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KURFERIEN IM ALLGÄU IM MAI 2011


Allgäu

Weberei in Thalkirchdorf

Weberei

Einen meiner ersten Besuche in der Region galt dieser Weberei. Schon seit Jahren kenne ich den Betrieb und bin immer wieder begeistert von den schönen geschmackvollen Baumwoll- und Wollteppichen, welche hier in Handarbeit hergestellt werden. Ein kleiner Einblick in die Produktion wurde mir gewährt, worüber ich mich sehr gefreut hatte. Die Bilder zeugen davon. Die dort veranstalteten Musikabende sind ein wahrer Hochgenuss und immer gut besucht.

Allgäuer Handwebteppiche aus Thalkirchdorf seit 1927.
Das Handweben im Allgäu vor dem Aussterben bewahrt
Aus kleinen Anfängen heraus entwickelten sich die Allgäuer Handwebereien Thalkirchdorf, weithin bekannt unter dem Firmenzeichen „AHT“, zu einem leistungsfähigen Unternehmen, zu einem der bedeutendsten Hersteller handgewebter Teppiche und Möbelstoffe in der Bundesrepublik Deutschland mit weltweiten Geschäftsverbindungen, und nicht zuletzt zu einem wesentlichen mittelständischen Wirtschaftsfaktor im Oberallgäu. Das Unternehmen ist von den ersten Tagen bis heute im Besitz der im Allgäu alteingesessenen Familie Hense. In einer Zeit der größten Not setzte Albert Hense einen Plan in die Tat um: 1927, vor genau 80 Jahren, gründete er in Thalkirchdorf eine Handweberei. Sein vordringliches und vornehmes Ziel: „Ich will meinen Thaler Mitbürgern Arbeit und Brot geben.“ Ein sozialer Akt also am Anfang der Geschichte der Allgäuer Handwebereien Thalkirchdorf, ein außerordentliches Ereignis für den kleinen, weitverstreuten Ort im Konstanzer Tal zwischen Immenstadt und Oberstaufen, dessen Einwohner unter den Folgen des Ersten Weltkrieges litten, Inflation, Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit, kümmerliches Leben von der Hand in den Mund. Bei der Entscheidung über die Gründung eines Betriebes im Fertigungsbereich der Raumgestaltung waren für Albert Hense zweierlei Erfahrungen maßgebend. Einmal das Wissen um die uralte Tradition des Handwebens im Allgäu, das im Laufe von Jahrhunderten an langen Winterabenden auf den einsamen Bergbauernhöfen von den Bäuerinnen zu einer wahren Kunst entwickelt worden und das im berühmten „Allgäuer Flecklesteppich“ zu höchster Entfaltung gekommen war. Nur so ließ sich das Handweben im Allgäu vor dem Aussterben bewahren. Mit drei Webstühlen nahm Albert Hense 1927 die Herstellung von „echten Allgäuer Teppichen“ auf. Heute ist der „Flecklesteppich – Allgäuer Blache“ – Teil eines umfangreichen Fertigungsprogramms. Quelle: HP Weberei

Bergdorf Lindenberg im Allgäu


Lindenberg

Was macht man alles bei einem Kururlaub im Allgäu - erfahren hatte ich von der Hutfabrik Seeberger im Bergdorf Weiler bei Lindenberg - also beschloss ich am Dienstag, den 24. Mai den Mittag hier zu verbringen. Die Fahrt dahin mit zwei Damen vom Landhaus hatte sich schon sehr interessant gestaltet und dann erst dieser Besuch im Outlet dieser Firma war der Höhepunkt an diesem Mittag. Hüte in den schönsten Farben, Formen und Materialien waren zu sehen und natürlich auch anzuprobieren. Für so eine Kopfbedeckung spricht ja Vieles, im Sommer gut gegen die Sonneneinwirkung und im Winter gut für die Kälte. Auch wirkt Frau oder Mann einfach vollkommen mit Hut. Federn sind natürlich als Kopfschmuck der absolute Knüller. Einfach toll wirken diese und sind einen Hingucker immer wert.

Lindenberg

Einstens waren in dieser mittelgroßen Allgäuer Seelengemeinde ca. 30 Hutfabriken angesiedelt. Heute beschäftigt hier nur noch eine Firma wenige Mitarbeiter, die Fabrikation wurde ins Ausland verlagert worden.

