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Geh wohin Dein Herz Dich traegt
"Geh' wohin Dein Herz Dich trägt"
von Susanna Tamaro
Eine alte Frau, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat, sitzt am Küchentisch und schreibt ein Tagebuch für ihre abwesende Enkelin. Sie hat das Bedürfnis, sich wenigstens schriftlich von der lange Jahre bei ihr aufgewachsenen Enkelin zu verabschieden, da sie zur Zeit deren Aufenthaltsort nicht kennt. Die 16-Jährige ist „zur Selbstfindung“ nach einer Zeit des Streites und der Missverständnisse nach Amerika aufgebrochen und hat sich seither nicht mehr gemeldet. Das Tagebuch gerät zu einer Rückschau und Lebensbeichte, aber auch zu einer wunderschönen Liebeserklärung an die abwesende junge Frau. Die Großmutter versucht, sich darüber klarzuwerden (und es der Enkelin klarzumachen), warum so vieles schiefgelaufen ist in der Familie.
Manches würde sie heute anders machen. Aber ein großes Geheimnis gibt es in der Vergangenheit der alten Frau, das sie immer wieder genau so machen würde, denn eines hat sie in ihrem langen Leben gelernt: „Es ist ein vergeudetes Leben, wenn sich der Weg der Liebe nicht durchsetzt. Wenn er vom Verstand oder den Konventionen blockiert
wird.“ Deshalb gibt sie der Enkelin so ganz nebenbei wertvolle Ratschläge fürs Leben und verspricht ihr, auch dann noch auf sie
aufzupassen, wenn sie nach der Rückkehr der jungen Frau schon „jenseits dieser Realität“ sein sollte. Obwohl sie sich nicht gut fühlt, baut die Großmutter sorgsam die große Weihnachskrippe auf, die das Kind so geliebt hat. Und sie macht es genau so, wie es das Kind früher gerne haben wollte: Die Heiligen Drei Könige durften noch nicht dabei sein an Weihnachten, sondern etwas entfernt vonm Stall „auf dem Wege“. Wenn die Enkeltochter nach dem Tode der Großmutter das Haus betritt, soll sie etwas Heimatliches und Vertrautes vorfinden- einen Beweis der Liebe der Großmutter.
von Susanna Tamaro
Eine alte Frau, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat, sitzt am Küchentisch und schreibt ein Tagebuch für ihre abwesende Enkelin. Sie hat das Bedürfnis, sich wenigstens schriftlich von der lange Jahre bei ihr aufgewachsenen Enkelin zu verabschieden, da sie zur Zeit deren Aufenthaltsort nicht kennt. Die 16-Jährige ist „zur Selbstfindung“ nach einer Zeit des Streites und der Missverständnisse nach Amerika aufgebrochen und hat sich seither nicht mehr gemeldet. Das Tagebuch gerät zu einer Rückschau und Lebensbeichte, aber auch zu einer wunderschönen Liebeserklärung an die abwesende junge Frau. Die Großmutter versucht, sich darüber klarzuwerden (und es der Enkelin klarzumachen), warum so vieles schiefgelaufen ist in der Familie.
Manches würde sie heute anders machen. Aber ein großes Geheimnis gibt es in der Vergangenheit der alten Frau, das sie immer wieder genau so machen würde, denn eines hat sie in ihrem langen Leben gelernt: „Es ist ein vergeudetes Leben, wenn sich der Weg der Liebe nicht durchsetzt. Wenn er vom Verstand oder den Konventionen blockiert
wird.“ Deshalb gibt sie der Enkelin so ganz nebenbei wertvolle Ratschläge fürs Leben und verspricht ihr, auch dann noch auf sie
aufzupassen, wenn sie nach der Rückkehr der jungen Frau schon „jenseits dieser Realität“ sein sollte. Obwohl sie sich nicht gut fühlt, baut die Großmutter sorgsam die große Weihnachskrippe auf, die das Kind so geliebt hat. Und sie macht es genau so, wie es das Kind früher gerne haben wollte: Die Heiligen Drei Könige durften noch nicht dabei sein an Weihnachten, sondern etwas entfernt vonm Stall „auf dem Wege“. Wenn die Enkeltochter nach dem Tode der Großmutter das Haus betritt, soll sie etwas Heimatliches und Vertrautes vorfinden- einen Beweis der Liebe der Großmutter.
Susanna Tamaro, die 1947 in Triest geborene Italienerin hat hier ein wunderschönes, zu Wahrhaftigkeit und Liebe ermutigendes Buch geschrieben in eindringlichen Sprache. Die Presse hat es zu Recht mit dem Buch
„Der kleine Prinz“ verglichen. Das Buch endet mit dem Satz: „ --- und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor Dir auftun werden - - -, steh‘ auf und geh‘, wohin dein Herz dich trägt!“
Ich möche das im Diogenes-Verlag in einer
sehr schönen gebundenen Ausgabe erschienene Buch schon deshalb ganz besonders jungen Erwachsenen zur Lektüre empfehlen, aber auch sonst jedem, der gerne etwas Unterhaltsames mit „Tiefgang“ lesen möchte.
(Copyright: Eleonore Zorn
„Der kleine Prinz“ verglichen. Das Buch endet mit dem Satz: „ --- und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor Dir auftun werden - - -, steh‘ auf und geh‘, wohin dein Herz dich trägt!“
Ich möche das im Diogenes-Verlag in einer
sehr schönen gebundenen Ausgabe erschienene Buch schon deshalb ganz besonders jungen Erwachsenen zur Lektüre empfehlen, aber auch sonst jedem, der gerne etwas Unterhaltsames mit „Tiefgang“ lesen möchte.
(Copyright: Eleonore Zorn
