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Kanada war schon immer mein Traum - (Teil 2)
Ziemlich viel Zeit ist vergangen, seit ich am Ende meines ersten Kanadaberichtes eine Fortsetzung in Aussicht gestellt hatte. Nun soll aus dem ‚vielleicht’ Realität werden.
Wie schon im ersten Bericht möchte ich mein Augenmerk auf Beobachtungen richten, die man nicht ohne weiteres in jedem Reiseführer lesen kann.
Während in Europa der Golfstrom als ‚Warmwasserheizung’ fungiert, herrscht in Kanada der Winter mit eisiger Hand. Die Menschen dort passen sich den extremen Situationen an.
In den Städten im Osten Kanadas bauten sie kilometerlange unterirdische Einkaufsmalls, oft auch von Metrostationen aus direkt erreichbar.
Viel rauer sind die winterlichen Wetterbedingungen in Calgary. Der monatelang anhaltende Bodenfrost ist ein ernsthaftes Bau-Hindernis, unterirdische Einkaufsmalls sind deshalb nicht möglich.
So schuf man in den ersten Obergeschossen der Gebäude im Stadtzentrum eine wohltemperierte Welt mit Einkaufsmalls, Museen, Gastronomie, Unterhaltung, Sportstätten, Theater usw., usw. und sogar eine Art Botanischem Garten.
Als Verbindung zwischen den Gebäuden queren verglaste Übergänge die Straßen wetterfest in einer Höhe von 15 Ft., daher der Name +15Walkway.
Auf dem +15Walkway kann man alles erledigen, wozu man Lust hat, ohne einmal der Witterung ausgesetzt zu sein.
Diesen Luxus kann sich nur eine reiche Stadt wie Calgary leisten.
Auf dem flachen Land ist das Leben im Winter weit härter, da werden die Menschen direkt mit den Naturgewalten konfrontiert.
Die nächsten Tage erlebten wir die traumhaften Landschaften der Rocky Mountains.
Ungewöhnlich in kleinen Ortschaften: Hohe Zäune um jedes Grundstück! Muss man sich in dieser friedlich wirkenden Gegend so vor Kriminalität schützen? Nein! Tierische Leckermäuler (z.B. Wapiti-Hirsche) kommen im Herbst aus ihrem höher gelegenen Lebensraum in die Täler, um zu überwintern.
Nach der futterkargen Zeit sind besonders im Frühling die zarten Triebe in den Gärten verlockend. Ohne schützende Zäune wären alle Mühen der Siedler in einer Nacht ‚vernascht’.
Aber die Tiere sind findig. Einen perfekten Schutz gibt es nicht.
Wir hatten Mitte September das Glück, die Wapiti-Hirsche in großer Zahl zu beobachten.
Ein Radler warnte einen Jogger und auch uns vor einem durch die Gegend streunenden großen Schwarzbär, den wir dann durch den Wald trottend beobachten konnten (…vom Bus aus, Aussteigen aus Sicherheitsgründen verboten!).
Vorsichtig und vor allem lautlos beobachteten wir eine Elchkuh mit ihrem Jungen bei der Überquerung einer Straße und eines reißenden Flusses, bis beide am anderen Ufer im Wald verschwanden.
Interessant: die Elchkuh beobachtete zwar ihr Junges, aber den Weg bahnen durch die starke Strömung musste es sich selbst!
Wasserscheiden habe ich schon viele kennen gelernt.
Im Fichtelgebirge entspringen Flüsse in den verschiedensten Richtungen, so z.B. die Eger, die nach Osten durchs Böhmische in die Elbe und damit zur Nordsee abfließt oder die Saale, die nach Norden durchs Thüringische in Sachsen-Anhalt schließlich über die Elbe in der Nordsee ankomm.
Was hat in dieser Hinsicht Kanada zu bieten? Natürlich eine Besonderheit!
An der Großen Wasserscheide (5332ft = 1625m üNN) in den Rocky Mountains entspringt ein Bächlein munter und unentschlossen, ob es sich zum Pazifik oder zum Atlantik wenden solle.
Da versperrt ein Felsbrocken den Weg, das Bächlein teilt sich und ein Teil des Quellwassers fließt fortan in den 1950 km entfernten Pazifik und der andere Teil wird nach 2550 km in der Hudson Bay den Atlantik erreichen.
Wie schon im ersten Bericht möchte ich mein Augenmerk auf Beobachtungen richten, die man nicht ohne weiteres in jedem Reiseführer lesen kann.
Während in Europa der Golfstrom als ‚Warmwasserheizung’ fungiert, herrscht in Kanada der Winter mit eisiger Hand. Die Menschen dort passen sich den extremen Situationen an.
In den Städten im Osten Kanadas bauten sie kilometerlange unterirdische Einkaufsmalls, oft auch von Metrostationen aus direkt erreichbar.
Viel rauer sind die winterlichen Wetterbedingungen in Calgary. Der monatelang anhaltende Bodenfrost ist ein ernsthaftes Bau-Hindernis, unterirdische Einkaufsmalls sind deshalb nicht möglich.
