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Lebenssause - Problembewältigung


Mein Freund Franz war ein herzensguter Mensch. Ich kann das beurteilen, denn wir beide kannten uns seit unserer Geburt.
Unsere Mütter lagen gemeinsam in einem Zimmer, als Wöchnerinnen.
Franz Mutter war eine gutaussehende, mondäne Erscheinung.
Schon damals hatte ich einen Kennerblick dafür.
Meine Mama war ganz das Gegenteil, mütterlich und grundsolide.
Ich war das fünfte Kind meiner Eltern und weil unsere Familie noch viel größer geplant war, erfolgte unsere Namensgebung praktischerweise in alphabetischer Reihenfolge.
Das Fazit: Ich heiße bis heute Erich.
Bei Franz dagegen sah es ganz anders aus. Seine Mutter nannte ihn in liebevoller Erinnerung an seinen Vater so.
Allerdings trennten sie sich schon kurz nach Franzens Zeugung.
Diese ging problemlos vonstatten, da die beiden nicht miteinander verheiratet waren.
Dies alles erfuhr ich bei der Nahrungsaufnahme an Mamas Brust.
Franz dagegen wurde gleich zu Beginn seiner humanen Laufbahn Flaschenkind.
Noch heute bin ich davon überzeugt, dass diese Mangelernährung für das vereinfachte Denken in Franzens Kopf verantwortlich war.
Auch nach dem Krankenhaus Aufenthalt riss die Verbindung unserer so unterschiedlichen Mütter nicht ab.

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zur Unterbrechung und zum Überlegen, warum ich dieses Foto wählte (Käthe)

Obwohl unsere Wohnorte in verschiedenen Stadtteilen lagen.
Wir wohnten natürlich gutbürgerlich, mein Vater war ja Beamter, in einem ordentlichen Reihenhaus.
Franz und seine Mutter bewohnten ein exklusives Penthouse im vornehmsten Stadtviertel.
Franz erzählte mir später, dass seine Mutter immer einige Sponsoren hatte, die das Leben der Kleinfamilie finanzierten.
Franz kam oft mit seiner Mutter zu uns und während die Damen plauderten, saßen wir beiden im Laufgitter und ich zeigte Franz, wer der gerissenere von uns war.
Spielzeug gehörte grundsätzlich mir und wenn er aufmuckte, gab es sofort eins mit dem nächsten Bauklotz auf den Kopf.
Dabei hatte ich oft das Gefühl ein Rascheln zu hören.
Später erfuhr ich, dass nur Stroh dieses Geräusch erzeugt.
Franz war ein sehr hübsches, die Damenwelt ansprechendes Kind.
Immer nur hörte ich, wie entzückend und süß er sei. Bei mir hieß es nur, “ach Erich, du bist aber ein tüchtiger Junge und so robust, wirst mal genau wie dein Vater.”
Das alles rührte mich kaum, nur vor der Glatze grauste mir, denn ich mochte mein lockiges Haar.
Franz dagegen glich in allem seiner Mama.
Bald folgte die Kindergarten und Volksschulzeit, die wir jedoch getrennt verbringen mussten.
Doch ständig erzählte seine Mutter bei ihren regelmäßigen Besuchen von Franz großen Erfolgen.
Von ihm selber erfuhren wir nicht viel. Reden und Denken überanstrengten ihn augenscheinlich.
Trotzdem mochte ich ihn sehr.
Er widersprach nie und so bestimmte ich, wo es lang ging.
Franzens Kleinfamilie kam gern zu uns, wir besuchten sie dagegen nie, wegen der unregelmäßigen Geschäftszeiten seiner Mutter.
Doch die beiden genossen das Leben in unserer Großfamilie.
Nachwuchsmäßig waren wir inzwischen bei H angelangt.

Am Ende unserer Volksschulzeit wechselte ich an das Jungengymnasium unserer Stadt, mit meinem Zeugnis kein Problem.
Franz Noten dagegen reichten mal gerade für die Sonderschule.
Doch seine Mutter schaffte es, auch ihn am Gymnasium anzumelden.
Verwundert hatte es mich schon, denn während der dreitägigen Aufnahmeprüfung starrte Franz meist nur stupide durch das Klassenzimmer.
Kurz nach unseren Schuleintritt stieg der Direktor zum Hauptaktionär des Kleinunternehmens von Franzens Mutter auf.
Das erfuhr ich so nebenbei von Franz, er erzählte nämlich, dass der Herr Direx ihm drei- viermal wöchentlich freundlich über sein Haar strich, vornehmlich abends.
Franz bekam hervorragende Zeugnisse, obwohl er während des Unterrichts nur vor sich hinträumte.
Auch seine Klassenarbeiten waren nicht das gelbe vom Ei, sie gerieten am Ziel vorbei. Ich konnte das beurteilen, denn ich durfte sie lesen, weil Franz so stolz auf die gute Benotung war.
Ich äußerte mich nicht dazu, wunderte mich nur und staunte über seinen vermeintlichen Erfolg.
Auch erwähnte Franz einmal, als meine Mutter darüber stöhnte wie viele Stunden sie wieder beim Elternsprechtag angestanden hatte, dass seine Mutter diesen stets zu Hause abhielt.
Dieses Verfahren sei viel bequemer und so könnte man auch gründlicher den Lerndefiziten auf die Spur kommen.

