Infolgedessen werden sämtliche Aktivitäten vermieden, die eine erneute Atemnot auslösen könnten. Das betrifft Hobby und Freizeit, aber auch ganz normale Tätigkeiten im Haushalt. Der Betroffene zieht sich immer weiter zurück und fühlt sich seinem Schicksal hoffnungslos ausgeliefert. Diese gefährliche Abwärtsspirale aus Angst und Zurückgezogenheit mündet nicht selten in eine klinische Depression.

Doch auch Patienten, deren Krankheit ideal eingestellt ist, können betroffen sein. Rund um die Krankheit entstehen zahlreiche Ängste wie zum Beispiel Angst vor Atemnot und Aktivitäten, die diese auslösen sowie Fortschreiten der Krankheit. Sorgen drehen sich ebenfalls um die Partnerschaft oder um Ausgrenzung vom sozialen Leben und Aktivitäten. Die subjektiv und objektiv empfundenen Einschränkungen im Alltag führen über kurz oder lang in eine Angststörung oder Depressionen.

Selbst aus dem Teufelskreis aussteigen

ein Paar beim Sport

Erkrankte können selbst viel tun, damit es gar nicht erst zu einer voll ausgeprägten Depression oder einer Angststörung kommen muss. Je besser man über die Krankheit informiert ist, desto leichter ist es, ihr etwas entgegenzusetzen.

Das Internet wartet mit Foren und Diskussionsgruppen auf, wo man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann. Alternativ kann man sich einer der vielen, regionalen COPD- Selbsthilfegruppen anschließen. Weiterhin gibt es für Erkrankte die Möglichkeit einer Reha. Auch eine Sportgruppe ist eine gute Wahl, um trotz der Krankheit fit und aktiv zu bleiben. Wo spezieller Lungensport unter der Leitung von geschulten Trainern angeboten wird, weiß der Facharzt.

Wann Depressionen behandelt werden müssen

Manchmal nutzen weder die Teilnahme an Aktivitäten noch die Unterstützung von Partner und Angehörigen etwas, um das Abgleiten des Erkrankten in die Depression zu verhindern. Wenn sämtliche Eigeninitiative nicht zu mehr Lebensqualität führt oder sich Ängste und die Symptome einer Depression verstärken, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Vorübergehend können vom Arzt Antidepressiva verordnet werden, doch bringt eine Verhaltenstherapie langfristig die größten Chancen, den Patienten wieder ins Leben zurückzuführen. Die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung übernehmen die Krankenkassen.

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Themen > Gesundheit > COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung > Depressionen und Ängste bei COPD-Patienten