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Sagen die sich der Volksmund einst erzählte

Wenn die Tage kürzer wurden, und die Feldarbeit ein Ende hatte, dann wurden die Spinnstuben zurechtgemacht. Mit dem Abendessen hat man sich nicht lange aufgehalten, denn es gab oft Pellkartoffeln, die schnell auf das grob gewebte Eßlaken auf dem Eßtisch verteilt wurden. Als Eßmesser dienten die Taschenmesser, Gabeln und Holzlöffel hingen gut erreichbar an der Wand. Teller blieben meist im Schapp (Schrank), man stipte die gepellten Kartoffeln in die mitten auf dem Tisch stehende Pfanne ein.
In dieser war ausgebratener fetter Speck, man nannte es auch Stieppelpfanne. "Klock acht" (20.00 Uhr), versammelten sich dann die Frauen und Mädchen, und zwar immer abwechselnd bei den Bauern. Beim Handarbeiten wurden Märchen erzählt und auch Gesellschaftsspiele gespielt. Aber am beliebtesten waren wohl Spukgeschichten, Tischerücken und das Singen. Die ehemaligen Singweisen sind für den heutigen Geschmack sehr trivial. Nach 22.00 Uhr war es mit dem Spinnen dann vorbei, die Pfänder wurden ausgelost und die Mädchen nach Hause begleitet. Das ging so bis in den Monat März hinein. Es gab aber auch Zeiten, in denen gegen die Spinnstuben polizeiliche Verfügungen erlassen worden sind, weil man Auswüchse des Spinnstubenwesens befürchtete

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Suderburg

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Die "Suderburg"

Wann wurde sie gebaut?
Wer hat sie gebaut?

Über 1000 Jahre haben die meterdicken
Feldsteinmauern überlebt.
Genaue und exakte Hinweise sind nicht überliefert.
Es gibt aber zahlreiche Sagen und Erzählungen über die Suderburger Raubritter, die auf der Burg hausten, sowie von einem Glockenberg in Richtung Hösseringen, den Jedutensteinen, den Riesen von Räber usw.

( Foto: St. Remigius Kirche in Suderburg, der Glockenturm stammt von der alten "Suderburg")

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Raubritter

Ritter Krülken:

In unmittelbarer Nähe der jetzigen Pfarrei Suderburg`s, die auf dem Platz der alten Raubritterburg liegt, sollen nach Überlieferung ebenfalls Behausungen der Ritter, Knechte und Knappen gelegen haben, die im Dienste des Burgherrn standen. Sie wohnten dort, wo heutzutage die Wohnungen des Gärtners und Achtelhöfners Klapprot sowie des Bäckermeister`s Hagen liegen, und hatten durch unterirdische Gänge verbunden einen Weg in das freie Land.
Einer der verwegensten und tapfersten, seiner Zeit, war ein Ritter names Krülken, der durch seine wilden Raubzüge der Schrecken der ganzen Umgegend und aller Reisenden, fahrenden Händler und Kaufleute geworden war.

Einst zog auf der alten Heerstraße ein Kaufmann aus Braunschweig friedlich seines Weges, nicht mit einem hochbeladenem Frachtwagen, sondern allein auf seinem Pferd, hinter sich den mit Geld wohl gefüllten Geldsack. Krülken lauerte ihm auf und brach plötzlich aus dem Hinterhalt hervor; ein kurzer Kampf, und erschlagen lag der Kaufmann in seinem Blute zu Boden, während Krülken seine Beute in Sicherheit brachte. Doch die Strafe ließ nicht lange auf sich warten. Der ermordete Kaufmann hatte in Braunschweig mächtige und einflußreiche Verwandte, die blutige Rache schworen.
Sie verfolgten auf das heftigste Krülken, sowie er sich auf seinen Streifzügen aus den sicheren Mauern der "Suderburg" herausgewagt hatte.
Krülken wiederum, wandte seinerseits alle List an, den Nachstellungen zu entgehen. Er ließ z.b. seinem Pferd, die Hufeisen verkehrt aufschlagen, um seine Verfolger von seinen Spuren abzulenken.
Es gelang, den Braunschweigern, schließlich den listenreichen, vielgewandten Krülken zu erhaschen.
Nun wurde furchtbare Rache genommen. An der Stelle, wo er den Kaufmann erschlagen hatte, wurde er auf das grausamste gerädert und sein Leichnam dann dort verscharrt.
Der Ort des Mordes und der nachherigen Hinrichtung heißt aber noch bis auf den heutigen Tag der "Külkengrund" oder der "Rote Grund".

