Neu hier? Werde gleich Mitglied! Lies hier über die Vorteile.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Autor: Feierabend-Mitglied

Gerd Hahn

Die Miljoenenlijn ( Millionenlinie ) in den Niederlanden.

Kurz hinter der Grenze zu den Niederlanden, fährt ein Kleinod als Museumsbahn. In Simpelfeld liegt der Heimatbahnhof der Miljonenlijn ( Millionenlinie ) Eine ehemals stillgelegte Bahnstrecke von Kerkrade über Simpelfeld nach Valkenburg.
Von Aachen aus rollte die erste deutsche Eisenbahn ins Ausland. Günstig gelegen durch die Lage im Dreiländereck, bot sich hier die ideale Voraussetzung.
Im Jahre 1841 wurde die Bahnstrecke Aachen Köln für den Verkehr frei gegeben. Bereits 2 Jahre später konnte der erste Zug die Grenze nach Belgien überschreiten.

Nach der Gründung der Aachen – Maastrichter Eisenbahngesellschaft im Jahre 1845 konnte mit dem Bau der Bahnlinie und der Verbindung zu den Niederlanden begonnen werden. Im Jahre 1853 war es dann so weit. Die Bahnlinie führe von Aachen Maschiertor (Hauptbahnhof) über Richterich, Bocholz, über Simpelfeld nach Valkenburg. Der Name der Strecke leitet sich von den hohen Baukosten her, die insgesamt 12,5 Mio. Niederländischer Gulden betrugen (1 Million Gulden pro Kilometer), da wegen der hügeligen Landschaft umfangreiche Erdarbeiten mit tiefen Einschnitten und hohen Dämmen erforderlich waren. Die Millionenlinie verbindet die Ortschaften Schin op Geul und Schaesberg über Kerkrade und Simpelveld in der niederländischen Provinz Limburg und ist die einzige Gebirgsbahn der Niederlande.

Im Jahre 1925 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Da die Strecke durch das hügelige Bergland geführt werden musste, kamen enorm hohe Kosten auf die Verantwortlichen zu. Die Kosten für die 12,5 km lange Stecke lagen bei 12 Millionen Gulden. Dies ist eine unvor- stellbar hohe Summe und bekam zu Recht den Beinamen "de Miljoenenlijn". Es mussten Tunnels, Brücken und Dämme gebaut werden. durch die unterirdischen Tätigkeiten des Steinkohleabbaus drohten immer wieder Erdeinbrüche, sodass hohe Anforderungen an die Konstruktion gestellt wurden. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Kubikmeter Erde bewegt um Höhenunterschiede aufzufangen. Beim Ansteller Tal wurden 32 m Höhenunterschied egalisiert. Dies war die größte Erdverschiebung die jemals in den Niederlanden stattgefunden hatte. Sie war anfangs eine reine Kohleabfuhrlinie, erst im Jahre 1949 wurde der Personenverkehr aufgenommen. Bis in die 90er Jahre wurde diese Bahnlinie genutzt, bevor von Niederländischer Seite das Aus kam.

Zum Glück konnte diese Bahnlinie jedoch gerettet werden. Die Strecke wird heute durch die Zuid-Limburgse Stoomtrein Maatschappij (ZLSM) betrieben.
So wurde am 24. März 1988 die Zuid-Limburgse Stoomtrein Maatschappij, die Südlimburgische Dampfeisenbahngesellschaft ins Leben gerufen. Die ZLSM hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses einmalige Projekt zu unterhalten um in dieser Region den Touristen und auch den Einheimischen eine Attraktion zu bieten. Mit enormen Kraft und Geldaufwand wurden historische Züge, Waggons und auch Bauwerke angeschafft, um in der Region Südlimburg diese Eisenbahn weiter fahren zu lassen.


