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Leipziger Stadtbad

Stadtbad - Vergangenheit und Zukunft

Voller Erwartung und neugierig standen wir vor dem Leipziger Stadtbad. Wollten wir doch wissen, was aus dem Stadtbad geworden ist.
Zunächst aber nur bröckelnder Putz und mit Brettern vernagelte Fenster. Keine Spur mehr vom einst frohen Wasser- und Badespaß.
Dann ist es soweit. Unsere freundliche Gästeführerin, Frau Wyrembeck, lässt uns herein. Die Freitreppe hinauf, hinein und ein Blick nach oben – erstes Staunen – die Deckenmalerei ist ja noch ganz gut erhalten.
Erste Station ist die Kassenhalle und hier gibt es erst mal einen kleinen Exkurs zur Historie des Stadtbades:

Das Bauwerk ist eine repräsentative Dreiflügelanlage nach Plänen des Architekten und Stadtbaudirektors Scharenberg. Die Eröffnung erfolgte 1916 nach dreijähriger Bauzeit. Es gab getrennte Schwimmhallen für Männer und Frauen – die größere mit Drei-Meter- Sprungbrett und Wellenanlage war natürlich den Männern vorbehalten (warum eigentlich?). Es gab sogar ein Bad für "seuchenfreie" Hunde. Eine Vielzahl von Einrichtungen für medizinisch-therapeutische Behandlungen rundeten die Zweckmäßigkeit des Bades ab.

Nach einem Ausflug in die Geschichte des Badens, den früheren und heutigen Badegewohnheiten, geht es hinauf in das Obergeschoss und in den Saunabereich.
Die orientalische Damensauna – Säulen und Bögen, goldene Verzierungen und Wandmosaiken – wie in Tausendundeiner Nacht. Fasziniert sitzen wir um den reich verzierten Brunnen, dem Mittelpunkt der Sauna und lassen uns von den überwältigenden Eindrücken gefangen nehmen.
Weiter geht es durch einen Bogen und einen anschließenden Säulengang zu den Duschen, Tauchbecken, Saunen und Schwitzbädern. Hier war Wohlfühlen, die Last des Alltags vergessen und Leichtigkeit und Nichtstun angesagt – mit reichlich exklusiver Ausstattung für die Bessergestellten in der 1. Klasse und etwas einfacher in der 2. Klasse für das Volk.
Von der Nostalgie zurück in die Gegenwart. Obwohl in den 80er Jahren umfangreiche Rekonstruktionen erfolgten, konnte der Verfall nicht aufgehalten werden und die Bausubstanz wurde immer maroder. Im Juli 2004 war Schluss mit dem Badebetrieb wegen des schlechten Bauzustandes – der Putz fiel von der Decke. Aus...

Seit dem ist die Zukunft des Leipziger Stadtbades ungewiss. Die Stadt Leipzig ist nicht in der Lage die immensen finanziellen Mittel für die Instandsetzung und den Betrieb des Bades aufzubringen. Ein privater Investor mit einem tragfähigen Konzept ist nicht in Sicht.
Doch es gibt eine Vision – die Förderstiftung Leipziger Stadtbad. Diese Stiftung hat das Ziel konzeptionelle Ansätze zum Erhalt des Stadtbades zu erarbeiten und mit Hilfe von unternehmerischen und bürgerliche Engagement schließlich das Projekt zu realisieren. Mittlerweile erfolgten erste erfreuliche Ansätze um die anstehenden Aufgaben publik zu machen. Auch sind in den zugänglichen Bereichen nunmehr neben Firmenveranstaltungen oder privaten Events im attraktiven Ambiente auch öffentliche und private Führungen möglich. Alle dabei eingenommenen finanziellen Mittel fließen der Stiftung zu.

Fazit:
Bekanntes wiedergesehen, Neues erfahren, Hoffnung geschöpft.

Text: Sperling (unter Verwendung von Texten der Site www.herz-leipzig.de)
Bilder: Uhuline


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