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Fantasy-Reise
Das „Traumschiff“ des ZDF hatte vor kurzem ein Jubiläum. Uns allen sind die Traumwelten der Fernsehfilme in guter Erinnerung.
Wenn man aus der Fantasy Cruise in Kiel wieder aussteigt, hat man das Gefühl ein reales Traumschiff voller traumhafter Erlebnisse zu verlassen!
Gegen Jahresende 2004 lief ein Bericht über den Bildschirm über die Inbetriebnahme des neuen Fährschiffs der Colorline, der Fantasy Cruise. Eines der weltweit größten, wenn nicht das größte Luxus-Fährschiff der Welt, eine Kreuzung zwischen Luxus-Kreuzfahrtschiff und Fähre. Der Bericht schwelgte in Superlativen.
Eine Fahrt nimmt 3 Tage in Anspruch: Kiel-Oslo-Kiel. Eine Anfrage beim Reisebüro brachte mir die Gewissheit. Ich kann eine Außenkabine buchen zu einem für mich günstigen Termin.
Am 18.Mai machte ich mich auf den Weg. Ein Lob der Bahn: Trotz 2 mal Umsteigen kam ich pünktlich von Leipzig in Kiel an.
Der erste Anblick solcher Schiffe ist überwältigend: Auf fast 200 m Länge ragen 15 „Stockwerke“ = Decks in die Höhe! Je näher man kommt, um so gigantischer mutet einen das Schiff an. Nach den Checkin-Formalitäten zieht man mit dem Koffer auf die Fanatasy Cruise. Von der Anlegerbrücke biegt man nach links und .... Moment mal! Man steht plötzlich in einer breiten Promenade (160 m Länge) mitten zwischen Geschäften, Bars, Restaurants. Rechts und links ragen 4 Stockwerke Fenster und Fassaden empor, man ist irritiert. Erst der Rezeptionstresen rückt das Bild wieder etwas gerade: Dies ist die Fantasy-Promenade, die nicht nur so heißt, sondern tatsächlich auch eine ist.
(Bild1)
An dem einen „Ende“ der Promenade – nach vorn - ist der Saal mit der Show-Bühne, am anderen (wirklichen) Ende – hinten - liegt das riesige Gourmet-Restaurant über 2 Etagen, pardon Decks, das
mit einer riesigen Glaswand und dem zufolge grandiosen Blick nach hinten abschließt.
Aber wenn sie erst in Dämmerung versetzt wird, Party-Scheinwerfer kreisen, Blues- oder Jazz-Musik und -Gesang ertönen, dann ist das echt Fantasy. Das kann man mit Worten gar nicht übertreiben. Hier scheint ein Traum Realität zu werden! Es ist alles wie verzaubert. In einer Ecke musiziert eine kleine Band life! Dann steht da ein vergoldeter Charly Chaplin herum und man merkt erst an einer Geste, dass der lebendig ist.
Ich hatte einfach beim Staunen, Staunen, Staunen die Große Belt Brücke vergessen und auf dem Foto gerade noch bei einen Blick nach hinten erwischt!
Auf zum ersten Erkundungsgang durch das Schiff:
Gespannt war ich auf die Observation Lounge auf Deck15! Auf dem höchsten Punkt des Schiffes hat man eine Kuppel eingerichtet mit Blick nach Fahrt voraus!
Auf Deck 13 war auch das Sonnendeck. Da gibt es immer welche, die im Windschatten stundenlang braten. Andererseits hatten wir teilweise „büschen Wind“, wie die Norddeutschen sagen, wenn sie fast weggeweht werden. Und so war es auch, wenn man unvorbereitet um eine Ecke bog – und voll in den Wind. Zum Beispiel in die Sport- und Burger-Bar, wo es vor allem Cola und Currrywurst gibt.
Es hat gar keinen Sinn, aufzählen und beschreiben zu wollen, was es alles gibt auf dem Schiff.
Aber mir war weniger nach Abenteuern am Abend, als nach meiner Kabine! Man glaubt es kaum, aber ich wollte das richtig geniesen. Und es war die Vollendung eines schönen Traumes! Die Sonne ging unter und das war allein der Ausblick – immerhin aus dem 10. Stock! (Deck) wert.
Das war aber noch längst nicht alles!
Als ich im Bett lag, spürte ich es ganz deutlich! Schon vorher versuchte ich mir klar zu werden, ob es nur Einbildung war oder ob das Schiff tatsächlich im Wind (büschen Wind!) schwankte -stampfte – rollte, was weiß ich wie die Seeleute das nennen. Es schlug wahrhaftig ganz leicht aus! Durch die Matratze übertrug sich ein ganz leichtes Vibrieren der Schiffsmaschinen – akustisch und mechanisch – zu keinem Zeitpunkt irgendwie unangenehm oder störend - im Gegenteil auf mich wirkte es wie Seelenmassage! Dazu der Blick aus der Höhe auf das Meer in der Dämmerung. Ich werde dieses herrliche Glücksgefühl niemals in die entsprechenden Worte bringen können! Ob das jemand – wie eine Mercedes-Tür – designt hat?
Den absoluten Höhepunkt erlebte ich aber mitten in der Nacht! Ich erwachte gegen 4 Uhr früh. Schien da ein Scheinwerfer ins Fenster? Von Land her? Und dann war nur noch fassungsloses Staunen und Ergriffenheit! Umrahmt von einigen Wolken schien ein fast voller Mond – im Untergehen – ins Fenster. Sofort kamen mir Bilder von Caspar David Friedrich ins Gedächtnis. Ich habe dieses Bild genossen, bis der Mond am Horizont verschwand. Und immer sozusagen als Untermalung des ganzen – das Vibrieren der Maschinen und ganz leichte Rollen des Schiffes im Wind. Absolut unbeschreiblich schön!
Da mußte ich an Faust denken, zum ersten Mal wird mir einer der Sätze real - ich möchte zum Augenblick sagen: Verweile doch, du bist so schön!
Das Schiff legt 9.30 Uhr (pünktlich!) in Oslo an. Wer eine Stadtrundfahrt gebucht hat – 3 Stunden Dauer – ist gut beraten. Man hat das Gefühl, die wirklichen Highlights von Oslo zu sehen zu bekommen. Innenstadt, Vigelandsparken (Skulpturenpark), Holmenkollen, Wikinger-Museum und während der Fahrt von den Höhen um Oslo wunderbare Ausblicke auf die Stadt.
Nach dem Ablegen um 14.00 Uhr wiederholt sich oder setzt sich fort – wie man will, die Fülle von wunderbaren Eindrücken, die schon auf der Fahrt nach Oslo begannen.