Die ZLSM befährt nun die Strecke Kerkrade Valkenburg, genau wie in den 50er Jahren auch.
Von Kerkrade bis Valkenburg fährt ein Schienenbus der 50er Jahre, von Simpelfeld bis Valkenburg ein Dampfzug oder eine Diesellok mit alten historischen Waggons aus den 30er Jahren.

Auf der Fahrt nach Kerkrade kann man noch die Staatsgrenze erkennen, bei Kilometer 8,6. Auf Niederländischer Seite liegen die bekannten hölzenern Schwellen, auf Deutscher Seite Betonschwellen. Ebenfalls kann man in den Böschungen hier nach die Höckelinien des Westwalls erkennen. Somit ist die ZLSM die erste grenzüberschreitende Museumsbahn.


Als Zentrum aller Aktivitäten und als Heimatbahnhof, wurde der Bahnhof Simpelfeld gewählt. Er bot alle Voraussetzungen um einen Betrieb gewährleisen zu können, Angefangen vom Lockschuppen, Stellwerk, Bahnhofsgebäude usw.

Kommt man zum Bahnhof Simpelfeld, fällt einem sofort der originale Sackkarren auf dem Bahnsteig auf, ebenfalls ein Bahnsteigwagen mit Milchkannen.
Das Bahnhofsgebäude ist aus dem Jahre1908 und war ursprünglich 100 Meter lang, heute bleiben dem Besucher noch 38 Meter pure Nostalgie.
Auf der Bahnsteigseite, im Hauptgebäude befindet sich das Hauptstellwerk „T“ Hier arbeitet der Fahrdienstleiter. Der Fahrdienstleiter ist für den gesamten Zugverkehr verantwortlich.
Ebenfalls im Hauptgebäude befindet sich das Restaurant der 20er Jahre, ein kleines Museum und ein Souvernierlädchen.

Auf dem Gelände des Bahnhofes befindet sich ebenfalls das Stellwerk I. Es ist ein Teil des Sicherungssystemes. Falls der Diensttuende die Einwilligung gibt, kann man auch dieses Stellwerk besichtigen.
Vom Stellwerk aus, über den unbewachten Bahnübergang, kommt man zum Wasserkran. In ca 5
Hinter den Werkshallen befindet sich einer der letzten Wassertürme der Niederlande, der heute unter Denkmalschutz steht. Gebaut in den 30er Jahren mit einer Höhe von ca 9 Metern, hat er einen Durchmesser von 5, Metern und fasst ca 50 Qubikmeter Wasser.
Weiter gibt es noch einen Werksplatz zur Instandhaltung der Dampf und Diesellokomotiven. Diese Werkhalle ist täglich geöffnet und kann auch besichtigt werden. Hier arbeiten fast 100 Freiwillige.
Diese Freiwillige sind auch sehr nötig, um das Fahrmaterial im ordentlichen Zustand zu halten. So verfügt die ZLSM zum Beispiel über 5 Dampflokomotiven, einen Schienenbus mit Steuerwagen sowie 2 Beiwagen so wie über diverse Diesellokomotiven und weiter Lokomotiven.

Nach diesem Rundgang in Simpelfeld steigen wir ein in einen der schönen Nostalgiezüge und fahren durch die Niederungen der Niederlande über Eys, Wijlre – Gulpen, Schin op Geul nach Valkenburg.



Auf dem Bahnhof Valkenburg

Hier, auf dem ältesten Bahnhof der Niederlande von 1849, der im Baustil sich an den Palast des damals regierenden Königs der Niederlande anlehnt lädt ein gemütliches Restaurant und ein kleines Modelleisenbahngeschäft zur Rast ein.

Von hier aus treten wir die gemütliche Reise zurück nach Simpelfeld wieder an, dem Ausgangspunkt unserer Reise, die auch für Rollstuhlfahrer bestens geeignet ist.


Zur Internetseite


10.10.2008

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (2 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


0 0 Artikel kommentieren
Regional > Aachen > Nostalgie > Die Millionenlinie in Holland