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Franzens Mutter?
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meine Eltern?

Franz und ich älter und wir begannen uns mit großem Interesse der Damenwelt zuzuwenden. Beziehungsweise die Damen begeisterten sich für Franz.
Ich war das notwendige Anhängsel, weil ich die Konversation für uns betreiben musste.
Franz Intellekt war ganz auf die amouröse Seite des Lebens ausgerichtet.
Jedoch, er war ein guter Freund und teilte großzügig mit mir.
Irgendwann bestanden wir unser Abitur, Franz schnitt nicht so berauschend ab, denn die Prüfungskommission kam aus der Großstadt. Sie kannte die Gepflogenheiten unseres beschaulichen Ortes nicht und auch Franz Mutter hatte ihren Frühling hinter sich gelassen.
Mein Vater hatte mich für die höhere Beamtenlaufbahn vorgesehen, Franz kam in einen Spirituosen- und Getränkehandel eines mütterlichen Sponsors unter.
Meine gesamte Konzentration richtete Monate hatte ich mir Respekt verschafft.
Auf den ersten Blick wirkte ich wohl auf die Kollegen wie mein Vater, nur dass ich noch die volle Haarpracht vorweisen konnte.
Zu der Zeit hörte ich von Franz nur noch sporadisch. Seine Vorliebe für die Damenwelt war an zweiter Stelle getreten.
Den ersten Platz nahmen nun diverse Trinkproben ein, die er regelmäßig im Weinkontor veranstaltete.

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das andere Geschlecht wurde interessant
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ein Glas - schön ist das

Seine Mutter ließ bei einem ihrer immer noch häufigen Besuche anklingen, dass Franz Trinkgewohnheiten nicht der Norm entsprachen. Sie bat mich eines Tages eindringlich, ihm ins Gewissen zu reden.
Aus alter Freundschaft übernahm ich diese undankbare Aufgabe.
Franz sah ein, dass ihm nur ein Entzug helfen könnte. An diesem Tag hatte er einen lichten Moment.
Er erbat meinen Beistand.
Franz und ich nahmen den uns zustehenden Jahresurlaub, mieteten eine einsam im Wald gelegen Jagdhütte mit drei Wohnräumen und einem Bad.
Das größte Zimmer statteten wir mit Wein, Champagner und diversen hochprozentigen Alkoholika aus.
Den kleinsten Raum bekam Franz, den anderen bezog ich.
Alles war nun bereit für den von mir entwickelten Plan. Das Unternehmen konnte starten.

Franz sperrte ich in seinem Zimmer ein, wie erwartet schrie und tobte er, weil er nicht an den Alkohol heran kam. Feste Nahrung servierte ich ihm, jedoch er war auf Nulldiät umgestiegen.
Oftmals musste ich mir die Ohren zuhalten, um seinen Radau gedämpfter ertragen zu können.
Als Franz endlich nach 14 Tagen ruhiger wurde, holte ich ihn mehrmals täglich an den Händen gefesselt, aus seinem Zimmer.
Wir gingen gemeinsam ins Getränkedepot und mit jedem Tag wurde Franz , trotz des Anblicks der vielen Flaschen, immer ruhiger.
Nach vier Wochen meinte ich, dass die Krise wohl überstanden sei.
Der große Abschlussteste sollte nun erfolgen.
Ich leerte Wein, Champagner, Cognac und andere Flaschen mit süffigem Inhalt in die große Badewanne.
Das Ganze erwärmte ich mit dem Tauchsieder und nun sollte Franz die große Probe bestehen.
Bis auf seine Unterhose zog er sich aus, stieg in die Wanne und sollte nun etwa eine Stunde darin sitzen beleiben, ohne sich die Finger abzulecken oder sonst irgendwie davon zu nippen.
Ich setzte mich auf den Wannenrand um die Sache im Auge zu behalten.
Franz blieb standhaft!
Obwohl, manches Mal meinte ich eine gewisse Gier in seinen Augen zu erblicken.
Plötzlich- die Testzeit war fast abgelaufen, überkam mich ein menschliches Bedürfnis.
Dafür musste ich nach draußen, denn mein Schamgefühl hielt mich ab, die Toilette zu benutzen, wenn Franz im Raum war.
Ich war mir absolut sicher, dass Franz die restlichen sieben Minuten auch ohne mich schaffen würde.

Er wäre dann DER SIEGER.

Meine menschliche Regung hatte etwas länger gedauert, als ich danach das Bad wieder betrat, sah ich Franz in der Konservierung liegen.
Der Pegel war um etwa die Hälfte gesunken!!!

Autor: ehemaliges Mitglied

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