Das die "Suderburg" ein Räubernest war, schließen Experten aus.
Somit gehört diese Sage ins Reich der Sagen.

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Die Sage vom Glockenberg zu Suderburg

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Von der Einweihung der Kirche gibt es noch eine alte Sage:

Als der Kirchenbau vollendet und der Tag der feierlichen Einweihung bereits festgelegt war, hatte man im Eifer der Arbeit etwas sehr, sehr wichtiges vergessen: Die schönen neuen Glocken, welche man von sehr weit her bezogen hatte und die nun zum erstenmal mit feierlichem Klang die Botschaft des Evangeliums von der Gnade Gottes weit in das Land hinausrufen sollten, hatte man zu weihen ganz vergessen.
Kein Wunder, daß in der Nacht vor dem Einweihungstage ein mitternächtliches Flüstern und Raunen in dem Glockenstuhl sich erhob:

" Willt se us nicht dopen, willt wi se ook nich ropen"

(Wollen sie uns nicht taufen, wollen wir sie auch nicht rufen)

so sprachen die ungeweihten Glocken zueinander,
Als nun zum erstenmal der Läuter kam, um zum erstenmal in Suderburg sein Amt zu versehen, da flogen die Glocken durch die offenen Kirchturmluken weit hinaus. Erst ca. 10 min. von der Kirche entfernt fielen sie nieder und wühlten sich tief in die Erde hinein, wo sie noch bis auf den heutigen Tag verborgen liegen. Das Feld aber, in dessen Tiefe die ungeweihten Glocken Suderburgs seit nunmehr 1000 Jahren schlummern, heißt auch jetzt noch überall der "Glockenkamp" oder der "Glockenberg".

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Der Jeduttenstein am Bodenteicher Weg auf dem Blauen Berg

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Die Sage vom Jeduttenstein:

Nach dem Volksglauben schlummert in dem Jeduttenstein eine wunderschöne Prinzessin, letzter Nachkomme des Heidekönigs, schon 700 Jahre von bösem Zauber darin verbannt.
Aber einst werde ein Jüngling aus königlichem Geschlecht kommen, und ihm werde es gelingen, mit dem Schlage einer Gerte den Stein zu öffnen und das schlummernde Königskind zu erwecken. Dann werde das Paar den Thron des alten Heidekönigs auf der Magetheide besteigen und über das weite Heideland regieren und die Heide, die einst von dem Zauberspruch derselben "bösen Frau", die auch das Königskind verwünscht hatte, getroffen war und seither jener Verwünschung verödet daliegt, werde alsdann wieder erblühen in aller alter Herrlichkeit.

Die an den Stein geknüpfte Sage erinnert stark an das Märchen von Dornröschen.

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Wie der Ort Räber zu seinem Namen kam

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Hier in Suderburg und auf den benachbarten Höhen von Räber und Hösseringen hauste, so erzählt die Sage, in altersgrauer Vorzeit, vor vielen tausend Jahren, ein Riesengeschlecht, ausgestattet mit gewaltigen Körperkräften, im übrigen aber an Charakter und Sinnesart ebenso verschieden wie die heutigen Menschen.

So waren z.B. die Riesen, die im heutigen Räber wohnten, sehr "gesellschaftlich" wie man heute zu sagen pflegt, das heißt, sie mochten nicht gern allein sein. Wenn Sie daher abends, müde von der Last und Hitze des Tages, vor ihren Behausungen saßen und den Feierabend pflegten, dann erhoben sie, nach gegenseitiger Aussprache sich sehnend, ihre gewaltigen Stimmen und brüllten über die trennenden Höhen hinüber den im benachbarten Hösseringen wohnenden Riesenkollegen zu: "Kommt `n bedden röber! röber! röber!" und da sich dieses freundliche Einladen Abend für Abend wiederholte, hieß ihre Wohnstätte bald bei allen Riesen und Riesinnen der Umgegend nur noch "Röber", woraus der heutige Name Räber im Laufe der Zeit entstand.

