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Kanada - das war schon immer mein Traum

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Am 30.10.2003 erschien in der LVZ ein Artikel über unsere Regionalgruppe mit einer Überschrift, die nicht den Tatsachen entspricht. Ich bin zwar die gemeinte 76-Jährige, habe aber im Netz noch nicht über Kanada geplaudert (ganz privater Gedankenaustausch mit meiner Mailfreundin Gertrud aus Kanada ausgenommen).
Nun bin ich im Zugzwang! Also frisch ans Werk!


Während andere zu DDR-Zeiten von Paris, der Stadt der Liebe träumten, sich nach sonnigen Stränden unter Palmen sehnten oder von einen Abenteuer-Urlaub in Australien schwärmten war für mich das Schönste, was ich mir vorstellen konnte, der herbe Norden. Norwegen, Atlantikküste mit großem Tidenhub erleben und als höchstes, unerreichbares Ziel: KANADA!
Im Jahre 1997 war es dann so weit, ich konnte mir zu meinem 70. Geburtstag eine Reise nach Kanada schenken! Sie wurde zu einem großartigen Erlebnis, an dem ich noch heute zehre.
Mit drei Gleichgesinnten, mit denen mich langjährige Sport- Freizeit- und Urlaubsaktivitäten verbinden, wählten wir uns eine Reise durch Kanada von Ost nach West, vom Atlantik zum Pazifik aus.
Wir hatten ein glückliches Händchen dabei, denn unsere Reisegruppe begleitete ein Super-Reiseleiter.
Petrus spielte auch mit. Was wollten wir noch mehr


Im Osten Kanadas hat mich Quebec beeindruckt. Auf Schritt und Tritt begegnet man dem französischen Einflüssen in der Architektur und in der Lebensart der Menschen.
Ein kleines Erlebnis soll schildern, dass sich auch Menschen aus anderen Teilen der Welt in Quebec niederlassen. Wir stiegen die vielen Stufen vom neueren Teil der Stadt hinab in die Altstadt. Stufenförmig schmiegten sich uralte Häuser, dem Verlauf der Treppe folgend, an den Felsen, kleine Restaurants, Cafes und Weinschänken in jedem Haus mit einem kleinen Freisitz davor. Wir ließen uns zu einem Mittagsimbiss verlocken. Während wir auf unser Essen warteten und es uns schmecken ließen, spielten auf den Treppenstufen Musikanten aus verschiedenen Ländern Melodien aus ihrer Heimat. In unserer Nähe erklang ein Bandonion mit schwermütigen russischen Weisen. Wir suchten in unserem Gedächtnis ein paar russische Vokabeln zusammen für ein paar Worte des Beifalls. Überrascht und gerührt dankte der Musikant.


Der St.Lorenz-Strom hat von Quebec noch einen langen Weg (fast 1000 km) bis zum offenen Meer zurückzulegen, doch der Gezeitenunterschied ist hier noch deutlich zu spüren (wenn ich mich richtig erinnere, etwa 1 m).
Zu den in jedem Katalog oder Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten will ich hier nicht ausführlich berichten, eher über kleine Dinge am Wegesrand.
Wie sahen die 1000 Islands, Ottawa, Montreal, auch die Niagarafälle.
Toronto bot ein paar Überraschungen:
Es ist die einzige kanadische Stadt, in der eine Straßenbahn fährt (Linienverkehr). In anderen Städten fuhren zu Bussen umgebaute historische Straßenbahnwagen als Touristenattraktion.
Wir lernten hier ein Geschäft (überwiegend Lebensmittel) mit 24 h Öffnungszeit kennen.
In einer Fußgängerzone fand ich originelle Fotomotive für meine thematische Sammlung 'Gegossenes' (Kunst in Fußgängerzonen), und zwar -Viehhändler- und -Klatschbasen- .
Schaut sie euch an:


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Beeindruckend war der Blick von der oberen Besucherplattform des CN-Towers (443m) auf die von unten so riesigen Wolkenkratzer. Auf einem Dach entdeckten wir eine Sportstätte mit einem Lauf-Oval. Es war jedoch so weit unter uns, dass wir nicht erkennen konnten, ob gerade Läufer ihre Runden drehten. Sauberere Luft als unten in der Stadt ist den Sportlern dort garantiert.
Im Gegensatz zu unserem dicht besiedelten alten Europa ließ uns Kanada die unendliche Weite der Landschaft erleben.


Von Ost nach West ging es weiter. Während des vierstündigen Fluges von Toronto nach Calgary erlebten wir bei strahlendem Sonnenschein die riesigen Weizenfelder der Kornkammer Kanadas. Schachbrettartig bis zum Horizont, keine Stadt, keine Siedlung zu erkennen, nur Felder!
Einige dieser Felder zeigten eigenartige Kreise, das Werk Außerirdischer? O nein!
Technischer Fortschritt der Farmer. Die Bearbeitungsmaschinen werden in der Mitte verankert und bearbeiten ohne Menschenhand automatisch kreis(spiral)förmig die Riesenfelder!


Nach Stunden ein verändertes Bild: Ein Fluss grub sich tief in die riesige Ebene, die Ufer müssen ziemlich steil gewesen sein, denn man sah weder Baum noch Strauch, nur markante Verwitterungsformen, die sich V-förmig sanft, tief und tiefer in den Löß eingefressen haben. Beeindruckend!!! Ein Glück, dass ich im Flugzeug einen Fensterplatz hatte.
Über den Westen Kanadas werde vielleicht ich ein anderes Mal plaudern.

(Anmerkung von Regionalbotschafter Reinhard : "Uhuline, wir nehmen dich beim Wort!!!"


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