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Alcalá de Henares

Alcalá de Hernares

Die nächste interessante Stadt, die ich von Madrid aus besichtigt habe, ist Alcalá de Hernares. Dieser Ort wurde mit seiner historischen Altstadt 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Er verfügt über das größte historische und architektonische Angebot , direkt nach Madrid, in der Region.

Etwas außerhalb des Ortes führte mich Brigitte / Ainhoa zuerst einmal zum Casa de Hippolytus, römischen Ausgrabungen :
1.Bild : casa00
Vom antiken Complutum , das im 1.Jahrhundert vor unserer Zeit gegründet wurde, sind bedeutende archäologische Reste erhalten :


hippo

hippo

hippo

hippo


Das römische Complutum erhielt von den Mauren den arabischen Namen Qal’at abd al-Salam. Davon stammt der heutige Namen der Stadt „Alcalá“, das bedeutet „Festung“. Auch aus der Maurenzeit gibt es noch einige Überreste.

Im 12. Jahrhundert wurde Alcalá vom Toledaner Erzbischof Bernardo de Sedirac für die Christen erobert. Über mehrere Jahrhunderte hinweg unterstand Alcalá den Erzbischöfen von Toledo. Im Mittelalter lebten in der Stadt Juden, Muslime und Christen friedlich miteinander.


Alcalá

Alcalá

Isabella



Unter Kardinal Cisneros, Erzbischof von Toledo und Beichtvater von Isabella, der Katholischen, begann Alcalás de Hernares Blütezeit:

Isabella



Isabella war die Tochter (Infantin) des Königs Johann II. von Kastilien und León und dessen zweiter Gemahlin Isabella von Portugal. Sie vermählte sich am 19. Oktober 1469 mit Ferdinand II., dem Katholischen, von Aragonien und bestieg nach dem Tod ihres Bruders Heinrich IV. 1474 mit ihrem Gatten den kastilischen Thron.


In dieser Zeit begann Alcalás Blütezeit. Cisneros gründete 1499 die Universität und Alcalá entwickelte sich immer mehr zu einer prächtigen Stadt :

Universität


Im 17.Jahrhundert studierten oder lehrten dort viele berühmte Persönlichkeiten wie die Schriftsteller Francisco de Quevedo, Lope de Vega, Tirso de Molina, San Juan de la Cruz und Calderon de la Barca.



cervantes


Der größte Ruhm Alcalás rührt jedoch daher, dass hier 1547 Miguel de Cervantes geboren wurde, der Autor des berühmten Romans „Don Quijote“ .

cervantes


Seinen Spuren begegnet man immer wieder und überall in der Stadt.
Derzeit erlebt die Stadt einen neuen kulturellen Aufschwung. Das kulturtouristische Angebot wird immer weiter ausgebaut.

cervantes

Miguel de Cervantes Saavedra wurde als viertes von sieben Kindern einer verarmten adeligen Familie in Alcalá de Henares geboren.
Seine Eltern waren Rodrigo de Cervantes, ein erfolgloser Chirurg, und Leonor de Cortinas. Der junge Cervantes studierte Theologie an den Universitäten von Salamanca und Madrid.
Miguel de Cervantes führte ein sehr abenteuerliches Leben. Nach Studien bei dem Humanisten Juan López de Hoyos zog er 1569 auf der Flucht vor der spanischen Justiz zunächst nach Rom. Dort trat er als Kammerdiener in die Dienste von Kardinal Giulio Acquavita ein. Noch im gleichen Jahr ging er in eine in Neapel stationierte Einheit der spanischen Marine. Als Mitglied der Infanteria de Marina nahm er 1571 an der Schlacht von Lepanto teil, in der Juan de Austria gegen die Türken kämpfte. Er erhielt drei Schusswunden und verlor die linke Hand, wodurch er den Beinamen el manco de Lepanto (der Einhändige von Lepanto) erhielt.

Nach weiteren Jahren in der spanischen Marine wurde Cervantes im Juni 1575 von algerischen Korsaren gefangen genommen und als Sklave nach Algier verschleppt. Erst nach fünf Jahren und drei erfolglosen Fluchtversuchen konnte er 1580 durch den Trinitarier-Orden freigekauft werden und kehrte am 19. September nach Spanien zurück.

Was mich hier in der ganzen Umgebung auch so fasziniert hat, sind die vielen Störche.Überall sind Nester und alle sind bewohnt. Selbst unterwegs sieht man fast auf jedem Strommast ein riesengroßes Storchennest.In der Stadt Alcalá gibt es über 80 Nester.


Störche


Das Hospital de Antezana wurde Ende des 15.Jahrhundert von dem adligen Ehepaar Luis de Antezana und seiner Frau Isabel de Guzmán gestiftet, dass arme Kranke dort umsonst behandelt werden konnten. Dieses kleine Hospital ist die älteste, noch in Betrieb befindliche Gesundheitseinrichtung Spaniens. Hier arbeitete seinerseits Rodrigo de Cervantes, der Vater von Miguel de Cervantes. Und der hl.Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, arbeitete dort während seiner Studienzeit als Koch. Dad Hospital hat einen sehr schönen Innenhof :


Hospital

Hospital



Überreste von der maurischen Zeit ist noch der Wehrturm und die alte Befestigungsmauer :

Stadtmauer


Der Palacio Arzobispal wurde im 13.Jahrhundert von den Erzbischöfen von Toledo errichtet. Die ursprüngliche befestigte Burg wurde ab dem 16.Jahrhundert ein prächtiger feudaler Palast und war der Wohnsitz der Erzbischöfe und zeitweise auch der spanischen Könige.

Palacio


Wir haben natürlich auch eines der typischen Gerichte der Küche von Kastilien La Mancha probiert, die Migas. Das sind in Knoblauch und Öl gebratene Brotkrümel und dazu schmeckte uns ein leckeres Bier :

migas


Ich hoffe, euch hat dieser 2. Bericht meiner Städtetour in und um Madrid herum gefallen. Es wird noch einiges folgen.

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