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Thementreff > Reisen > Rund- und Fernreisen > Mitglied Hamako berichtet aus Japan > Von Schneedarumas und Frühjahrsteufeln
Von Schneedarumas und Frühjahrsteufeln
Schneedarumas und Frühlingselfen
Februar – eine närrische Zeit in Japan? Das kann man nicht gerade sagen. Aber eine kalte Zeit, DIE kälteste Zeit des Jahres. Das Gebiet Tohoku (Nordteil der Hauptinsel Honshu) versinkt im Schnee. Das sind Schneemassen, die man sich als Mitteleuropäer kaum vorstellen kann. Monatelang hält der Kampf mit dem Schnee an. Es gilt nicht nur, Strassen und Wege nach dem Schneefall passierbar zu machen, nein, man muss auch das Dach von seiner meterhohen Schneelast befreien. Und so vergeht kein Winter ohne die Nachricht über den einen oder anderen Dachschneeräumer, der dabei vom Dach fiel und - diese Arbeit nun nicht mehr ausführen kann.
Nach einem Schneefall sind oft die Fenster des Erdgeschosses eingeschneit, die Haustür natürlich auch. Deshalb darf man Schneeschippen und Schaufeln nicht draußen stehen lassen, sondern muss welche an der Innenseite der Haustuer parat haben, damit man von innen den Ausgang frei schaufeln kann! Eine andere Möglichkeit nach draußen zu kommen ist vom Balkon aus. Also wie dem auch sei – es ist ein Kampf. In den Schneegegenden amüsieren sich die Kinder mit Iglu bauen. Ja, das gibt es nicht nur bei den Inuits, es ist auch eine alte japanische Sitte. Und Schneemänner baut man natürlich auch. Aber die bestehen nur aus Körperteil und Kopf, wogegen man in westlichen Schneeregionen doch gern Kopf, Oberkörper und Unterkörper baut, oder? Am besten noch Arme dran usw.. Nicht so in Japan.
Auch der Form des Schneemanns liegt eine Legende zugrunde. Vor langer, langer Zeit war einmal ein buddhistischer Mönch, der betete und fastete und betete und fastete solange bis ihm mangels Bewegung und Nahrung Arme und Beine abfielen. Und so hatte er das Nirvana erreicht und nie wurde er vergessen. Sein Name war ‚Daruma’, deshalb heißt der Schneemann hier Schneedaruma.
Auch der Form des Schneemanns liegt eine Legende zugrunde. Vor langer, langer Zeit war einmal ein buddhistischer Mönch, der betete und fastete und betete und fastete solange bis ihm mangels Bewegung und Nahrung Arme und Beine abfielen. Und so hatte er das Nirvana erreicht und nie wurde er vergessen. Sein Name war ‚Daruma’, deshalb heißt der Schneemann hier Schneedaruma.
So gern ich auch Schnee und eine verschneite Landschaft liebe, bin ich doch recht zufrieden mit der Trockenheit und dem gleißenden Sonnenschein, den wir dagegen hier im Raum Tokio-Yokohama den Winter über genießen dürfen.
Wie die Europäer den Winter durch den Karneval austreiben, so pflegt man auch hier ein Winteraustreibungsfest. Es wird jedes Jahr am 3. Februar gefeiert. Nach der traditionellen Legende sind wir von Geistern aller Art umgeben, manche davon bringen Unglück, andere Glück. Am 3.2. nun nimmt man ungekochte Sojabohnen, geht durch das ganze Haus, wirft Bohnen in alle Ecken und ruft dabei: Teufel raus! Glück herein! Was einfach heißt: ihr unangenehmen Winterteufel, verzieht euch, Frühlingselfen kommt herbei!
Wie die Europäer den Winter durch den Karneval austreiben, so pflegt man auch hier ein Winteraustreibungsfest. Es wird jedes Jahr am 3. Februar gefeiert. Nach der traditionellen Legende sind wir von Geistern aller Art umgeben, manche davon bringen Unglück, andere Glück. Am 3.2. nun nimmt man ungekochte Sojabohnen, geht durch das ganze Haus, wirft Bohnen in alle Ecken und ruft dabei: Teufel raus! Glück herein! Was einfach heißt: ihr unangenehmen Winterteufel, verzieht euch, Frühlingselfen kommt herbei!
Es folgt ein Frühjahrsputz, wobei die Bohnen wieder aufgelesen, gewaschen und gekocht werden. Durch das Essen reinigen wir dann noch unser Inneres von allen bösen Teufeln. Eine nette Sitte, die bei Kindern sehr beliebt ist. Oft verkleidet sich ein Familienmitglied als Teufel und lässt sich zum großen Vergnügen aller Beteiligten mit Bohnen bewerfen. Die japanischen Teufel sind den Teufeln der westlichen Welt nur annähernd ähnlich, jedenfalls haben sie auch Hörner, wenn auch nur kleine. Ansonsten sind das stämmige Muskelprotze mit roter Haut und hellen Wuschelhaaren, großen Ohrringen, breiten Nasen, dicken Lippen, blauen Augen und langen spitzen Nägeln. Bekleidet sind sie mit einem Lendenschurz und tragen eine Keule. Ihre Wesensart ist dümmlich bis heimtückisch, man läuft ihnen besser nicht über den Weg. Aber so mancher Mensch, der sich mit ihnen anfreundete, hat sie auch von gutmütiger und hilfsbereiter Seite kennen gelernt. Zumindest der Sage nach.
Seit etwa 15 Jahren pflegt man hier den Valentinstag. Wenn mit etwas Geschäfte zu machen ist, sind die Japaner dabei. Aber wie so manches ist die Sitte hier fast eine Umdrehung der europäischen Art: nicht der Mann der Frau, sondern die Frau schenkt dem Mann etwas, und das ist in erster Linie Schokolade, bevorzugt wird dabei europäische. Und weil hier die Ess- sowie die Kochkultur sehr vielfältig ist, werden mit Kochschokolade und verschiedenen anderen Zutaten eigenwillige Leckereien hergestellt. Liebe geht eben durch den Magen. Wie schon früher erwähnt, herrscht in Japan die Sitte der Rückgeschenke. Wer also am 14.2. Schokolade bekam, muss sich am 14. März dafür revanchieren; und zwar mit Bonbons! Der 14.3. ist der sogenannte „Weiße Tag“, wieder mal eine absolut japanische Erfindung der Neuzeit. Im Garten blüht schon bald der Daphnestrauch. Schnee werden wir wohl in diesem Winter nicht mehr haben, also auch keinen Schneedaruma.





















Domo arigatoo gozaimasu! Dieser Artikel war sehr interessant. Ich war 2006 selber 3 Wochen in Japan. Allerdings habe ich dort eher meine eigenen Wege gesucht. Mein japanischer Brieffreund hat mir viel geholfen. Ein wenig kann ich auch Japanisch, doch für eine gepflegte Konversation reichte es nicht. Leider habe ich den Fujisan nicht sehen können, denn es war Regenzeit und Wolken behangen. Aber ich denke, es wird noch ein zweites Mal geben. Doch nicht so schnell. Aybowan (singhalesischer Gruß für ein langes Leben, oder auch guten Tag) Vielleicht Sehen wir uns mal Gunther