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Herbstologie

Nun iss es so weit gekommen.

Was haben wir uns über diesen heißen Sommer aufgeregt und schon vermisse ich seine - ich gebe es zu - oft ungebührliche Hitze. Morgens fröstelt man bereits und legt sich gerne eine Strickjacke um die Schultern. Auf den Wiesen wird langsam aber sicher "Schmal Hans" Küchenmeister. Der Landwirt mäht das letzte Gras, was er Öhmd nennt und Krähen, Reiher und Störche fahnden nach unvorsichtigen Wiesenbewohnern, die bis vor kurzem noch im Schutz der Grases sicher vor ihren gierigen Schnäbeln waren...

Da ist die Zeit für uns zwei gekommen, den Alten Herrn zu besuchen, der seine grünen Fluten vom Bodensee bis hoch in die Nordsee schiebt. Auf den kargen Schutzdämmen die den alten Herrn davor bewahren sollen im Rausch eines zweiten Frühlings über die Ufer zu treten und die Bewohner, die an seinen Seiten gesiedelt haben nicht nasse Füße zu bereiten, herrscht jetzt für Blumen und Gräser Hochstimmung.
Wir wandern genüsslich dem Damm entlang und meine Gärtnerin pflückt für unser Heim einen wilden Herbststrauß. Wenn ich ihr glauben darf hat sie, dieses Tun in einen wahren Begeisterungstaumel versetzt und sie konnte 31 verschiedene Blumen hinein binden.
Ich möchte jetzt nicht, dass es ab hier langweilig wird und entnehme nur einige mit wundersamen Namen glänzende Rheindammblüher:
Moschus Malve- Skabiosa- Bunte Kronwicke- Wilder Dost(Majoran)- Feldthymian- Wegerich- Lungenkraut- Wiesensalbei- Labkraut- Taubenkopf- Scharfer Hahnenfuß- Odermening- Johanniskraut- Schöllkraut- Gelbe Resede- Großer Wiesenknopf- Echtes Seifenkraut- Acker Gänsedistel- und und und.
Mir schwirrte der Kopf vor all den Namen, der ich doch sonst auf Rosen- Hortensien- Lavendel und noch sonst wenigen Blumennamen in unserem Gärtle fixiert bin.
Etwas ehrfürchtig sah ich da schon auf meine Gärtnerin und in meinem Innern versprach ich ihr doch mehr beim Gärteln zuzuhören um noch was zu lernen.

Jetzt ist aber auch die Zeit gekommen um sich dem Obst zuzuwenden. Außer dem Wein, der bereits in großen Fässern fliesst und bis nächstes Jahr auf durstige Kehlen warten muß, kommt die Apfel-und Birnenernte und besonders in unserer Gegend, wird die Blaue Königin, die Zwetschgen und Pflaumen hochverehrt.
Täglich essen wir von diesen köstlichen Blauen Früchten und man kommt gar nicht nach mit dem belegen von saftigen Zwetschgenkuchen, die es zum Kaffee oder einer deftigen Kartoffelsuppe gibt.

Dazu ein Rezept von meinem Schwager Walter aus Franken. Einmal Zwetschgen anders:

-Fränkische Essigzwetschger-

Zutaten:
1,5 Kg feste Zwetschgen,
1/4 L Weinessig weiß oder rot,
1/8 weißen Frankenwein(natürlich kann man jeden anderen Wein verwenden),
750gr Zucker, 3 Nelken, eine Zimtstange, ein Lorbeerblatt.

Zubereitung:
Die Zwetschgen sollen fest und nicht zu reif sein. Zwetschgen gegen den Kern einschneiden.
In einem entsprechenden Topf den Essig, Weißwein, Zucker und die Gewürze aufkochen.
Die eingeschnittenen Zwetschgen in den kochenden Sud geben. Das ganze einmal hochkochen.
Die Zwetschgen mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in kleinere Schraubgläser oder einen Steingutgefäß füllen. Den Zuckeressig etwas eindicken lassen und dann über die Zwetschgen geben.
Den Steingutgefäß mit Cellophan abdichten.
Wir nehmen Schraubgläser, da kann man gleich portionieren.
Dem Ganzen, vor dem Essen, etwas Zeit lassen damit die Zwetschgen sich aromatisieren können.
Passt als I -Tüpfele zu Braten oder der kalten Küche aller Art. Als Solo Nachspeise oder zu Pudding und Vanilleeis.
Diabetiger sollten aber vor dem Genuß eine Doppelladung Insulin spritzen!

Lasst uns den Herbst mit offenen Armen und Augen entgegengehen. Er ist wunderbar!

~ ~ ~

Ä Huch vum Herbscht
Wemer morens i de Fruh ufstoht chaschs scho schmöcke:
S riecht herbschtlig un debi ischs erscht s End vum Augscht.
Liichdi Naebel triebe überm Rhiidal vrsteckelis.
D Luft isch zahm wore un schmeichlet um dii umme
Sunne blinzlet madder un schickt ä warme milde Schii abe.
S brucht i d Frueh mengi Zitt bis Strahle übr d Schwarwald chömmet.
Do d fuer lugt Sunne spot no bluedigrot vo d Vogese zue üs dure
Z Obig chasch nümmi lang dusse hocke, d Chüli chunnt schnell.
Numme Sternli lüchte un funkle bsunders vum dunkle Himmel,
un schmiesse üs brennendi Schmützli as Gruess ra.
Im Garde dusse stritte d Immli un dicki Hummle um d Rescht Nektar.
Gosch durch d Felder siesch allorts geeli Stopple stoh,
s Chorn isch scho igfahre, numme d Maisstängl stöhn bolzegrad bienand.
Traktore schnufe, d Buure dreie d fetti Erd für d nägscht Ernti um.
D spöti Zwetschge hänge dunkelblau un schwer a d Äscht
Un Öpfel Bäum cheie scho mit riife Frücht noch dr.
Schmöcks ? D Herbsch stoht vo d Dür!

~ ~ ~

Autor: Fiddigeigei

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