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Radtour im Hochschwarzwald

...oder Schwarzwald - Vier - Täler - Tour

Ein strahlender Sommertag. Fahrradfahren? In der Oberrheinebene ist es viel zu heiß. Also treffen sich die radbegeisterten FA’ler mit ihren Fahrzeugen am Thurner. Die Thurnerpasshöhe liegt auf 1030 m ü. NN und ist seit vielen Jahrhunderten Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen. Den Namen verdankt der kleine Weiler, der aus Gaststätte, Kapelle, einigen wenigen Höfen und eben dieser Straßenkreuzung besteht, einer wohlhabenden Freiburger Kaufmannsfamilie, die schon im 13. Jahrhundert an dieser Stelle eine Herberge mit Warenlager und Warenumschlagplatz unterhielt.

Und hier oben weht tatsächlich noch ein kühles Lüftchen, als wir die Drahtesel besteigen. Deshalb holen alle Radler erst einmal ihre Windjacken heraus. Mit der weiten Aussicht bis hinüber zum Vogesenkamm mögen wir uns im Moment gar nicht befassen. Wir sind zu neugierig, welche Tour sich Franz für den heutigen Tag mit uns ausgedacht hat.

Auch wir müssen zunächst wenige Kilometer auf der alten Handelsstraße zurücklegen, heute ein Teilstück der viel befahrenen B 500. Doch schon bald schwenken wir in eines der vielen Täler ab, die sich südöstlich bis südlich Richtung Neustadt absenken. In unserem Fall ist es das Langenordnachtal. Viele Kilometer lassen wir unsere Räder abwärts rollen, bewundern die stattlichen Gehöfte. Jeder Hof hat seinen Eigennamen und ist meist seit Jahrhunderten im Familienbesitz. Das große einheitlich an den Längsseiten tief heruntergezogene Walmdach, früher stroh- oder schindelgedeckt, ist das Charakteristikum der Höfe im Mittleren Schwarzwald. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts werden diese Höfe so gebaut, dass Wohnstube, Schlafräume und die Küche talwärts schauen. Von der Stube hat man einen weiten Blick ins Land. Obwohl die traditionelle Bauweise bis heute beibehalten wird, große moderne Ställe, Solaranlagen auf vielen Dächern, Ferienwohnungen, das zeigt, der Schwarzwälder geht mit der Zeit.

Wir rollen also gemütlich abwärts, während wir diese Eindrücke mit den Augen speichern. „Franz, wo ist denn die anspruchsvolle Tour, die Du uns angekündigt hast?“
Oh, da bin ich wohl zu früh übermütig gewesen! Denn kaum in Neustadt angekommen, biegen wir ins Spriegelsbachtal ein und müssen nun wieder hinauf auf die Höhen. Ganz schön anstrengend, auch ein E-Bike zieht nicht selbstständig den Berg hinauf. Doch trotz der Strampelei, die Schönheit der Landschaft, blumengeschmückte Schwarzwaldhöfe, Blumengärten und Hofkapellen, wir müssen schauen und schauen ....

1023 m ü. NN sind wir jetzt wieder, als wir in der (gefühlten) Waldeinsamkeit* in dem winzigen Weiler Heiligenbrunnen ankommen. Er besteht aus ein paar Häusern, einem über 200 Jahre alten Gasthaus und einer Kapelle. Im Gasthaus gönnen wir uns eine ausgiebige Mittagspause und sorgen dafür, dass unser Puls wieder im Normalbereich schlägt.
*(Gefühlt ist die Waldeinsamkeit, weil man sie zwar in modernen Zeiten bequem mit dem Auto erreichen kann, man aber trotzdem den Eindruck hat, weit weg von der Alltagswelt zu sein)

Nach dem Essen statten wir der Kapelle einen Besuch ab. Ihre Entstehungsgeschichte hat dem Ort seinen Namen gegeben und ist verbunden mit einer Legende. Die schottische Königstochter Notburga (*796 bis +840) musste als Witwe aus ihrem Land fliehen, kam mit ihren Kindern in den Schwarzwald. Der Sage nach soll sie mit einem Stab die Quelle des Heiligenbrunnens aus dem Fels geschlagen haben. Dieser Brunnen fließt heute noch im Hof des Gasthauses. Ihr zu Ehren steht hier eine Kapelle, die 1519 zum ersten Mal erwähnt wurde, 300 Jahre lang von der Pfarrei Neustadt betreut wurde, jetzt zur Pfarrei Titisee gehört, aber im Privatbesitz der Wirtsfamilie Ketterer ist. Die Hl. Notburga gilt als Fürsprecherin gebärender Frauen. Ihr Grab befindet sich in Bühl, einem Ortsteil von Klettgau.

An dieser Stelle muss ich, die Schreiberin dieser Zeilen, Abbitte bei Euch leisten. Ich habe die Frage nach der Frauenfigur mit den vielen Kindern in der Kapelle mit Schutzmantelmadonna beantwortet. Das ist ganz falsch! Es handelt sich um eine Skulptur der Notburga mit ihren vielen Kindern auf dem Arm. Diese Skulptur wurde früher, wenn in der Umgebung ein Kind geboren werden sollte, aus der Kapelle geholt und in das Wöchnerinnenhaus getragen. – (Das kommt davon, wenn man sich nicht gründlich genug vorbereitet )

Doch wieder zu unserer Radtour. Nach Ruhepause und Kapellenbesuch geht es wieder auf die Räder. Auf dem Weg nach Breitnau bietet sich ein herrlicher Blick Richtung Feldberg, bei dem wir gut erkennen können, dass es sich beim Feldberg gar nicht um einen einzelnen Gipfel, sondern um ein langgestrecktes Massiv handelt.

Auf und ab schickt uns Franz jetzt, etwas abwärts nach Breitnau, dann auf steilem, schmalen Wald- und Wiesenweg aufwärts Richtung Doldenbühl. Und wieder geht’s steil abwärts in das wunderschöne Mühletal. Mehr Bilderbuchschwarzwald kann man sich kaum vorstellen: ein mäandernder Bach, ein Sägewerk, große Einzelhöfe, die wie Perlen in der Landschaft verstreut scheinen. Von den Mühlen, die stets unterhalb der Höfe gebaut wurden, wo das Wasser den größten Druck hat, können wir gar nicht so viel sehen. Zu sehr müssen wir auf den Weg, die Wegbeschaffenheit, das Gefälle achten, als das wir allzuviel in der Luft herumgucken dürften.

Im Jostal angekommen kurbeln wir uns wieder hinauf, eine langgezogene moderate Steigung meisternd. Und oben angekommen lässt Franz uns im Gasthof „Schweizerhof“ Kaffee und Kuchen kredenzen. Aber für die letzten Kilometer zurück zum Parkplatz am Thurner, natürlich wieder auf und ab, denn anders geht es im Schwarzwald nicht, hat er noch einmal einen idyllischen Waldweg ausgesucht.

Es ist spät geworden, es war ein langer Tag. Die Fahrräder werden verladen, die Radler zerstreuen sich in alle Winde. Eine abwechslungs- und erlebnisreiche Schwarzwaldtour hast Du für uns ersonnen, lieber Franz. Dank Dafür und meinen Gedanken vom Anfang „wo ist denn hier das Anspruchsvolle“ habe ich ganz schnell wieder vergessen.

Schwer ist mir (Käthe) die Auswahl der vielen schönen Fotos von "Markus" gefallen!

Autor: sternwald

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