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Wie das Motorrad fahren lernte

Der Duden definiert als Motorrad ein im Reitsitz zu fahrendes, einspuriges, zweirädriges Kraftfahrzeug mit einem Tank zwischen Sitz und Lenker. Darüber hinaus verkörpert das Motorrad aber auch für viele passionierte Fahrer weitaus mehr: Leidenschaft, Freiheit, ein komplettes Lebensgefühl. Nicht nur das Fahren an sich, auch die Gemeinschaft und das Schrauben an den Bikes gehört für die meisten Fahrer zum gewissen Etwas, das dieses Hobby so beliebt macht.

Die Geburtsstunde des Motorrades

Bereits Ende der 1860 Jahre wurden die ersten sogenannten Dampfräder entwickelt, die von unter dem Sitz angebrachten Dampfmotoren angetrieben wurden. Sie gelten als die Vorläufer des Motorrads, zumal sich auch bei diesen bereits die Geschwindigkeit an der Lenkstange regulieren lies. Immerhin lagen diese in den 1890er Jahren bereits bei 60 Kilometern pro Stunde, also eine für die damalige Zeit hohe Geschwindigkeit.

Daimler Reitwagen

Nichtsdestotrotz gilt heute Gottlieb Daimler als Vater des Motorrads, kreierte er doch 1885 das erste mit einem Verbrennungsmotor laufende Zweirad. Dieser aus Holz bestehende so genannte „Reitwagen“ hatte 0,5 PS und zwei Stützräder, so dass optisch nicht viel an die heutigen Motorräder erinnert. Auch die Geschwindigkeit von ca. 7 km/h ist doch für unsere Maßstäbe wenig reizvoll. In Serie ging dieses Motorrad nicht, Daimler konzentrierte sich kurze Zeit darauf bereits auf die Automobilentwicklung.

Erstes Serienmotorrad von Hildebrand und Wolfmüller

1894 wird das erste Motorrad mit Benzinmotor in Serie hergestellt. Die Münchner Hersteller Hildebrand & Wolfmüller lassen sich nicht nur das Wort „Motorrad“ patentrechtlich schützen, sondern produzieren diese insgesamt für drei Jahre, bis sie aufgrund von technischen und finanziellen Problemen aufgeben müssen.

Eine Erfolgsgeschichte nimmt in Fahrt auf

Technische Weiterentwicklungen ermöglichen auch die steten Verbesserungen an den Motorrädern. Der gelernte Tierarzt John Dunlop entwickelte bereits 1888 einen Luftreifen, der maßgeblich zur Bequemlichkeit beim Fahren beiträgt. Um das Motorrad in Gang zu bringen, wurde es entweder mit Pedalen gestartet, wie heute etwa bei Mofas oder aber es wurde schlichtweg angeschoben und auf die fahrende Maschine aufgesprungen.
Mit Beginn des neuen Jahrhunderts nimmt die industrielle Produktion von Motorrädern ihren Lauf. So wird 1901 in Springfield, Massachusetts, die für die nächsten 50 Jahre maßgebliche Marke „Indian“ gegründet, die vor allem Tourenräder mit Zweizylindermotoren anbot. Die Konkurrenz lässt jedoch nicht lange auf sich warten: Schon ein Jahr später bringt die Fahrradmarke „Triumph“ ihre ersten Mopeds auf den Markt und ist nach der Pleite von „Indian“ der älteste bis heute bestehende Hersteller. Im Jahr 1903 gesellt sich die „Harley-Davidson Motor Company“ dazu – und wird knapp 20 Jahre später Weltmarktführer sein.
Maßgeblich für die Erfolgsgeschichte des Motorrads waren beide Weltkriege. So wurden sie im großen Maße zur Nachrichtenübermittlung und Krankentransporte mit Beiwagen genutzt, da sie relativ leicht und schnell zu produzieren waren und sich durch den flexiblen Einsatz auszeichneten.

Zuschauer gruppieren sich um einen Motorradfahrer, ca. 1930er

Motorräder heute

Während in der Nachkriegszeit Motorräder vor allem einen günstigen Autoersatz darstellten, die möglichst robust, zuverlässig und einfach konstruiert waren, sieht das heute ganz anders aus. Mit dem Wirtschaftswunder gingen auch die Verkaufszahlen von Motorrädern zurück, wer es sich leisten konnte, fuhr Auto. Einen Imagewandel erfuhren die motorisierten Zweiräder in den 70er Jahren, als die japanischen Marken die Weltmarktbühne betraten. Die fernöstlichen Hersteller schafften es, das Motorrad weg vom reinen Nutzfahrzeug zu einem Freizeit- und Spaßfahrzeug zu präsentieren. Nicht zuletzt lag das an den technischen Verbesserungen, wie dem neuen quer eingebauten Vierzylinder-Viertaktmotor und den Scheibenbremsen, die es bis dato so nicht gab.

In Deutschland verbindet man seit den 80er Jahren vor allem BMW mit der Weiterentwicklung von Motorrädern. Sie führten das erste serienmäßige Anti-Blockier-System ebenso ein wie den geregelten Katalysator.

Auch die Geschwindigkeiten haben mit denen aus den Anfängen des Mopeds nichts mehr gemein. Spätestens mit der Hayabusa 1300, die 1999 das erste Motorrad der Welt war, das serienmäßig über 300km/h leisten konnte, wurde die Technik des Motorrads auf das nächste Level gehoben. Heute sind Motorräder mit über 100.000 km auf dem Zählerstand keine Seltenheit mehr, es gibt sie als Elektromodell und mit den ersten Airbags ausgestattet.
Eines jedoch ist gleich geblieben: die Freude am Fahren.

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