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Das Ebro-Delta

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Das Ebrodelta – europäisches Schutzgebiet NATURA 2000 :

Im südlichsten Teil von Katalonien liegt der Naturschutzpark Ebrodelta (Delta de l’Ebre), nach dem Nationalpark Coto Doñana in Andalusien der zweitgrößte in Spanien. Das Mündungsgebiet des Ebro stellt mit seinen 320 km2 neben der Camargue die bedeutendste Feuchtzone im westlichen Mittelmeerraum .
Die Quelle des Ebro liegt bei Fontibre im Kantabrischen Gebirge. Der Name Ebro wurde vermutlich von dem baskischen Wort "ibar" für Tal oder Flusstal abgeleitet. Der Ebro zählt zu den größten Flüssen Spaniens und bahnt sich seinen Weg über 930 km bis zum Mittelmeer, wo er in einem Mündungsdelta bei Amposta endet.

Das Ebrodelta gehört zu den sechs von der EU ausgewiesenen katalanischen Schutzzonen. Im grenzüberschreitenden Projekt NATURA 2000 ist geplant, das Ebrodelta in die europäische Schutzgebietsvernetzung einzubeziehen. Bereits 1997 wurden dazu zwei LIFE-Projekte (spezielle EU-Förderprojekte) »zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Feuchtgebieten und zum Schutz der dort lebenden bedrohten Arten« genehmigt.

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Die etwa 8000 ha große Naturlandschaft ist einzigartig und in ihrer Art unvergleichlich: Im Küstenbereich gibt es Süßwasserseen, so genannte ullals; zum Meer hin von Schilfrohr und Binsenfeldern sowie Sumpfgebieten umrahmte Lagunen. Im Innern trifft der Besucher auf ausgedehnte Reisfelder, deren Anblick je nach Jahreszeit variiert: im Sommer frisch und grün, im Winter erdfarben und im Frühjahr vom Wasser überflutet. In dieser großen, weiten Ebene findet man Obst- und Gemüseplantagen, ein Hinweis für die Bedeutung der Landwirtschaft in diesem Landstrich. Auch lange, beinahe wüstenhaft anmutende Sandstrände sind anzutreffen, mit Dünen und einer Pflanzenwelt, die sich an die extremen Bedingungen perfekt angepasst hat. Den Ebro entlang ziehen sich die Uferwälder hin, die durch ihre Mannigfaltigkeit an wild wachsenden Baumarten wie Pappeln, Platanen, Weiden, Erlen und Eukalyptusbäumen beeindrucken.

Das Vogelschutzgebiet im Ebrodelta weckt weltweites Interesse, insbesondere wegen der Brutkolonien und der Zugvögel, die hier überwintern bzw. sich auf der Durchreise in ihre Winterquartiere hier aufhalten. Bis zu 300 verschiedene Arten leben zeitweise in diesem Mündungsgebiet. Auf jede Art kommen bis zu 100 000 Vögel – das entspricht 60 % der gesamten Artenvielfalt in Europa. Von großem ökologischen wie auch ökonomischen Interesse ist der enorme Fischreichtum. Dies ist nicht verwunderlich, findet man doch hier im Mündungsgebiet des Flusses vom Süßwassersee bis zum salzhaltigen Meerwasser sämtliche Zwischenstufen mit ihren jeweiligen Fischarten: Hecht, Wels, Karpfen. Auch Flussaale, Meerbarben und Adlerfische gehören zur traditionellen Ausbeute.


Heute leben im Deltagebiet etwa 40 000 Einwohner. Haupteinnahmequelle ist der Reisanbau mit 98 % der gesamten Reisernte Kataloniens. Es gibt fast keine Industrie.
Von Norden nach Süden und von Ost nach West erstrecken sich üeber 20.000 Hektar Reisfelder über das Delta, durchzogen von zahlreichen Wasserkanälen, die aus dem Ebro abgeleitet werden zur Bewässerung der Reisfelder.

Neben dem Reis nutzt auch eine weitere Pflanzenart die besonderen Eigenschaften des Feuchtgebietes, der Meeresspargel ( salicornia herbacea ) .Pharmazeutisch dient sie zur Herstellung von Jodtabletten, aber auch von Seifen und Ölen. Kulinarisch findet man die salzig-pfeffrigen Blätter der Pflanze in Reisgerichten.
Brassen, Hechte, Welse und Aale, sowie Muscheln werden im Ebro-Delta an Land gezogen.

Wegbeschreibung :

Den Naturpark Delta de l'Ebre erreicht man über die Autobahn AP7 Richtung Barcelona.Über die Ausfahrt 40 und 41 kommt man in den Ort Deltebre.
Infos erhält man auch über das Internet : www.parcsdecatalunya.net

Noch ein Tipp zum Schluss:
Ein einmaliges Erlebnis ist es, eine Nacht in der wunderschönen Jugendherberge im Ort Deltebre zu verbringen. Und wenn dann noch Zeit bleibt für einen Abendspaziergang durch das längste Dorf Kataloniens, städtebaulich einzigartig und mit dem sinnreichen Namen Jesus i Maria, dann hat man den Naturpark in seinem ganzen Facettenreichtum kennen- und sicher auch lieben gelernt.

Foto: Flamingos im Ebrodelta Aus: Parque Natural Delta del Ebro, Generalitat de Catalunya. Departement de Comerc, Consum i Tursime




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