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Karneval in Venedig? nein in Ludwigsburg!
Alle zwei Jahre findet ein Maskenumzug in Ludwigsburg statt. Das Flair Venedigs wird für einige Stunden hierher gezaubert.....
Hofleben im Barockschloss:
Venezianischer Karneval in Ludwigsburg
Zur Geschichte:
Vom Karneval in Venedig ist überall die Rede. Die grösste Zerstreuung bietet zu dieser Zeit hier die Maskierung. Die Venezianer lieben es, sich in die Massen und Vergnügungen derartiger Anlässe zu stürzen und dabei ihre Identität hinter Vermummungen zu verbergen. Diese Verkleidungen eröffnen jede Gelegenheit für eine Unmenge an Liebesabenteuern, denn die Amouren von Venedig sind intrigenreicher als in irgend einem anderen Land."
So charakterisiert der englische Reisende Joseph Addison zu Beginn des 18. Jahrhunderts den venezianischen Karneval. Innere und äußere Natur - so fand man mit Addison - machten Venedig zur Stadt des Karnevals. Aber hinter der Maske dieser scheinbar rationalen Erklärung lugte dann doch die eigentliche Attraktion der Lagunenstadt hervor: Venedig, das war ein europäisches Zentrum der Vergnügungen, der Feste, der Liebe.
Seit Jahrhunderten galten die venezianischen Kurtisanen als die Königinnen ihres Gewerbes.
Geschichte ist im venezianischen Karneval, in seinen Kostümen, Zeremonien, Festen stets präsent. Wie in ganz Italien standen auch in Venedig antike Maskenfeste Pate bei der Entstehung des Karnevals, allen voran die Saturnalien, die im ganzen römischen Imperium als Fest der Jahreswende mit allen attraktiven Möglichkeiten der Maskenorgie aufwarteten.
Trotz heftiger Gegnerschaft der Kirche feierten die Venezianer ihren Karneval seit dem Bestehen der Stadt. Er begann am 26. Dezember und endete am Aschermittwoch. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu zahlreichen, vom Senat ausgesprochenen Verboten, an die sich jedoch niemand hielt.
Geschichte ist im venezianischen Karneval, in seinen Kostümen, Zeremonien, Festen stets präsent. Wie in ganz Italien standen auch in Venedig antike Maskenfeste Pate bei der Entstehung des Karnevals, allen voran die Saturnalien, die im ganzen römischen Imperium als Fest der Jahreswende mit allen attraktiven Möglichkeiten der Maskenorgie aufwarteten.
Trotz heftiger Gegnerschaft der Kirche feierten die Venezianer ihren Karneval seit dem Bestehen der Stadt. Er begann am 26. Dezember und endete am Aschermittwoch. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu zahlreichen, vom Senat ausgesprochenen Verboten, an die sich jedoch niemand hielt.
Besonders bizzar mag uns heute die Verordnung von 1458 erscheinen, gegen Männer vorzugehen, die als Frauen maskiert zur Karnevalszeit in Nonnenklöster eindrangen, um dort "viele Schamlosigkeiten" zu treiben.
Es scheint, dass gerade in der Epoche der Verbote die Maske und die Verkleidungen besonders erstaunliche Fortschritte machten. Zu den ursprünglichen typischen Vermummungen wie wilder Mann, Teufel, Männer in der Gnaga, der Frauenmaske, verlarvte oder geschwärzte Gesichter... kamen im 16. Jh. phantastische Kostüme aus dem Reich der Mythologie in Mode.
Hinzu traten die vielen Fremden aus exotischen Ländern, die nur in Venedig in so großer Zahl anzutreffen waren. (Türken, Dalmatiner, Kreter, Albaner, Armenier, Neger, Deutsche, Schweizer, dazu extravagante Berufe aus aller Welt, persische Seidenhändler, holländische Seeleute, arabische Karawanenführer ...)
Es scheint, dass gerade in der Epoche der Verbote die Maske und die Verkleidungen besonders erstaunliche Fortschritte machten. Zu den ursprünglichen typischen Vermummungen wie wilder Mann, Teufel, Männer in der Gnaga, der Frauenmaske, verlarvte oder geschwärzte Gesichter... kamen im 16. Jh. phantastische Kostüme aus dem Reich der Mythologie in Mode.
Hinzu traten die vielen Fremden aus exotischen Ländern, die nur in Venedig in so großer Zahl anzutreffen waren. (Türken, Dalmatiner, Kreter, Albaner, Armenier, Neger, Deutsche, Schweizer, dazu extravagante Berufe aus aller Welt, persische Seidenhändler, holländische Seeleute, arabische Karawanenführer ...)
Darüber hinaus hatten die Venezianer begonnen, die Maskenzeit auszudehnen. So begann im 17. Jahrhundert der eigentliche «Karneval» bereits im Oktober, nur für kurze Zeit zu Weihnachten unterbrochen, um dann am 26. Dezember nach alter Tradition offiziell eröffnet zu werden, aber nun keineswegs am Aschermittwoch ein endgültiges Ende zu finden.
Vielmehr flammte bei Jahresfesten, bei allen politischen Manifestationen, bei öffentlichen Amtseinführungen und bei Staatsbesuchen die Maskenzeit immer wieder auf.
