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Nach 150 Mails kam es zur Buchmesse zum ersten Treffen

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Bereits zur Weihnachtszeit 2004 „besprachen“ wir, Heidi aus Oppenweiler und Leah aus Karlsruhe und ich per Mail unser erstes Treffen.
Über Feierabend.com waren die Kontakte schnell geknüpft. Dann gingen die privaten Mails hin und her.
Zur Leipziger Buchmesse im März diesen Jahres sollte unser Treffen sein, zumal unser Hobby das Schreiben ist.
Wir haben bereits jeder so viele Texte geschrieben, Biographien, Erzählungen, Gedichte, Kurzgeschichten, Krimis, und Romane, mit denen wir viele Bücher füllen könnten. Vier habe ich inzwischen veröffentlich und das vierte wurde auf der Leipziger Buchmesse präsentiert.
Die Wochen eilten im Laufschritt und wir fieberten unserem ersten persönlichen Treffen aufgeregt entgegen, denn trotz der ungefähr 150 Mails, die wir in kurzer Zeit untereinander austauschten, haben wir uns noch nie in die "Augele gucka" können, wie Heidi in ihrem schwäbischen Dialekt meinte.
Am 16. März war die Anreise von Heidi und am 17. die von Leah geplant. Heidi bezog mit Ihrem Mann im Hotel Laval in Leipzig Quartier ... das sie dann wirklich nur zum Schlafen und zum Frühstück sehen sollten. Und dann standen wir uns gegenüber ... fielen uns in die Arme und die Freude darüber ist noch immer da, auch dass die Hoffnungen im Übermaß erfüllt wurden.
Am Spätnachmittag nahmen wir drei an der Buchmesseauftaktveranstaltung über Schiller in der Gutenbergschule teil.
Nach dem ausgiebigen Abendbrot in einer Gaststätte, zu dem ich von Heidi und Otto eingeladen wurde, saßen wir dann noch bis Mitternacht in meiner Wohnung zusammen und erzählten und erzählten ... wir lernten uns wieder ein Stückchen mehr kennen...

Am Donnerstag fuhren wir dann zum Hauptbahnhof, den ich meinen Gästen unbedingt zeigen wollte. Mit der österlichen Dekoration machte dieser auch den gewünschten Eindruck und beiden gefiel es dort. Außerdem schauten wir uns einen Teil der Innenstadt an, denn Heidi hatte einen Wunsch mitgebracht: Vom Uniriesen herunter auf die Stadt zu schauen und zu fotografieren ... natürlich sind wir nach oben gefahren und habe einige Fotos aufnehmen können, auch wenn uns die Sonne nicht sehen wollte. Leider war es sehr windig und kalt, deshalb haben wir das Vergnügen nicht lange ausgedehnt.


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Zum Kaffeetrinken waren wir wieder in meiner Wohnung. Und erzählten und erzählten, wie am Abend zuvor ... lernten uns dabei noch besser kennen, denn Stimme und Mimik kann man in Mails so schlecht sehen ...
Gegen 18 Uhr kam endlich ein SMS-Lebenszeichen von Leah: „Sind noch 80 km vor Leipzig“ ... dann Funkstille. Viel später ein Anruf: „Wir fahren jetzt von der Autobahn – waren fast in Halle“. Ich sage ihr: „In etwas zehn Minuten müsstet ihr hier sein.“
Danach wieder ein Anruf: „Die 10 Minuten sind lange vorbei. Jetzt sind wir gerade über die Landsberger Straße gefahren und haben rechts eine Mauer ...“
Es war 19 Uhr durch und sie waren schon zu weit gefahren, deshalb sind wir drei mit dem Auto die fünf Minuten zum „Einsammeln“ gefahren.
Dort „an der Mauer“ fielen wir uns alle mit großer Freude in die Arme ... Auch bei ihr und ihrem Mann (und Sohn Gabriel) war gleich wieder das Gefühl da, die kennst du schon 100 Jahre wie zuvor schon bei Heidi und Otto ...
Das war etwas, was mich über diese ganze Zeit faszinierte. Beide Familien waren aus dem Westen Deutschlands unter ganz anderen Bedingungen aufgewachsen, und trotzdem hatte sich zwischen uns sofort eine freundschaftliche Nähe eingestellt. Kein „Fremdeln“, keine Misstöne – außer, dass ich manchmal mit „wie bitte“ nachfragen musste, denn der Dialekt war für mich nicht so einfach zu verstehen.
Leahs Mann Jürgen hatte an diesem Tag Geburtstag und lud uns zum Essen ein ... sie hatten alles mitgebracht ... auch den Sekt ... So saßen wir in meiner Wohnung aßen und tranken und erzählten und erzählten ... und wieder wurde es Mitternacht.
Der 18. März war für den Besuch der Buchmesse vorgesehen. Heidi, Otto und ich fuhren mit der Straßenbahn zum Messegelände, Leah und Familie fuhren mit dem Wohnmobil zum Parkplatz am Messegelände.
Wie in jedem Jahr „brannten“ nach etwa vier Stunden meine Fußsohlen und wie in jedem Jahr wollte ich dann nicht mehr ... Aber auch meinen Freunden erging es nicht viel besser, die das erste Mal eine Buchmesse besuchten. Glücklicherweise hatte jeder von uns einen Zettel, auf dem die Verlage standen, die interessant waren. Aber die Zeit verging ... und kurz nach 18 Uhr haben wir dann doch noch Geburtstags-Kuchen gegessen ...das Abendbrot fiel aus.
Anschließend haben wir wieder zusammengesessen und Pläne geschmiedet. Genau wie an den Abenden zuvor wurde es wieder Mitternacht und wie schon an den anderen Tagen konnten wir uns sehr schwer trennen.
Am 19. März war Abreise, wir trafen die letzte Absprachen der Zusammenarbeit. Weiteres sollte nun wieder per Mail oder Telefon geklärt werden.
Beim Abschied wussten wir ganz genau, dass wir gleichzeitig jeder zwei liebe Freundinnen gefunden haben. Persönlich sind wir sehr gut miteinander ausgekommen. Ich hoffe sehr, spätestens zur nächsten Leipziger Buchmesse sind beide wieder hier ...
Leider ist diese unbeschwerte Zeit viel zu schnell vergangen, doch für eine gemeinsame Arbeit haben wir einen Meilenstein aufgestellt.


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