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Thementreff > Reisen > Rund- und Fernreisen > Mitglied Hamako berichtet aus Japan > Blumenpracht und Badevergnügen
Blumenpracht und Badevergnügen
Der Frühling ist ausgebrochen mit aller Kraft und Blumenpracht. Noch nie blühten die Kirschbäume so früh, seitdem das meteorologische Amt in Japan eröffnet wurde. Heute fegt ein Sturm von West nach Ost übers Land, der an den zarten Blüten zerrt und zieht und den Vögeln das Gefieder zerzaust. Sind wir hier richtig, fragen wohl die Schwalben, die schon aus Indonesien angereist sind.
Es wird wieder bunt im Land der aufgehenden Sonne. In Gärtchen und um die Hauseingänge herum werden vielerlei Blumen, besonders Stiefmütterchen in allen Schattierungen aufgestellt und gepflegt. Erst blühten die weißen Magnolien und jetzt die lilafarbenen. Auf Balkonen hat man prinzipiell keine Pflanzen, denn dort werden bei gutem Wetter fleißig die Betten gelüftet. Japan ist ein Land der begeisterten Lüfter und Wäschewascher. Alles was irgendwie locker zu machen geht, kommt mal nach draußen an die Luft und in die Sonne auf Balkone und in Gärten, wodurch das Gesamtbild der Städte umso bunter wirkt.
Es wird wieder bunt im Land der aufgehenden Sonne. In Gärtchen und um die Hauseingänge herum werden vielerlei Blumen, besonders Stiefmütterchen in allen Schattierungen aufgestellt und gepflegt. Erst blühten die weißen Magnolien und jetzt die lilafarbenen. Auf Balkonen hat man prinzipiell keine Pflanzen, denn dort werden bei gutem Wetter fleißig die Betten gelüftet. Japan ist ein Land der begeisterten Lüfter und Wäschewascher. Alles was irgendwie locker zu machen geht, kommt mal nach draußen an die Luft und in die Sonne auf Balkone und in Gärten, wodurch das Gesamtbild der Städte umso bunter wirkt.
Der 3. März ist ein Festtag für Mädchen – das Hinapuppenfest. Vor langer, langer Zeit, als noch viele Kinder geboren wurden, von denen aber oft nur wenige die Kinderjahre überlebten, begann man mit der Sitte, für jedes verstorbene Mädchen eine Puppe aus Papier auf den nahen Fluss zu setzen und friedlich in die Ewigkeit treiben zu lassen. Einige Zeit später entwickelte sich daraus der Brauch, allen Mädchen der Familie schon frühzeitig eine schöne Puppe zu schenken, auf dass sie ebenso schön würden und gesund blieben.
Einige 100 Jahre später machte man es mehr und mehr den Adeligen nach, die für ihre Mädchen nicht nur eine Puppe aufstellten, sondern einen ganzen Altar aufbauten, der einen japanischen Hofstaat darstellte: Prinzessin mit Prinz, Hofdamen, Hofkapelle, Blumenschmuck und Köstlichkeiten. Dieser Altar wird stufenförmig aufgebaut mit einer Höhe bis zu 1,50 m und einer Breite von 1 m. Eine Puppe ist etwa 15 cm hoch und in sitzender Stellung. Aufgestellt wird diese Dekoration im Laufe des Februars, und nach dem 3.3. sollte er nicht mehr herumstehen, sonst besteht die Gefahr, dass die Töchter der Familie keinen Bräutigam finden! Diese Einstellung stammt von der traurigen Tatsache, dass es unter den Nachkommen der Adeligen mindestens so viele uneheliche Töchter wie eheliche gab. Es war schon oft nicht leicht, für die ehelichen Töchter einen geeigneten Mann zu finden, viele uneheliche hatten nicht mehr als den Namen ihres adeligen Vaters, was ihnen bestenfalls zum Eintritt in ein buddhistisches Nonnenkloster verhalf.
Einige 100 Jahre später machte man es mehr und mehr den Adeligen nach, die für ihre Mädchen nicht nur eine Puppe aufstellten, sondern einen ganzen Altar aufbauten, der einen japanischen Hofstaat darstellte: Prinzessin mit Prinz, Hofdamen, Hofkapelle, Blumenschmuck und Köstlichkeiten. Dieser Altar wird stufenförmig aufgebaut mit einer Höhe bis zu 1,50 m und einer Breite von 1 m. Eine Puppe ist etwa 15 cm hoch und in sitzender Stellung. Aufgestellt wird diese Dekoration im Laufe des Februars, und nach dem 3.3. sollte er nicht mehr herumstehen, sonst besteht die Gefahr, dass die Töchter der Familie keinen Bräutigam finden! Diese Einstellung stammt von der traurigen Tatsache, dass es unter den Nachkommen der Adeligen mindestens so viele uneheliche Töchter wie eheliche gab. Es war schon oft nicht leicht, für die ehelichen Töchter einen geeigneten Mann zu finden, viele uneheliche hatten nicht mehr als den Namen ihres adeligen Vaters, was ihnen bestenfalls zum Eintritt in ein buddhistisches Nonnenkloster verhalf.
Noch mal zurück zur Gegenwart: Natürlich gibt es verschiedene Größen dieses Puppenaltars, denn nur in wenige Wohnungen vor allem junger Familien passt so ein gewaltiger Aufbau überhaupt hinein. Er ist meistens ein Geschenk der Eltern der Mutter. Manche traditionsbewusste Familien, deren Hina-Altäre nicht einem Feuer zum Opfer gefallen sind, vererben ihn auch. Ein großer Altar kostet leicht 2000 Euro.