Im 18. Jahrhundert hatte sich diese Infiltration der Gesellschaft durch die Maske endgültig durchgesetzt, und das maskierte Venedig war zur Attraktion des vorindustriellen Tourismus geworden.
Maske gehört zum Anzug" - damit ist präzise ausgedrückt, was den Besucher des 18. Jahrhunderts auf den Kanälen, den Campi, auf der Piazza und Piazetta, in den Calli Venedigs erwartete - und was natürlich auch er selbst erwartete.
Bei etwa 140 000 Einwohnern beherbergte die Stadt 1701 nicht weniger als 30 000 Fremde. Dieser Luxustourismus verhalf dem Senat zu einer neuen Einnahmenquelle und gab ehemaligen Arsenalarbeitern und Seeleuten einen neuen Beruf.
Als Napoleon 1797 Venedig eroberte, ging mit der Republik auch der Karneval unter.
Was blieb, konnte überall stattfinden: Einige Maskenzüge, einige Schaustücke, ein paar Arien, maskierte, lärmende Unterschicht.
Die Feste des Staates und der Gesellschaft, die Freiheit der maschera nobile, der Rausch, das Spiel - das alles war verflogen.
Ein Karnevalsbesucher des Jahres 1830 beschrieb die Lage der ehemaligen Herren Venedigs unter ihren neuen Herren - den Österreichern - so:
"In der Ecke eines Cafés sieht man einige Gestalten in moderner, aber völlig abgetragener Kleidung, durch düstere und verfallene Züge von den andern unterschieden. Es sind Nobili, fast die größten Namen des goldenen Buchs, völlig verarmt, zu hochmüthig, um zu arbeiten, kaum stolz genug um nicht zu betteln; der Kaiser giebt ihnen eine Unterstützung (täglich zwei Zwanziger), um ihrer Namen willen."
Vielmehr flammte bei Jahresfesten, bei allen politischen Manifestationen, bei öffentlichen Amtseinführungen und bei Staatsbesuchen die Maskenzeit immer wieder auf.
Im 18. Jahrhundert hatte sich diese Infiltration der Gesellschaft durch die Maske endgültig durchgesetzt, und das maskierte Venedig war zur Attraktion des vorindustriellen Tourismus geworden.
Maske gehört zum Anzug" - damit ist präzise ausgedrückt, was den Besucher des 18. Jahrhunderts auf den Kanälen, den Campi, auf der Piazza und Piazetta, in den Calli Venedigs erwartete - und was natürlich auch er selbst erwartete.
Bei etwa 140 000 Einwohnern beherbergte die Stadt 1701 nicht weniger als 30 000 Fremde. Dieser Luxustourismus verhalf dem Senat zu einer neuen Einnahmenquelle und gab ehemaligen Arsenalarbeitern und Seeleuten einen neuen Beruf.
Als Napoleon 1797 Venedig eroberte, ging mit der Republik auch der Karneval unter.
Was blieb, konnte überall stattfinden: Einige Maskenzüge, einige Schaustücke, ein paar Arien, maskierte, lärmende Unterschicht.
Die Feste des Staates und der Gesellschaft, die Freiheit der maschera nobile, der Rausch, das Spiel - das alles war verflogen.
Ein Karnevalsbesucher des Jahres 1830 beschrieb die Lage der ehemaligen Herren Venedigs unter ihren neuen Herren - den Österreichern - so:
"In der Ecke eines Cafés sieht man einige Gestalten in moderner, aber völlig abgetragener Kleidung, durch düstere und verfallene Züge von den andern unterschieden. Es sind Nobili, fast die größten Namen des goldenen Buchs, völlig verarmt, zu hochmüthig, um zu arbeiten, kaum stolz genug um nicht zu betteln; der Kaiser giebt ihnen eine Unterstützung (täglich zwei Zwanziger), um ihrer Namen willen."
Maschera nobile
heißt die typische venezianische Maske.
Sie besteht aus einem Mantel
von schwarzer Seide - dem Tabarro
- einer Kappe, die den gesamten
Kopf bis zu den Schultern bedeckt
- der Bauta - einer weißen Wachsmaske
vor dem Gesicht, die bis auf den Mund
geht - der volto - und aus einem s
chwarzen Hut mit weißen Federn.
Seit 1756 war sie auch den
Frauen erlaubt. Diese Maske machte
alle Träger gleich. Als Anrede
genügte "Sior Maschera".
Erst jetzt ist sie wieder erwacht,
die Maskenzeit. Die moderne Signoria
der Lagunenstadt - der Massentourismus
- hat sie 1980 wieder erweckt
und die ganze Stadt zur Bühne erklärt.
heißt die typische venezianische Maske.
Sie besteht aus einem Mantel
von schwarzer Seide - dem Tabarro
- einer Kappe, die den gesamten
Kopf bis zu den Schultern bedeckt
- der Bauta - einer weißen Wachsmaske
vor dem Gesicht, die bis auf den Mund
geht - der volto - und aus einem s
chwarzen Hut mit weißen Federn.
Seit 1756 war sie auch den
Frauen erlaubt. Diese Maske machte
alle Träger gleich. Als Anrede
genügte "Sior Maschera".
Erst jetzt ist sie wieder erwacht,
die Maskenzeit. Die moderne Signoria
der Lagunenstadt - der Massentourismus
- hat sie 1980 wieder erweckt
und die ganze Stadt zur Bühne erklärt.








