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Sommerlügen
Die Wahrheiten des Lügens, große Fragen in kleinen Anekdoten: Bernhard Schlink erzählt sieben menschelnde, bewegende Geschichten, manche so realitätsnah, man meint, sie selbst erleben zu können.
Ein Schriftsteller, der seine Frau abschirmen will vom Rest der Welt, weil er fürchtet, sie an einen anderen zu verlieren.
Der Autor, der die eine Frau belügt und bei einer anderen schläft – wenn auch nicht mit ihr.
Die Erzählung "Die Nacht in Baden-Baden" schwingt sich in abstrakte Höhen.
Genial, spannend erzählte Geschichten. Gleich der erste Text führt glanzvoll die Qualitäten dieses Autors vor, es uns überlässt das Verhalten der einzelnen Figuren zu bewerten.
In "Nachsaison" darf der New Yorker Richard als einer jener Einzelgänger gelten, (ist sein Sommerglück entwertet, weil es eine Sommerlüge war) die das Werk von Bernhard Schlink von jeher bevölkern?
Ein alter, kranker Mann, der noch einmal einen Sommer mit seiner Familie verbringen will, um sich dann das Leben zu nehmen.
Es geht um Lügen, die wir uns und anderen auftischen, deren Aufdeckung wir so sehr fürchten.
In "Der Fremde in der Nacht", triumphiert die Lüge wie sonst nirgendwo. Da wird so viel Seemannsgarn gesponnen, dass selbst der ausgefuchste Fährtenleser mit seinem Jägerlatein am Ende sein wird. Hat der "Fremde" nun seine Frau verloren, verkauft oder ermordet? Man weiß es nicht.
In "Johann Sebastian Bach auf Rügen" und "Die Reise nach Süden" geht es um das Verhältnis von Eltern und Kindern. Die Elternfiguren in beiden Texten gehören in eine andere Zeit, rühren an existenzielle Fragen.
Diese sieben „Lügen“-Geschichten von Bernhard Schlink (Der Vorleser) hallen wieder lange nach, sehr spannend und hintersinnig erzählt.
Jenseits aller literarischen Moden hat Schlink den Mut, in kleiner Form an den großen Fragen zu rühren.
Diogenes Verlag Zürich
280 Seiten, Euro 19,90
ISBN: 978-3-257-06753-8
Ein herrliches Sommerbuch, das ich nicht mehr aus der Hand gelegt habe! Einfach für gemütliche Lesestunden im Schatten, auf dem Balkon, der Terrasse am Meer, oder im Wald, im Park auf einer Bank ...wie auch immer!
Eure Melle


Der Autor bringt sich leider an keiner Stelle wirklich in eine dieser Beziehungen ein. Fällt das nicht auf? Schlink ist ein Sachbuchschreiber. Der sich Mühe gibt. Aber...