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Ein Wuthut

Geschichten aus Baden
von Carlos - Fiddigeigei

Ja, es ist richtig, dass ich meine Heimat sehr liebe und ich immer ein Badner war, egal wo ich mich gerade aufhielt. Das hat aber nichts zu tun mit Grenzen schliessen und Fremde hassen oder sogar andern Menschen das Dach über dem Kopf anzuzünden. Wir sind ein offenes Land und Fremde sind uns willkommen. Das beweist auch unser wirtschaftlicher Erfolg im ganzen Südwesten.
Wir haben von den Zuwanderern profitiert und die wiederum von uns.
Das macht mich ein kleines bisschen stolz auf dieses kleine Land welches wir liebevoll ‚unser Ländle‘ nennen und seine Bewohner.

Der Wuthut

Es war 1848, als viele Badner genug hatten von den Adligen Herren, die das Volk nur unterdrückten und schamlos ausbeuteten.
Angesteckt von den Franzosen, probte man auch in Baden den Aufstand. Ausgang der Unruhen war Konstanz und der Anführer war ein Herr Friedrich Hecker. Ein mutiger Redner und Revolutionär.
Die Schlacht um die Freiheit ging verloren, denn die eilig zur Hilfe gerufenen, weit überlegene Preussische Armee und Armeen von lieben Nachbarn, hatten bald wieder für „Ruhe und Ordnung“ gesorgt. Der Aufstand wurde blutig zusammengeschossen.
Der Fall der Festung Rastatt war das Ende eines Traumes und damit viele weitere Jahre Unfreiheit. Baden blieb von Preussischen Truppen lange besetzt. Der Herrscher übte furchtbare Rache an den Aufständischen. Hecker und mit ihm viele der Freiheitskämpfer flohen in die freie Schweiz und von dort nach USA. Diese „Forty Eighters“ (48er) wie sie in den Staaten genannt wurden fochten im Bürgerkrieg auf den Seiten der Nordstaaten. Hecker betrieb eine Farm in Sommerfield/ Illinois, wo er hochverehrt 1881 starb. Ein Dorf wurde in Illinois nach ihm benannt, mit der Zusatzbezeichnung „Freedom“. Er wird in den USA als ein Held der Freiheit gefeiert. In USA erinnert ein Denkmal an ihn, den Forty- Eighter aus Baden.
Bei uns in Baden sind Schulen und Straßen nach ihm benannt. An allen Stätten die an ihn erinnern und wo er vor Versammlungen gesprochen hat, wurden Gedenktafeln angebracht.
Sein Revolutionshut ist in Baden zur geliebten Legende geworden und wird zu entsprechenden Ereignissen getragen…

Mein Hecker Wuthut ist oben abgebildet und wenn mir darum so ist und ich fühle, es müsste eine Revolution stattfinden, dann setze ich in mir auf. In Gedanken greife ich zur Mistgabel und stupfe, denen ordentlich ins Hinterteil, die es nach meiner Ansicht unbedingt nötigst brauchen.

PS: Ein Ururur- Onkel von mir war als Kanonier mit dabei und saß lange in Festungshaft.

Wir Kinder sangen noch ein altes Spottlied auf die Preussischen Besatzer:

Fritz, Fritz Bohneschnitz,
gang mr it a d Bohne.
Wenn d Kaiser Wilhelm chunt,
schiesster mit Kanone.


Das sollte heißen, die Preussen haben auf Spatzen (Badner) wegen nichts und wieder nichts, nämlich dem Diebstahls von ein paar Bohnen, gleich mit Kanonen geschossen.

......und besonders freue ich mich heute über die Osterreichischen Nachbarn, die die Freiheit gewählt haben und nicht den Parolen der ewig Gestrigen auf den Leim gingen!

...die Fotos, außer dem Heckerhut, sind aus dem Historienspiel
"De Hecker chunnt" 2012 in Schopfheim ... klick!

Autor: Fiddigeigei

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