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Suderburg und seine Sagen

Vfl-Herzsportgruppe
Findlinge:

Wir befinden uns inmitten jener Heidehügel, die der Volksmund in ihrer Gesamtheit die "Blauen Berge" nennt und die bereits schon auf Karten um 1777 den Namen "Holxer Berge" führen.

Auch auf dem Blauen Berg wohnten Riesen, die aber weniger friedlich wren, denn oft tobte wilder Kampf zwischen ihnen und ihren Nachbarn.
Dann rissen sie in ihrem Zorn den ersten besten Felsblock aus der Erde und schleuderten ihn gegen den Feind, so daß noch heutigentages überall die Wurfgeschosse als stumme Zeugen der einstigen Riesenkämpfe in der Feldmark Suderburg-Oldendorf und am Blauen Berg zerstreut liegen. Ja, die Riesen am Blauen Berg waren so stark, das ihre Wurfgeschosse noch weit über Suderburg - Oldendorf hinausflogen, weswegen man diese gewaltigen Steine fast überall in der Umgebung fand.

Leider findet man in unserer Gegend kaum noch große Findlinge, sie wurden für Steinmauern, Fundamente und zum Brückenbau genutzt. Allein der Eisenbahnbau benötigte große Mengen von Findlingen für den Brückbau. Moderne Geräte machten es möglich, Granitblöcke aus allen Ecken der Landschaft zu bergen und ab zu transportieren.

Einer der letzten Überbleibsel der letzten Eiszeit sind die Riesensteine im Tannrähm ( Gedenksteine für die Gefallenen, der Fachhochschule, beider Kriege), sie sind jeweils 3,50 m u. 4,00 m hoch.

(Gedenksteine der Fachhochschule, siehe Foto)

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Die Geschichte mit dem Trammur

Trammur
Am Ortsausgang des Dorfes Suderburg lag in der Nähe der Wolfskuhle eine kleine Wiese, die an der einen Seite von einem Feldweg, auf den übrigen Rändern von wallartigen, mit Gebüsch bewachsenen Erhebungen begrenzt war, das Trammur, von dem nachstehende Sage erzählt:

___________________________________

In altersgrauer Vorzeit zog mit regenschweren, dunkleren Wolken ein schweres Gewitter herauf.
Hier fielen viele Tropfen zur Erde und bildeten einen kleinen Teich, das Trammur.
Den Trammurteich hielt man lange Zeit für unergründlich, und Rittmeister Schmidt, der Besitzer desselben, der eine Trockenlegung für unmöglich hielt, versprach dem, der den Teich in drei Tagen entleeren würde, den Grund und Boden als erblichen Besitz.
Es gelang einem intelligenten Hauswirt Suderburgs, dem Inhaber von "Peets-Hinerken" Hofstelle (Techmann), den Teich in weniger als drei Tagen durch einen Abzugsgraben zu entwässern.
Somit wurde er Besitzer dieser Wiese.

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Uhlenköpersage

Die Geschichte vom Uhlenköper:

Es ging einmal ein Bauer in die Stadt Uelzen und trug einen Sack mit lebendem Inhalt.
Da fragte ein Kaufmann, was er da habe. "Barftgans", sagte der Bauer. Der Kaufmann verstand aber "Barkhahns" und handelte sie dem Bauern ab. Der machte sich mit dem Geld schleunigst auf den Weg nach Hause.

Als der Kaufmann seiner Frau die "Barkhahns" zeigen wollte, griff er in den Sack und holte drei junge Eulen hervor, die allerhand Schaden in der Küche anrichteten.

Der Kaufmann verklagte daraufhin den Bauern. Der sagte aber, er habe keine "Barkhahns" sondern "Barftgaans" verkauft und niemand könne bestreiten, daß Eulen barfuß gingen. Da mußte der Richter sogar lachen und gab dem Bauern recht.
Die Geschichte wurde aber ruchbar und so heißen die Uelzener bis auf den heutigen Tag "Uhlenköper".