So schuf man in den ersten Obergeschossen der Gebäude im Stadtzentrum eine wohltemperierte Welt mit Einkaufsmalls, Museen, Gastronomie, Unterhaltung, Sportstätten, Theater usw., usw. und sogar eine Art Botanischem Garten.
Als Verbindung zwischen den Gebäuden queren verglaste Übergänge die Straßen wetterfest in einer Höhe von 15 Ft., daher der Name +15Walkway.
Auf dem +15Walkway kann man alles erledigen, wozu man Lust hat, ohne einmal der Witterung ausgesetzt zu sein.
Diesen Luxus kann sich nur eine reiche Stadt wie Calgary leisten.
Auf dem flachen Land ist das Leben im Winter weit härter, da werden die Menschen direkt mit den Naturgewalten konfrontiert.
Die nächsten Tage erlebten wir die traumhaften Landschaften der Rocky Mountains.
Ungewöhnlich in kleinen Ortschaften: Hohe Zäune um jedes Grundstück! Muss man sich in dieser friedlich wirkenden Gegend so vor Kriminalität schützen? Nein! Tierische Leckermäuler (z.B. Wapiti-Hirsche) kommen im Herbst aus ihrem höher gelegenen Lebensraum in die Täler, um zu überwintern.
Nach der futterkargen Zeit sind besonders im Frühling die zarten Triebe in den Gärten verlockend. Ohne schützende Zäune wären alle Mühen der Siedler in einer Nacht ‚vernascht’.
Aber die Tiere sind findig. Einen perfekten Schutz gibt es nicht.
Wir hatten Mitte September das Glück, die Wapiti-Hirsche in großer Zahl zu beobachten.
Ein Radler warnte einen Jogger und auch uns vor einem durch die Gegend streunenden großen Schwarzbär, den wir dann durch den Wald trottend beobachten konnten (…vom Bus aus, Aussteigen aus Sicherheitsgründen verboten!).
Vorsichtig und vor allem lautlos beobachteten wir eine Elchkuh mit ihrem Jungen bei der Überquerung einer Straße und eines reißenden Flusses, bis beide am anderen Ufer im Wald verschwanden.
Interessant: die Elchkuh beobachtete zwar ihr Junges, aber den Weg bahnen durch die starke Strömung musste es sich selbst!
Wasserscheiden habe ich schon viele kennen gelernt.
Im Fichtelgebirge entspringen Flüsse in den verschiedensten Richtungen, so z.B. die Eger, die nach Osten durchs Böhmische in die Elbe und damit zur Nordsee abfließt oder die Saale, die nach Norden durchs Thüringische in Sachsen-Anhalt schließlich über die Elbe in der Nordsee ankomm.
Was hat in dieser Hinsicht Kanada zu bieten? Natürlich eine Besonderheit!
An der Großen Wasserscheide (5332ft = 1625m üNN) in den Rocky Mountains entspringt ein Bächlein munter und unentschlossen, ob es sich zum Pazifik oder zum Atlantik wenden solle.
Da versperrt ein Felsbrocken den Weg, das Bächlein teilt sich und ein Teil des Quellwassers fließt fortan in den 1950 km entfernten Pazifik und der andere Teil wird nach 2550 km in der Hudson Bay den Atlantik erreichen.
Landschaftlich reizvolle Stellen wurden für die Anlage von Picknickplätzen gewählt, die wir sauber und ordentlich vorfanden (selbst in den Toiletten fehlte nie das Papier!). Das war nicht immer so. Hungrige Bären wühlten in den Abfall-Behältern nach Essensresten. Anschließend sah es rundherum katastrophal aus. Inzwischen sind Abfallcontainer mit Bärensicherung aufgestellt worden.
Wir nutzten diese Picknickplätze häufig für eine Mittagsrast. Unseren Proviant hatte jeder nach eigenem Geschmack und Hunger vorher bei einem Halt an einem Supermarkt eingekauft.
Praktisch fand ich die Salat-Büfetts. Wie die Orgelpfeifen waren Plastebecher in mindestens fünf Größen aufgestellt. Ohne Sprachkenntnisse genügten ein Fingerzeig auf den Wunschbecher und einer auf den gewünschten Salat, und schon war der Kauf perfekt.
Ähnliches erlebte ich in Gaststätten mit verschieden großen Suppenportionen vom Süppchen bis zur großen Eintopfschüssel.
Wie überall muss auch in Kanada immer einmal etwas erneuert und modernisiert werden.
Was nicht mehr gebraucht wird, sollte zweckmäßigerweise weiterveräußert werden. Auf einen Altwarenhandel verzichtet man in ländlichen Gegenden, es geht viel einfacher:
Man stellt sie überzähligen Gegenstände mit einem großen Schild ‚Sale’ (zu verkaufen) an den Straßenrand! Ob sich wohl bald ein Käufer findet? Es scheint zu funktionieren, sonst würde es ja nicht weit und breit so praktiziert.
Den nördlichste Punkt unserer Reise erreichten wir in K’san.
Eine moderne Brücke mit Kunstfaser-Tragseilen führt über die 70m tiefe Schlucht des Skeena-Rivers in das Indianer-Reservat und zum Museum der kanadischen Nordwestküsten-Indianer.
