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Nur eine Stunde von leipzig

Unstrutwanderung1
Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust
Es war schon länger geplant und fand nun am 3. Mai 2006 statt: Eine Wanderung von Naumburg nach Freyburg. Kurz vorm Termin verfolgten wir mit bangen Blicken den Wetterbericht und konnten es schließlich am eigenen Leibe erfahren: „Wenn Engel reisen, ist schönes Wetter!“.
Nach einer Stunde Autofahrt von Leipzig aus starteten wir im idyllischen Blütengrund an der Anlegestelle der kleinen ahrgastschiffe „Fröhliche Dörte“, „Unstrutnixe“ oder „Reblaus“ sowie auch der Fähre unmittelbar hinter der Mündung der Unstrut in die Saale.<br>Die meisten ließen ihre Jacken gleich im Auto, denn diesen blauen Himmel konnten einfach keine Wölkchen trüben…die grünen Wiesen und die herrliche Baumblüte taten ihr übriges, so dass wir frohen Mutes loswanderten.
Nach wenigen Schritten erblickten wir schon die erste Sehenswürdigkeit, das „Steinerne Album“ oder auch Bilderbuch. Das Relief, welches über 200 Jahre alt ist, befindet sich im Fels am unteren Teil eines Weinberges. Es ist ca. 150m lang und zeigt 12 fast lebensgroße Bilder mit biblischen Motiven.
Wenige Meter weiter erblickten wir das „Radierhäuschen“ des Malers, Grafikers und Bildhauers Max Klinger. Er lebte hier von 1903 bis zu seinem Tode 1920 und wurde hier auch in der Nähe seines Wohnhauses bestattet. Zur Zeit wird hier kräftig restauriert, aber am 15. Juni soll alles wieder begehbar sein.
Leider hat die Gastronomie nur an den Wochenenden geöffnet. Aber der Blick von hier oben auf das Unstruttal in Richtung Naumburg lohnt den Aufstieg allemal.
In Großjena, nach ca 1,5 km mussten wir uns entscheiden: Wandern links oder rechts der Unstrut? Die „Sachsenkochs“ erwiesen sich als Insider (Kein Wunder, denn Tantchen wohnt in der Nähe...) und so schlugen wir den Weg nach der Brücke linksseitig in Richtung Freyburg ein.

Nach dem 2. Frühstück gings von alleine

Frühstück unter der Linde
Unstrutwanderung 3
Eine gute Entscheidung, denn kein Auto und kaum ein Radfahrer störte unsere Kreise. Auf dem unbefestigten Wiesenweg ließ es sich gut wandern, so dass wir gar nicht merkten, dass wir bei unserer Ankunft auf dem Rastplatz in Nißmitz schon 4 km gelaufen waren.
Da der eigentlich anvisierte Rastplatz schon durch andere durstige Kehlen besetzt war, zogen wir 50 Meter weiter unter der Bahnunterführung hindurch, zur Dorflinde von Nißmitz, unter welcher uns allen 10 Wandergesellinnen und –gesellen steinerne Tische und Bänke Platz boten. Nur etwas kalt waren die Sitzgelegenheiten. Die Rucksäcke aller Wandersleut waren gut gefüllt und so konnten wir uns erst mal ordentlich stärken.
Nun war es wirklich nur noch ein Katzensprung, als wir nach insgesamt 5,2 km an der „Thüringer Pforte“ (hier findet man auch eine Imbiss-Raststätte) Freyburg erreichten. Am anderen Ufer der Unstrut erblickten wir schon die Abfahrtsstelle unseres „Dampfers“.
Entlang der schön restaurierten Stadtmauer gelangten wir ins Stadtzentrum und von dort aus dann in das „Schützenhaus“, wo wir erst mal Mittag machten. Der Service dieses Haus ist nicht weiter zu empfehlen, denn die Kellnerin und auch die Küche waren von unserem „Überfall“ mehr als überfordert…
Irgendwie haben wir die (für uns) ungastliche Stätte überstanden, so dass wir nach einem kurzen Marsch die traditionsreiche „Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg“ erreichten.
Um 14 Uhr begann eine einstündige, sehr interessante Führung, bei der es am Ende für jeden ein Gläschen eines neu aufgelegten „Rotkäppchen rosé trocken“ zum verkosten gab, was einige von uns dann gleich zum Kauf dieses Tropfens im Sektshop verleitete.
Von hier bis ins Stadtzentrum war es nicht weit und so gelangten wir recht schnell ins „Café Merle“, einer sehr zu empfehlenden Kaffeeoase mit herrlich selbstgebackenem Kuchen und sehr gutem Eis.
Um 17.15 Uhr startete an der Anlegestelle „Brauhaus Burgmühle“ unser „Dampfer“, die „Unstrutnixe“, um uns in 40 Minuten wieder an den Ausgangspunkt unserer Tagestour zu schippern.
Angesichts dieses wunderschönen Tages zeigte sich wieder einmal, wie treffend es doch schon Goethe formuliert hat: „Warum denn in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“.
Hier gibts eine kleine Fotogalerie

Sendebeitrag für Radio blau - Länge: 6:15 min

Vertonte Diashow von Jürgen

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