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Im Bienenkunde-Museum

36°im Schatten, also genau die Temperatur, die eine Honigbiene im Bienenstock braucht, um den Winter zu überstehen, zeigte das Thermometer vor dem Bienenkunde-Museum im schönen Münstertal. Hier warteten 17 FA-Mitglieder gespannt auf die Führung durchs Museum.

Anlässlich des 75jährigen Jubiläums 1976 und der speziell dafür erstellten Schau von Betriebsmitteln entstand der Wunsch nach einer Dauerausstellung.
Das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte ehemalige Rathaus wurde mit Arbeitseifer und viel Gestaltungsfreude 1978 zum heutigen Museum - einem mit weltweitem Ruf. Ganze 12 Räume sind prall gefüllt mit Exponaten aus aller Welt, 1500 Schaustücke - alles Originale und Unikate.

Die Honigbienen sollen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen seit 100 Mill. Jahren, paralell mit der Entwicklung der Blütenpflanzen, die Erde bevölkern.
Das Museum zeigt eine ca. 50 Mill. Jahre alte, in Bernstein eingeschlossene Urbiene.
Als der Mensch begann, vielleicht von den "honigsüchtigen" Bären animiert, den Honig für sich zu beanspruchen, war dies das einzige bekannte Süssungsmittel und sehr begehrt.Auch als Heilmittel war und ist Honig hoch anerkannt.
Nicht zuletzt das Wachs (die Biene schwitzt es aus)war in Burgen, Klöstern und Kirchen der heissbegehrte Grundstoff für die Lichtquelle Kerzen.
Hauptaufgabe der Bienen ist jedoch die Bestäubung,
OHNE BIENEN STIRBT DER MENSCH !!

Als der Mensch es leid war, im ständigen Kampf mit den Bären den Honig der Wildbienen aus den Bäumen zu kratzen, entstanden die ersten "Klotzbeuten", Baumstämme mit vorgefertigten Hohlräumen, die vom Boden aus "geerntet" werden konnten.Damit begann praktisch die Hausbienenzucht.
Der nächste Schritt waren dann schon künstlich hergestellte Hohlräume, sog. alemannische Körbe, mit denen die Alemannen weit vor der Völkerwanderung - also über 1 1/2 Jahrtausend - geimkert haben. Noch heute findet man diese Körbe an den Sonnenseiten der Schwarzwaldhöfe.

Unter Karl.d.Großen erlebte die Imkerei einen bedeutenden Aufschwung. Auf seinen Gütern wurden Bienen gehalten und schon über Erträge Buch geführt.
Die Zunft der "Zeidler" entstand, ihre Kleidung, das Recht Waffen zu tragen und ihre besonderen Fähigkeiten im Umgang mit den Bienen machte sie zu privilegierten Personen. Mit Armbrust, Seilleiter und dem Zeidlerbeil durften sie Bäume aushauen um den Bienen mehr Nistgelegenheiten und somit mehr Ertrag zu schaffen.
Bienenbehausungen werden in jeder Region anders gestaltet.Man sieht in der Ausstellung Körbe aus biegsamen Ruten, aus Strohringen, Tunnelstöcke aus der Ferulastaude aus Afrika und auch die Körbe der Heideimker.
Die Heidekörbe mit Fratze, deren Mund als Flugloch dient, sollen Dämonen, Krankheiten und gegen andere Übel helfen.

Die folgenden Bilder zeigen Stadien der Brut, die Königin bei der Eiablage, die unterschiedlichen Bienen(Arbeiterin, Königin,Drohne),Wabenbau und Nestordnung.

Besonders spannend war das hinter Glas sichtbare Innere eines bewohnten Bienenstocks. Dort sollte eine Königin vor dem Schwärmen sein.Sie ist ein Weibchen mit voll entwickelten Geschlechtsorganen aber verkümmerten Nähr -u. Sammelwerkzeugen. Sie legt die Eier für alle Stockbewohner und kann bis zu 5 Jahre alt werden.Leider haben wir sie trotz ihrer auffälligen Markierung nicht gefunden.
Unzählige Arbeitsbienen (zwischen 1000 im Winter und bis zu 80.000 im Sommer)waren fleissig dabei, die sechseckigen Waben zu bauen und alle existenzsichernden Aufgaben im Bienenstock zu erledigen.Eine Arbeitsbiene besucht bei einem Ausflug ca. 100 Blüten, bei 40 Ausflügen pro Tag ca. 4000, bei 10.000 Sammlerinnen ca. 40 Millionen Blütenbesuche pro Tag und Volk.

Die Drohnen sind die Männchen im Bienenstock.Im Frühjahr erbrütet, werden sie kurze Zeit nach der Sommersonnenwende von den Arbeiterinnen als "unnütze Fresser" in der sog. "Drohnenschlacht" abgetrieben.Ihre einzige Aufgabe ist bei schönem Wetter das Ausfliegen auf "Brautschau" und die Begattung junger Königinnen. Beim Paarungsakt sterben die Drohnen.

Wie es aktiv im Bienenstock zugeht zeigt Euch der Link:
...Unser Bienentag 2015

Viele der Exponate stammen aus Spenden, Schenkungen und Mitbringseln aus aller Welt. Das neueste Ausstellungsstück ist eine Honigschleuder für 1800€, die angeschafft werden konnte um Besuchern den Vorgang der Honiggewinnung (Schleudern der Waben) vorführen zu können.
Im ersten Bild der alte Schleuder, die mit viel Kraft von Hand bewegt werden musste.Im 2.Bild die neue Honigschleuder.

Neben dem Honig sammeln und produzieren die Bienen noch weitere wertvolle Produkte, deren Wirksamkeit mehr und mehr anerkannt wird.
Blütenstaub (Propolis) benötigen Jungbienen als Aufbaunahrung und zur Fütterung der Brut. Zur Steigerung der Abwehrkraft sind Pollen auch bei Menschen sehr beliebt.
Gelee Royal, der Königinnenfuttersaft enthält Vitalstoffe, die bei der Königin lebensverlängernde Wirkung zeigen.Sie lebt damit bis zu 5 Jahre, nicht nur 6 Wochen wir die Arbeiterinnen.
Bienengift:es findet bei rheumatischen Erkrankungen und Sportverletzungen in der Humanmedizin vermehrt Anwendung.

Das Geheimnis der mannshohen St.Trutbert-Figur konnten wir zuletzt auch noch ergründen : auf seiner Rückseite verbirgt sich eine riesige Bienenwabe.

Nach fast 2-stündiger, spannender Führung durch Frau Pfefferle, selbst aktive Imkerin, waren wir alle erschlagen von soviel Wissen, aber auch von den hohen Temperaturen.
In Rita's Cafe Bergfreude konnten wir uns dann bei Bier, Cafe, Wurstsalat und Kirsiwähe schnell erholen.

Annemarie , unser FA-Mitglied (Biene) konnte uns hier noch viele Fragen beantworten : z.B. Warum Babys keinen Honig essen dürfen, oder wodurch sich Honig aus Nicht EU-Ländern von unserem Honig unterscheidet.
Fazit : Besser unseren deutschen Honig kaufen ( am besten im Museum oder bei Biene)da weiss man was man hat !!

Das vorletzte Bild zeigt einen Imkergrabstein.
Das letzte Bild zeigt ein Bienenjahr in 12 Waben.

Vielen Dank an Markus und Käthe für die schönen Fotos.

Autor: Airfrog

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