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Schönheit und Alter in anderen Kulturen

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Dieser immer wahre Spruch gilt auch für die Schönheitsideale in anderen Regionen und Kulturen. Wie Schönheit und Alter andernorts bewertet und betrachtet werden, möchte der folgende Artikel kurz darstellen.

Aeltere schoene Frau

Antike und Körper

Schon in der griechischen und römischen Antike herrschten Schönheitsideale, die sich uns Heutigen dank der überlieferten Schriften und erhaltenen Statuen erschließen können. Die Frau war sowohl im alten Rom als auch im klassischen Griechenland vornehmlich als Mutter wichtig. Das Ideal war denn auch die Frau mit gebärfreudigen Hüften, die sich in der Venus von Milo und in anderen Fundstücken wieder findet. Schönheit verzauberte damals die Männer nicht anders als heute, doch war es keine mit Gewalt erzeugte Schönheit (durch Fitnesswahn oder ähnliches). Das Bad in Ziegenmilch blieb Herrscherinnen wie Kleopatra vorbehalten, Kurtisanen hatten ihren Busen in Rom auch beim Geschlechtsakt zu verhüllen.

Das Alter war die Zeit der Weisheit, in welcher die Senioren für ihren Ratschlag geschätzt oder trotz ihrer kindischen Anwandlungen geduldet wurden.

Andere Kulturen

Frauenmund vor Injektion Nadel

Heute geschieht interessanterweise dank oder besser aufgrund der Globalisierung etwas Bedauerliches: Die Schönheitsideale nähern sich in gewisser Weise weltweit an. Immer noch ist in Afrika in vielen schwarzafrikanischen Ländern eine korpulente Frau ein Ideal. In manchen Regionen wird die Frau vor der Hochzeit regelrecht gemästet.

Doch seit Jahrzehnten versucht man sich ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich, die Haut zu bleichen und der Schlankheitskult treibt nun auch in Afrika an manchen Stellen seine Blüten. Lockige Haare werden versucht, zu glätten. Umgekehrt finden heute Europäer Attribute afrikanischer Frauen wie dicke Lippen erotisch.

Das Alter wird dort noch immer respektiert und Alte meist in den familiären Strukturen eingebunden und – wenn nötig – gepflegt.

Im arabischen Raum ist es ähnlich, wenngleich die arabische Frau schlank und züchtig zu sein hat. Die Islamisierung, d.h. Verstärkung des Islams sorgt leider dafür, dass die arabische Frauen zunehmend vor allem durch „Augen voller Glut“ (Al-Husseini) zu überzeugen hat, da von ihr sonst nicht viel zu sehen ist. Im Alter ist die Frau wie in der Jugend auch schon Herrscherin des Hauses.

Frauen am Strand von hinten fotografiert

Im südamerikanischen Raum ist die formschöne Frau mit rundem Po und schönem Busen das Ideal (und in Folge lassen sich immer mehr Südamerikanerinnen denselben mit Silikon aufspritzen, um dem Ideal zu entsprechen – so hat eben jede Region ihr Ideal und ihre Narrheiten).

Auch Asien hat lange seltsame Schönheitsideale gepflegt: In China sorgte das Wunschbild der kleinen Füße dafür, dass Millionen von Frauen verkrüppelte Füße bekamen. In Japan war die „Geisha“ mit weißer Haut und rotem Kussmund das große Vorbild. In beiden Ländern ist heute interessanterweise helle Haut das Ideal und gerade Japanerinnen lassen sich Whitening-Produkte einiges kosten. Operationen an den Augenschlitzen sind beliebt, um europäische Augen zu erreichen bzw. die eigentlich typischen asiatischen Schlitzaugen zu vermeiden.

Alte Frauen haben auch die hier die Funktion der Haushälterinnen und Bewahrerinnen der Kultur und des Erbes der Ahnen inne, wenngleich auch dies im Schwinden begriffen ist. Noch aber sind die familiären Strukturen dort stark.

Und zurück nach Europa

Frau mit Badekappe im Hallenbad

Was früher der Unsinn der Korsetts war, um die Wespentaille zu erreichen (und zu leiden), entspricht heute dem allgegenwärtigen Phänomen der Schönheitsoperationen. Schlank möchte man sein, fett –und faltenlos und am Besten ewig jung (worüber sich verschiedene Industriezweige sehr freuen).

Silikon wie Botox sind großflächig im Einsatz, um der Schönheit zu Ihrem Recht zu verhelfen. Modewellen zeigen immer wieder leichte Abweichungen vom Trend, welcher generell seit Jahrzehnten die erwähnte schlanke, sexy Frau hochhält.

Dass dies nicht ohne Auswirkungen auf das Alter bleibt, erscheint logisch. Ob die Würde des Alters nur noch als Bürde empfunden wird, wenn man sich keinen Schönheitsoperationen unterziehen kann, ist eine Frage, die hier nicht beantwortet werden kann.

Jedenfalls ist das europäisch-amerikanische Ideal das beherrschende und hat, wie gezeigt wurde, Auswirkungen auf andere Ideale. Was wir umgekehrt von den erwähnten Schönheitsidealen anderer Länder lernen könnten, wäre Gelassenheit.

Denn letztendlich liegt die Schönheit weltweit doch im Auge des Betrachters. Sie mag nach bestimmten, kulturell vorgegebenen Kriterien bewertet werden, letztendlich aber ist es jeder und jede Einzelne von uns, der oder die für sich entscheidet, was schön ist.
Etwas mehr Gelassenheit über die Relativität von Schönheit täte uns daher gut.

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