Barftgaans = Barfußgänger
Barkhahns = Birkhähne
Uhlenköper = Eulenkäufer

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Das Geld im Stock


Ein Bäcker hatte einmal einem Schmied hundert Taler geliehen. Als er aber sein Geld wiederhaben wollte, bestritt der Schmied, ihm etwas schuldig zu sein, und so kam die Sache vor Gericht. Der Schmied machte aber vorher einen Stock, der innen hohl war, und steckte einen Hunderttalerschein hinein. Als er nun schwören sollte, er habe das geliehene Geld zurückgegeben, gab er den Stock dem Bäcker, damit dieser ihn während des Eides halte.Dann schwur er, er habe das Geld zurückgegeben. Als sie aber nachher die Treppe hinuntergingen, fiel der Stock des Schmiedes zur Erde und zerbrach; so kam sein Betrug ans Licht.

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Die goldene Wiege

Zwischen dem Dorfe Wadekath und dem hannoverschen Ort Wittingen (Am Rande der Heide)
liegt unweit des Weges eine goldene Wiege vergraben, die ist bis zum Rande mit Gold gefüllt.
Einmal vereinigten sich mehrere Leute aus Wadekath, um die goldene Wiege zu heben, gingen daher zur Nacht hinaus und machten sich frisch und munter an das Werk. Zuerst ging auch alles gut vonstatten.Nach einer Weile, die sie schon gegraben hatten, ward es anders, denn als der eine so von ungefähr seine Augen aufhob, sah er einen schwer beladenen Heuwagen dicht an sich vorüberfahren, den ein Hahn mit der größten Leichtigkeit zog, so daß ihm ganz mulmig wurde. Kaum war dieser Spuk verschwunden, so ging ein Feuer auf und erhellte ringsumher den ganzen Himmel. Durch das alles ließen Sie sich aber nicht stören, sondern gruben frisch weiter. Da kamen plötzlich schwarze Männer des Weges, die trugen schwere Balken heran und bauten einen Galgen auf. Als dieser nun fertig war, stiegen sie hinab und wollten den ersten Schatzgräber greifen, um ihn daran aufzuhängen. Da rief dieser unwillkürlich, nicht ihn sollten sie aufhängen, sondern seinen Nebenmann, und augenblicklich war alles wie der Wind zerstoben; die Wiege haben die Schatzgräber aber nicht gefunden.

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Die Wilde Jagd

Als einmal die Wilde Jagd an einem Hause vorüberbrauste, sah der Knecht auf dem Heuboden zur Dachluke hinaus und rief: "Gib mir auch was!"
Da warf ihm einer aus dem Gefolge einen Pferdefuß zu.
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Ein Mann stand am Kreuzweg, als die Wilde Jagd vorüberzog. Da fuhr ihm ein Messer in die Achsel, das weder er selbst noch andere herausziehen konnten. Es wurde ihm geraten, sich wieder auf den Kreuzweg zu stellen, denn wer ihm das Messer hineingestoßen habe, werde es auch wieder herausziehen. Er befolgte den Rat, und als die Wilde Jagd wieder vorüberzog, hörte er jemanden sprechen: "Gestern habe ich mein Messer in diesen Holzblock gesteckt, nun nehm ich`s wieder mit!" So wurde der Mann von dem Messer befreit; er ging aber nie wieder auf den Kreuzweg, um die Wilde Jagd zu hören.

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Wie die Brezel entstanden ist

Es lebte vor Zeiten ein Bäcker, der hatte durch einen Frevel sein Leben verwirkt. Da er aber sonst einen guten Leumund hatte, beschloß der Graf, einen Weg offen zu lassen, um aus der peinlichen Sache herauszukommen. Er ließ daher den Bäcker kommen und sagte zu ihm:" Wenn du einen Kuchen backen kannst, durch den die Sonne dreimal durchscheint, soll dir dein Leben geschenkt sein." Da bat sich der Bäcker Bedenkzeit aus, ging hin, kam nach drei Tagen wieder ins Schloß und brachte eine Brezel mit.
Darauf schenkte der Graf dem Bäcker das Leben.

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