In Zimmer 3 sind Geflechte und Strohstumpen ausgestellt, die aus europäischen Ländern, aus Ostasien und Südamerika importiert und in Lindenberg verarbeitet worden sind. Ein Glasschrank zeigt eine Haubenpresse .
In Zimmer 3 sind Geflechte und Strohstumpen ausgestellt, die aus europäischen Ländern, aus Ostasien und Südamerika importiert und in Lindenberg verarbeitet worden sind. Ein Glasschrank zeigt ländliche Strohhüte und Erzeugnisse der Hutindustrie während der beiden Weltkriege. Einen weiteren Arbeitsgang der Strohhutherstellung zeigt eine Leimerei zur Hutversteifung.
In Zimmer 4 stehen Nähmaschinen verschiedenster Art. Vitrinen zeigen Arbeitsgänge zur Herstellung von Haar- und Wollfilzstumpen und Fertigung eines synthetischen Sommerhutes aus Dralon. In Wandschränken sind zahlreiche Herren- und Damenhüte und Garniermaterial aus der Zeit von 1900 bis 1940 ausgestellt. Außerdem wird gezeigt, womit deutsche Olympiamannschaften behütet wurden.
Im Gang sind Damen- und Herrenstrohhüte von 1880 bis 1945 ausgestellt, und in einer Spezialvitrine sind 3 Strohzylinderhüte und eine Schute aus der Gründerzeit der Hutfabriken zu sehen. Besonders beachtenswert ist die Vitrine mit interessanten Matelots, dem Haupterzeugnis der Lindenberger Strohhutindustrie bis 1924. Auf einem Ortsbild von 1910 aus der Vogelperspektive sind die wichtigsten Stohhutfabrikationsbetriebe markiert. Das Bild des Pfarrers Johannes Josephus Wettach erinnert an seine berühmte Strafpredigt von der Lindenberger Kirchenkanzel über die verwerfliche Mode und Hoffart. Beachtung verdienen drei weitere Schauschränke im Vorraum und im Nebenzimmer, in denen unter anderem ein altes Strohbortenbuch, verschiedene Preismünzen aus Wettbewerben, ein Damenstrohhut aus feinstem Geflecht sowie Kopfbedeckungen, welche die Entwicklung vom Trachtenhut zum Modehut verdeutlichen, gezeigt werden. Zum Schluß sei auf die interessant gestalteten Zeittafeln hingewiesen. Mit einer Ausstellung neuester Damenhut-Kreationen und Spezialanfertigungen von Trachtenhüten verabschieden sich im Treppenhaus des 1. Stockes die Lindenberger Huterer vom Museumsbesucher.

Hans Stiefenhofer

Hutmuseum

Hutmuseum

Hutmuseum

Das blaue Haus in Oberstaufen.

Nicht an der Nordsee sondern im Allgäu steht dieses blaue Haus. Ausser allerhand an Krimskrams bietet es den Besuchern viele schöne und gemütliche Ecken im Haus und im Garten zum schwätzen und Kaffee/Tee und leckeren Kuchen geniessen.

Kurz vor unserem Abstieg stand der Besuch auf der Alm noch auf dem Programm am letzten Mittag vor der Abreise aus dieser wunderschönen Landschaft. Lecker schmeckenden Bergkäse konnte man verkosten, kaufen und schauen wie dieser hergestellt und zur Reifung aufbewahrt wird.

Bergwacht Oberstaufen

Mit der Bergwacht aus dem Wald oberhalb von Steibis gerettet zu werden gehörte dann für mich und meine Begleiter zu einem Höhepunkt für unseren Kururlaub. Allen Männern und Frauen, welche dies ehrenamtlich machen, gebührt unser Aller besondere Anerkennung und Dank.

Uschi`s Sommerschuh

Ja, was soll man bzw. Frau machen, eine kleine Abkürzung zum Autoparkplatz sollte zu einer 6-wöchigen Autofahrerinpause werden. Diese steilen Waldwege im Allgäu haben so allerhand an Tüken zu bieten, vor allem werden aus kleinen Steinchen oft grosse Probleme. Das Strohhütchen schmückt nun den Sommerschuh und wird wohl erst richtig im nächsten Jahr zur Geltung kommen. Und dann sicher wieder im schönen und doch sehr interessanten Allgäu.

Bilder @ U.C.

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