Die Hina-Puppen, Prinz und Prinzessin sind in Prachtkimonos gekleidet, mindestens in sieben Lagen übereinander. Daher kommt in Japan die Sitte, etwas Wichtiges und Schönes – vor allem Geschenke – sorgfältig und mehrfach einzupacken – eine Kunst, die jede Verkäuferin nach der Einstellung in einem Kaufhaus in einem extra Kurs lernen muss.
Und was macht die heutige kleine Japanerin am 3.3.? Ihre Mutter veranstaltet eine Hausparty für sie. Man versammelt sich beim Hina-Altar, isst Sushi und andere Leckereien und trinkt alkoholfreien Sake. Jungen dürfen auch mitmachen, keine Bange. Es gibt übrigens auch ein Jungenfest, im Mai. Doch darauf komme ich dann erst zu sprechen.
Die Hina-Puppen, Prinz und Prinzessin sind in Prachtkimonos gekleidet, mindestens in sieben Lagen übereinander. Daher kommt in Japan die Sitte, etwas Wichtiges und Schönes – vor allem Geschenke – sorgfältig und mehrfach einzupacken – eine Kunst, die jede Verkäuferin nach der Einstellung in einem Kaufhaus in einem extra Kurs lernen muss.
Und was macht die heutige kleine Japanerin am 3.3.? Ihre Mutter veranstaltet eine Hausparty für sie. Man versammelt sich beim Hina-Altar, isst Sushi und andere Leckereien und trinkt alkoholfreien Sake. Jungen dürfen auch mitmachen, keine Bange. Es gibt übrigens auch ein Jungenfest, im Mai. Doch darauf komme ich dann erst zu sprechen.
Bunt sind nicht nur die Blumen, auch die Mode des Frühlings meldet sich in Pastellfarben. Bunt sind aber auch die Köpfe der eigentlich schwarzhaarigen Japaner. Nicht erst seit neulich, sondern seit etwa 2 Jahren wird hier mit vielen Mitteln gebleicht und gefärbt, und es gibt Haarfarben in vielen Blond- und Rottönen. Nur – es sind leider ziemlich matte Schattierungen, der Gegensatz zur Ursprungsfarbe und die Chemikalien sind wohl zu drastisch. Hätte nicht gedacht, dass meine Haarfarbe hier mal so modern wird. Dabei fand ich die glänzenden schwarzen Haare der Japaner gerade so schön.
Und nun ein anderes Thema, was nicht nur mit dem Frühling zu tun hat. Eines der täglichen Hobbies der Japaner ist - baden. Erst duscht man sich, dann wird zum aufwärmen und entspannen in ein mindestens 40 Grad heißes Bad bis zur Schulter eingetaucht. Man zählt langsam bis 100 und kommt krebsrot heraus. Heutzutage sind die Bäder mit Komfort und Automatik ausgerüstet. Früher – die Sitte zu baden, ist so alt wie die Kultur des Landes – wurde das Wasser für den Bottich oder besser gesagt: für das Badefass - mit Hilfe von Holzscheiten erhitzt. Eine Heißwassermenge pro Person war viel zu luxuriös und umständlich, also wusch man sich vor dem baden, damit mehrere Familienmitglieder dasselbe Badewasser benutzen konnten. Und diese Sitte ist bis heute erhalten geblieben.
Und nun ein anderes Thema, was nicht nur mit dem Frühling zu tun hat. Eines der täglichen Hobbies der Japaner ist - baden. Erst duscht man sich, dann wird zum aufwärmen und entspannen in ein mindestens 40 Grad heißes Bad bis zur Schulter eingetaucht. Man zählt langsam bis 100 und kommt krebsrot heraus. Heutzutage sind die Bäder mit Komfort und Automatik ausgerüstet. Früher – die Sitte zu baden, ist so alt wie die Kultur des Landes – wurde das Wasser für den Bottich oder besser gesagt: für das Badefass - mit Hilfe von Holzscheiten erhitzt. Eine Heißwassermenge pro Person war viel zu luxuriös und umständlich, also wusch man sich vor dem baden, damit mehrere Familienmitglieder dasselbe Badewasser benutzen konnten. Und diese Sitte ist bis heute erhalten geblieben.
Unter dem japanischen Archipelago brodeln unzählige Lava-Adern. Zwar drohen uns jederzeit Erdbeben und Vulkanausbrüche, aber dadurch genießen wir auch den großen Schatz vieler heißer Quellen. In unzähligen Regionen des Landes gibt es Pensionen oder Hotels, die sozusagen auf heißen Quellen aufgebaut sind. Und so sind denn Badereisen sehr beliebt bei Alt und Jung, bei Familien, bei Kollegen und was es sonst noch für Kombinationen gibt. Heute ist der 21.3., Frühlingsanfang, und ein Feiertag in diesem Land der Kirschblüte. Außerdem auch ein Tag, an dem man die Gräber der Verstorbenen besucht. Entsprechend meldete der Verkehrsdienst Stauungen auf den Strassen in Richtung der großen Tempel und Friedhöfe. Während in Deutschland das Eierfärben beginnt und der Osterschmuck angebracht wird, bewundere ich hier meine kleine Ikebana aus Schneeweide, Camelie und Hortensienzweig.
Weitere Berichte von Hamakko findest Du hier.
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