Die vor langer Zeit von den Indianern errichtete Vorgängerbrücke wurde von aus Cedar-Rinden gefertigten Seilen getragen.
Mit modernen Werkstoffprüfmethoden hat man festgestellt, dass die Cedar-Rinden-Seile eine höhere Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit hatten als die modernen Kunstfaser-Seile! – Erstaunlich! -
Wir erfuhren auch, dass Totempfähle nach wie vor geheimnisumwittert sind.
Nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten kannte die Bedeutung der einzelnen Gestaltungselemente. Strengste Verschwiegenheit war oberstes Gebot! Schriftlichen Überlieferungen existieren nicht. Ob die Rätsel jemals gelüftet werden können?
In K’san lernten wir traditionelle Indianerkunst kennen.
In Prinz Ruppert konnten wir einen modernen indianischen Künstler bei der Arbeit beobachten und mit ihm ins Gespräch kommen. Traditionelle Motive in moderner Formgestaltung bestimmten seine Arbeit.
In Vancouver sprachen mich zwei größere Objekte moderner indianischer Kunst besonders an:
Und zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln:
Ist das nicht die kleine Seejungfrau aus Kopenhagen? NEIN! Das ist ihre ‚Schwester’ aus Vancouver!
... aber schaut genau hin: Im Gegensatz zum Kopenhagener Original ist die ‚Schwester‘ in Vancouver eine Taucherin mit Neopren-Anzug, Taucherbrille und Schwimmflossen. Die sittenstrengen Stadtväter wollten es so. Die Bürger sind noch prüder und streifen dem armen Mädel öfters noch Blusen oder T-Shirts über, wie wir z.B. auf der Rückfahrt eine Stunde nach diesem Foto beobachten konnten.
Wir nutzten diese Picknickplätze häufig für eine Mittagsrast. Unseren Proviant hatte jeder nach eigenem Geschmack und Hunger vorher bei einem Halt an einem Supermarkt eingekauft.
Praktisch fand ich die Salat-Büfetts. Wie die Orgelpfeifen waren Plastebecher in mindestens fünf Größen aufgestellt. Ohne Sprachkenntnisse genügten ein Fingerzeig auf den Wunschbecher und einer auf den gewünschten Salat, und schon war der Kauf perfekt.
Ähnliches erlebte ich in Gaststätten mit verschieden großen Suppenportionen vom Süppchen bis zur großen Eintopfschüssel.
Wie überall muss auch in Kanada immer einmal etwas erneuert und modernisiert werden.
Was nicht mehr gebraucht wird, sollte zweckmäßigerweise weiterveräußert werden. Auf einen Altwarenhandel verzichtet man in ländlichen Gegenden, es geht viel einfacher:
Man stellt sie überzähligen Gegenstände mit einem großen Schild ‚Sale’ (zu verkaufen) an den Straßenrand! Ob sich wohl bald ein Käufer findet? Es scheint zu funktionieren, sonst würde es ja nicht weit und breit so praktiziert.
Den nördlichste Punkt unserer Reise erreichten wir in K’san.
Eine moderne Brücke mit Kunstfaser-Tragseilen führt über die 70m tiefe Schlucht des Skeena-Rivers in das Indianer-Reservat und zum Museum der kanadischen Nordwestküsten-Indianer.
Die vor langer Zeit von den Indianern errichtete Vorgängerbrücke wurde von aus Cedar-Rinden gefertigten Seilen getragen.
Mit modernen Werkstoffprüfmethoden hat man festgestellt, dass die Cedar-Rinden-Seile eine höhere Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit hatten als die modernen Kunstfaser-Seile! – Erstaunlich! -
Wir erfuhren auch, dass Totempfähle nach wie vor geheimnisumwittert sind.
Nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten kannte die Bedeutung der einzelnen Gestaltungselemente. Strengste Verschwiegenheit war oberstes Gebot! Schriftlichen Überlieferungen existieren nicht. Ob die Rätsel jemals gelüftet werden können?
In K’san lernten wir traditionelle Indianerkunst kennen.
In Prinz Ruppert konnten wir einen modernen indianischen Künstler bei der Arbeit beobachten und mit ihm ins Gespräch kommen. Traditionelle Motive in moderner Formgestaltung bestimmten seine Arbeit.
In Vancouver sprachen mich zwei größere Objekte moderner indianischer Kunst besonders an:

Und zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln:
Ist das nicht die kleine Seejungfrau aus Kopenhagen? NEIN! Das ist ihre ‚Schwester’ aus Vancouver!
... aber schaut genau hin: Im Gegensatz zum Kopenhagener Original ist die ‚Schwester‘ in Vancouver eine Taucherin mit Neopren-Anzug, Taucherbrille und Schwimmflossen. Die sittenstrengen Stadtväter wollten es so. Die Bürger sind noch prüder und streifen dem armen Mädel öfters noch Blusen oder T-Shirts über, wie wir z.B. auf der Rückfahrt eine Stunde nach diesem Foto beobachten konnten.
Teil 1 findet man hier.

