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Die seltsame Weihnachtskugel

Jedes Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag ging Oma mit ihren Enkeln Louis und Philipp in den Zirkus. Das war immer eine besondere Freude für sie alle. Die Buben liebten den Zirkus weil die Clowns so lustig waren. Und die Elefanten so riesig. Und Oma liebten den Zirkus weil sie als ganz junges Mädchen dort gearbeitet hat. Sie erzählte den Enkeln immer wieder von der aufregenden Zeit. Von der Musik, den glitzernden Kostümen und den vielen Tieren. Und auch von den vielen Reisen von Stadt zu Stadt und in viele fremde Länder.
Im Keller hat sie mit den Jungen eine Zirkusstadt aus Karton aufgebaut. Dort spielten sie immer wieder Vorstellung. Louis war ein fauchender Löwe. Und Philipp ein grosser Elefant der mit seinem Rüssel laute Trompetentöne von sich gab. Oma spielte den Clown und brachte dabei alle zum Lachen. Dazu ertönte aus einem Kassettenrekorder alte Zirkusmusik. Mama und Papa mussten hart arbeiten und fanden den ganzen Zauber etwas seltsam. Aber weil sie sahen wie die alte Dame und ihre Enkel Spass hatten freuten sie sich doch ein ganz klein wenig mit.

Dann war plötzlich alles ganz anders. Oma wurde sehr krank. Eines Abends bevor sie ins Spital musste, verlangte sie die grosse Schachtel mit den Weihnachtskugeln. Aber es ist doch erst Mitte Oktober, meinte Mama. Aber Oma bestand darauf. Oma konnte sehr bestimmt sein wenn sie etwas wollte. Und so brachte Mama die Schachtel aus dem Keller. Sie ging in die Küche und bereitete das Abendbrot zu. Nach einer Weile meinte Oma dann die Schachtel kann wieder in den Keller. Es ist alles in Ordnung. Mama versorgte sie mit einem leichten Kopfschütteln.
Eines Abends, Mama und Papa kamen aus dem Spital zurück, nahmen sie die beiden Jungen in den Arm und sagten ihnen, dass Oma jetzt im Himmel ist und ein ganz besonders heller Stern sei. Natürlich waren Louis und Philipp sehr sehr traurig. Und jeden Abend suchten sie am Nachthimmel einen besonderen Stern. Doch der blieb verborgen.

Sie mochten nicht mehr mit dem Zirkus im Keller spielen. Die Farben sind verblasst. Und die Musik aus dem Rekorder schepperte nur noch. Zirkus ohne Oma, das war wie Birchermüesli ohne Beeren.
Einige Tage später kommen die Jungen ganz aufgeregt aus der Schule. Sie durften dort einen Film aus China sehen. Da verbrannten die Leute Häuser, Autos und Geldscheine aus Papier für die Verstorbenen. Das machen wir auch meinten sie. Wir schicken der Oma den Zirkus in den Himmel. Mama und Papa halfen und machten im Garten ein Feuer. Und die ganze Zirkusstadt, die ganzen Tiere und alles was dazu gehörte verbrannte. Und ein feiner weisser Rauch stieg ganz gerade in den Himmel. Und wie die Familie gebannt dem Rauch nachsieht beginnt am Himmel ein neuer besonders heller Stern zu leuchten. Oma schickt uns einen Gruss jubeln die Jungen. Und Mama und Papa blinzeln ganz fest mit den Augen. Natürlich ist es nur der Rauch erklären sie den Kindern.

Dann kam Weihnachten. Papa brachte wie immer eine Tanne nach Hause. Und Mama holte die grosse Schachtel aus dem Keller. Früher war es immer eine besondere Freude wenn die beiden Buben helfen durften den Baum zu schmücken. Aber dieses Jahr kamen sie nur widerwillig aus ihrem Zimmer. Sie mussten immer an Oma denken und den zweiten Weihnachtstag. Mama packte die Kugeln aus. Doch was war das? Seit Jahren hatten sie nur silberne Kugeln. Und jetzt lag da eine grosse rote Kugel die so gar nicht zu den Anderen passte. Und darauf die Buchstaben L und P wie Louis und Philipp. Mama sah sich die Kugel genauer an. So was, die kann man ja aufmachen wundert sie sich. Sorgfältig drehte sie an dem grossen Ding und öffnet es. Darin lag ein kleiner Brief. Lies vor drängten die beiden Buben gespannt. Und Mama las vor: Lieber Louis und lieber Philipp, leider kann ich nicht mit Euch in den Zirkus. Weil ich aber weiss, dass ihr so gerne dort seid, habe ich die Eintrittskarten für euch und Mama und Papa besorgt. Habt einen schönen Nachmittag und denkt an mich. Ich umarme euch, Oma. An dem Brief angeheftet waren vier Karten für die Nachmittagsvorstellung auf den besten Plätzen.

Nach der Vorstellung umarmen sich Mama und Papa und die Buben sehen zum Himmel und sagen leise, danke Oma. Und auf dem Heimweg leuchten ihnen zwei besonders helle Sterne. Der Omastern und der Weihnachtsstern.

Autor: haruko

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