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Werksbesichtigung in der DB- Regio- Werkstatt Ulm


Die neue Anlage ersetzt u.a. das 100 Jahre alte Werk „Beringerbrücke“ im Ulmer Rangierbahnhof und dient der Instandhaltung von elektrischen Lokomotiven, Reisezug- und Verbrennungstriebwagen,, die auf Strecken des Verkehrsbetriebes Württemberg und der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB) in Baden-Württemberg eingesetzt werden.

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In knapp zwei Jahren Bauzeit entstand auf dem Gelände des ehemaligen Ulmer Rangierbahnhofes ein Gebäudekomplex, bestehend aus einer Langzughalle (Länge ca 210m, zwei Gleise), einer Halle für Verbrennungstriebwagen (Länge ca 130 m, drei Gleise), einer Unterflurreinigungsanlage (Länge 60 m, ein Gleis), sowie ein Verwaltungs- und Sozialgebäude. Auf diesen sechs Gleisen können die Züge nach ergonomischen Gesichtspunkten instand gehalten werden. In diesem Werk wird im 3-Schicht-Betrieb gearbeitet.

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In einer Führung konnten am 24.10.14 zwölf Mitglieder unserer Feierabendgruppe die z.Zt. modernste Regio- Werkstatt Deutschlands besichtigen.
Treffpunkt war direkt vor einer der ersten Hallen, wo uns Herr Bach, Dipl.-Ing. bei der DB begrüßte und den Ablauf der kommenden 2 Stunden erklärte.

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Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens erfolgte die Besichtigung der Werkstatt.
In der Innenreinigungsanlage , die ca 200 m lang ist, werden die Fahrzeuge innen geputzt, Müll entsorgt, sowie Frisch- und Abwasser aufgefüllt und entleert.
Auf dem Gelände gibt es auch eine Dieseltankstelle, aus der täglich bis zu 40.000 Liter Diesel getankt werden.

Die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH umfasst den Alb- und Bodenseebereich. Dieser reicht von Ulm im Osten, bis zum Bodensee im Süden und Tübingen im Westen. Die RAB betreibt mit ca. 1300 Mitarbeitern Bus- und Bahnverkehre und ist eine Tochter der DB Regio AG.

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Nun begann der Rundgang und wir kamen in die Halle für Verbrennungstriebwagen. Hier kann der Dacharbeitsstand für gewisse Reparaturen (z.B. Klimaanlage) oberhalb des Zuges direkt an diesen herangefahren werden, um so keinen Spalt zwischen Fahrzeug und Arbeitsstand zu haben.

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Die Absauganlage sorgt dafür, dass bei Motortests entstehende Dieselemissionen direkt abgesaugt werden.

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Herr Bach erklärte uns verschiedene Maschinen, so z.B. ein Zweiwegfahrzeug (kann auf ebenen Flächen und auf Schienen fahren), welches 200 Tonnen, also 4 Reisezugwagen ziehen kann.

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Zur Unterflurreinigung gibt es wie früher bei den Autowerkstätten eine „Grube“.
Mit Hochdruckreinigern entfernt man Partikel, Schmutz, Mücken etc. vom Kühler.

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In der Halle für Ersatzteile steht u.a. ein Motor mit 540 kW, eine Klimaanlage, die aufbereitet wird und eine sogenannte „Waschmaschine“, in der die ausgebauten Teile gereinigt werden.

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Angeschlossen finden wir das Radsatzlager vor. Wir erfahren, dass ein Treibradsatz je nach Fahrzeugbaureihe bis zu 1,8 Tonnen schwer ist.

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Unsere Senioren, Tüftler, Mechaniker und Eisenbahner hatten viele Fragen. Hier waren wir bei Ingenieur Matthias Bach, der alles haarklein erklärte an der richtigen Adresse und er verglich die Werksführung mit der „Sendung mit der Maus“: „wer nicht fragt bleibt dumm!“
So u.a. die Frage nach dem Bremsweg eines ICE.
Die Antwort war: „Der Bremsweg eines ICE bei 240km/h beträgt 2,3 km“
Also wollte ich es auch wissen und fragte, aus was denn so ein Bremsbelag bestünde.
Antwort: Verschiedene Materialien u.a. Metallpulver und Bindemittel, auch Matrix genannt, Sie werden in eine Form gegossen und dann „gebacken“. Unser Eisenbahner Horst bekam so ein schwarzes Ding in die Hand.

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Wir wollten uns nicht vorstellen, was den Zugführern samt Polizei und Reinigungskräften bei einem sogenannten „Personenschaden“ zugemutet wird. Da wurde von Werner ein heikles Thema angesprochen.
Leider gibt es viel zu viel lebensmüder Mensch die sich die Schienen als Freitod aussuchen.

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Im elektronischen Hochregallager, ca. 8 Meter hoch , werden über 640 Europaletten gelagert und im ganzen Lager sind es sogar 6000 verschiedene Artikel in unterschiedlichen Mengen. Hier ist die Logistik gefordert.

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Zum Schluss durchschritten wir eine 210 m lange Halle und kamen an einer Radaufstandskraftmesseinrichtung (Waage) vorbei. Es kam gerade eine Lok mit fünf Reisezugwagen eingefahren.

Otto, der viel mit der Bahn reist, berichtete von den ewigen WC Problemen.
Wie heikel diese Absaugtechnik ist, hat uns Herr Bach im WC Lager vorgeführt.
Wir sahen Kloschüsseln der Spitzentechnologie pur! Davon gibt es 14 verschiedene Typen.
Was die Pünktlichkeit der DB angeht, wurde gesagt, dass 95,1% der Züge pünktlich seien. Erst ab 5 Minuten Verspätung spricht man von unpünktlich.
In der Ulmer Werkstatt werden 20 Elektriker und Mechatroniker über 3 ½ Jahre ausgebildet.
Die Ausbildung der Rangierer dauert 2 Jahre.

Nun rauchten unsere Köpfe, wir waren geschafft vom intensiven Zuhören und Laufen durch die Hallen. Die weiten Wege werden vom Personal auf Rädern bezwungen, wir hatten gefühlte 10 km in den Knochen.












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Unsere älteren Mitglieder kamen an ihre Grenzen, trotzdem:
Diese Führung war lehrreich und interessant. Nun können wir die Bahn samt ihrer Organisation ein bisschen besser verstehen.

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Anmerkung: Bericht und Fotos wurden von der DB-Verwaltung in Ulm zensiert!


Bericht: Birgit/Tukuyu
Fotos: Birgit/Tukuyu
Werner/ Bayernflocky

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