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Hotzewälder Wälle oder Hotzenwälder Pfannkuchen; hier entsteht er im Backofen

Wenn man vom Feldberg hinab gegen den Hochrhein in Richtung Basel oder Schaffhausen wandert, geht man gezwungenermaßen durch den Hotzenwald. Vom Klima her ist der Hotzenwald weit entfernt eine Toskana zu sein, wie dagegen das benachbarte Markgräflerland.
Bei allem Guten Wollen; man kann diese Gegend unmöglich als lieblich bezeichnen, das wäre glatt gelogen.

Aber wer im Hotzenwald geboren wurde oder dort seine Heimat gefunden hat, dem brennt ein Feuer tief drinnen, welches man nicht löschen kann, indem man davonläuft.
Die Sehnsucht nach dem Wald hält diese Feuer in einem treuen Hotzenherz am Brennen, dein Leben lang und es folgen immer Perioden in denen ein 'Hotz' zurück muss um diese Luft, diese Freiheit im Wald zu inhalieren, sonst würde er kümmerlich zugrunde gehen.

Das Leben dort im Wald ist noch nie einfach gewesen. Der Hotzenwald gibt nichts her, ohne dass er etwas bekommt. Viele Leute mussten dort von der Hand in den Mund leben. Die Tiere waren sehr wichtig für die Ernährung, denn außer ein paar Kartoffeln und Rüben wächst sonst nicht viel in dieser rauen Gegend, wo sich Fuchs und Has Gute Nacht sagen.
Kühe, Schweine und Hühner garantierten eine Grundnahrung. Die Kuh das Lieseli und der Ochs Flori mussten den Pflug durch den steinigen Acker ziehen und der Bauer, das Jörgli, ist gemächlichen Schrittes, dabei mächtig Dampf ussem Tubackspfiili ausstoßend, hinter den beiden hergeschlurbt.

Für kraftgebende Verpflegung waren die Schweine da, die lange brauchten um Fett zuzulegen, denn Kraftfutter gab es nicht. Aber die hatten frische Luft und ein artgerechtes Leben.

Der Speck wurde nicht mit Farbe auf „Schwarz“ getrimmt, sondern hing im Hotzenhaus lang im Tannenrauch und war kernig und schmackhaft.
Gerade dieser Speck erinnert mich oft an die Heimat, der zusammen mit einem Chrisiwässerli (Kirschwasser), herbem Mooscht aus Äpfel und Birnen und einem riesen Laib Bauernbrot, in dessen Unterseite noch Reste von verkohltem Holz eingebacken war, mir gerade jetzt beim Schreiben das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Da ist man im Hotzenhimmel angelangt und es ist aller Tage Sonntag oder man weiß wie es im Himmel ist.

Mein Rezept für einen Hotzewälder Speckpfannekuchen kommt rechtzeitig zum „Bii enander Hocketse mache“. Einfach und sättigend, aber besser als manche „Gourmetlerei“.

Rezept für den "Hotzenwälder Pfannkuchen"



Man braucht:
Ein Backblech, 180gr. Mehl, 4 Eier, 400mL Milch, ein Teelöffel Salz, 300gr. Speck geräuchert ohne Schwarte gut durchwachsen.
Man macht:
Eier, Mehl und Milch zu einem Teig verrühren. Den Speck den der Metzger am besten bereits in dünne Scheiben (aber nicht zu dünn) geschnitten hat in ein Zentimeter breite Stückle schnipseln. Bei uns im Schwarzwald gibt’s bereits „Schnipselspeck“, der auch sehr gut alleine auf einem Schwarzbrot schmeckt, fertig.
Zubereitung:
Das Backblech vorgeheizt bei 160/180°(160° Heißluft) auf der zweiten Stufe. Den Schnipselspeck auf dem Blech gleichmäßig verteilen und braten. Dann den Teig darüber gießen und das Ganze 15-20 Minuten backen. Ab und zu halt gucken, dass er nicht schwärzelt.
Das Wunder:
Dieser Pfannkuchen wird sichtbar zu Berg und Tal. Nahrhafte Wellen!
Serviervorschlag:
Auf einem Holzbrett in Stücke zerteilen und von dort mit den Fingern (Im Hergott sinni Gable) essen.
Trinken nicht vergessen:
Saure Most/Ebbelwoi oder am „Sonntag“ mit einem kühlen trockenen Weißwein.
Auch für Vegetarier:
Alles so machen wie oben, jedoch statt dem Schnipselspeck dünne Apfelschnitz im Ank (Butter) anbraten auf dem Backblech verteilen und den Teig darüber geben. Backzeit wie vor.

'Ä Guete midänand' oder auf Hochdeutsch: 'Einen guten Appetit miteinander'!

Autor: Fiddigeigei

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