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Tierschutz in der Marina Alta
Persönliche Gedanken unseres Mitgliedes "wigro" zum Tierschutz in Spanien :Angeregt durch eine (fast) leidenschaftliche Diskussion im Regionalchat der FA-Region Spanien und durch einige, leider negative eigene Erfahrungen habe ich mir so meine Gedanken zu diesem Thema gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will. Ich rechne keineswegs mit „ Applaus von allen Rängen“ und bin auch auf „ Prügel “ gefasst .
Vorweg aber erkläre ich aufrichtig : „ Tierschutz tut Not – besonders hier in Spanien.!“
Aber muss es denn wirklich sein, dass es in einem kleinen Städtchen wie Denia z.B. mindestens fünf oder sechs Tierschutzgruppen und – vereine gibt, die sich auch noch untereinander spinnefeind sind und mit allen fairen und vor allem unfairen Mitteln bekämpfen.?
Muss es denn sein, dass es Menschen gibt, die ihre Profilneurose mit einem Aufdruck auf ihrer Visitenkarte „ Präsident des Tierschutzvereines soundso „ zu bekämpfen suchen, nachdem sie mit allen anderen Ideen gescheitert sind.?
Muss es denn sein, dass mit rührseligen, fast weinerlichen Appellen Tieradoptionen angeboten , Patenschaften gesucht , und Spenden gesammelt werden, deren Erlöse in manchen Fällen in dunklen Kanälen versickern ? ( Die gelegentlich recht aufwändig gestalteten Büros der Präsidien sprechen da eine deutliche Sprache – so wenigstens ist es hin und wieder von einem Konkurrenzverein zu hören !)
Muss es denn sein, dass junge Katzen und Welpen auf Floh- und Wochenmärkten, mitten im Sommer, in einer Art Vogelkäfig zusammengepfercht,
Muss es denn sein, dass die Frage eines Passanten ob das denn artgerechte Haltung dieser Tiere sei, mit dem Ruf nach einem männlichen Begleiter, der in einem klimatisierten Auto mit laufendem Motor (!) sass, „kommst du mal , da will einer stänkern !“ beantwortet wurde ?
Muss es denn sein, dass mehrmals im Jahr Hunde per Anhänger nach Deutschland transportiert werden, derweil die deutschen Tierheime ausnahmslos überfüllt sind ?
Muss es denn sein, dass reinrassige Hundewelpen „aus eigener Zucht“ unter einer Festnetztelefonnummer in diversen Zeitungen in Spanien angeboten werden und dass in der gleichen Ausgabe eine rührende Geschichte von Hunden erzählt wird, die man aus einer Tötungsanstalt „gerettet“ habe und für die , man als Tierschutzverein soundso ein neues Zuhause suche- Interessenten werden gebeten die Mobilnummer xyz anzurufen. Sowohl auf dem Festnetz als auch unter der Mobilnummer meldet sich ein und die selbe Person. !!
Muss es denn sein, dass einer meiner Freunde fortgeschickt wurde, als er vergeblich versuchte mehrere hundert Dosen Hundefutter,( die bei einem Unfall seiner Spedition etwas verbeult wurden und der Supermarkt die Annahme der Ladung verweigerte) einem Tierheim zu schenken. Begründung: es sei keine Zeit vorhanden um die Dosen abzuholen !!!!
Und ausserdem würde nur spezielles Futter verabreicht , aber wenn er statt dessen einen Geldbetrag ………..
Muss es denn sein, dass ein Katzenschutzverein sich weigerte eine Katzenfalle an eine Gruppe von Privatleuten in unserem Dorf auszuleihen, damit streunende Katzen gefangen werden können um sie dann auf eigene Kosten sterilisieren zu lassen ?
Zum Schluss noch eine , leider wahre, Geschichte :
Eine hoch betagte ,allein stehende Dame hatte in ihrem Testament verfügt, dass ihr gesamter Besitz nach ihrem Tode einem Tierheim zufallen sollte; der Erlös aber aus dem Verkauf ihres Hauses sollte an eine Kinderkrebshilfe gehen. Eine Rechtanwältin wurde als Testamentsvollstreckerin eingesetzt und meine Gestoria mit der Abwicklung dieser grosszügigen Spendenaktion beauftragt.
Als nach dem Tode der alten Dame alle notwendigen Formalitäten erledigt waren, traten die Vertreter des bedachten Tierheimes zur Besichtigung des Nachlasses an.
Mit einem meiner Mitarbeiter wurde ein Abholtermin vereinbart, der aber seitens der Bedachten nicht eingehalten wurde. Nach einigen hin und her einigte man sich auf einen neuen Termin, der dann auch stattfand. Wir trauten unseren Augen nicht als wir mit ansehen mussten, wie nur die besten und wertvollsten Stücke des Nachlasses aussortiert wurden und der Rest einfach liegen blieb. „ Das können wir nicht gebrauchen“
Nach Rücksprache mit der Anwältin wurde der Rest „freihändig“ verkauft und der Erlös in Höhe von einigen 100 € , zusammen mit der Summe aus dem Hausverkauf, ebenfalls an die Kinderkrebshilfe übergeben.
Kein weiterer Kommentar !!
Um es nochmals in aller Deutlichkeit zu sagen : Ich bin kein Tierschutzgegner, ich bin nur gegen bestimmte Praktiken einiger Leute.
Gruß wigro