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Ein Tag in der Neißestadt

Görlitz war eine Reise wert

Görlitz
Ein Bahnfahrt, die ist lustig...
Einen wunderschönen Tag erlebten 12 Mitglieder der Leipziger Regionalgruppe bei einem Ausflug in die Neißestadt Görlitz. FA-Mitglied Pero oder mit richtigen Namen Wolfgang, der in der Nähe von Görlitz wohnt, hatte sich auf unsere Bitte hin angeboten, uns seine Geburtsstadt zu zeigen. Ein Termin war alsbald gefunden und am 26. Juni gings dann auf die Reise.
Nachdem die Tücken mit dem Fahrkartenautomaten am Leipziger Hauptbahnhof überwunden wurden, waren wir im Besitz des preisgünstigen Sachsenticktes und konnten so für 5,60 Euro pro Person die stressfreie Bahnfahrt nach Görlitz und zurück antreten. Der Zug war auch pünktlich und so kamen wir nach einem kurzen Umsteiger in Dresden-Neustadt nach reichlich 3 Stunden Fahrt in Görlitz an.
Feirabendler haben den Vorteil, dass man sich schon aus dem Internet „kennt“ und so fanden wir unseren Reiseführer Wolfgang auf Anhieb. Uhulines Feierabend-Regenschirm wäre als Erkennungszeichen gar nicht nötig gewesen....gebraucht hatten wir so ein Utensil ohnehin nicht, denn Klärchen zeigte sich von ihrer allerbesten Seite.

Görlitz
Wolfgang (Mitte) erklärt uns seine Geburtsstadt
Die etwa 1,7km lange Strecke bis in die Altstadt merkte man gar nicht, denn viel gab es rechts und links der Straßen zu sehen, entsprechend länger fiel auch die geplante Zeit für den Fußmarsch auch aus. Aber wir hatten ja keinen Zeitstress, das war das Angenehme. Stolz und teilweise auch traurig zeigte uns Wolfgang manch gelungenes restauriertes Haus, wo manches seine Geschichte hatte, aber eben auch Gebäude mitten in den Häuserzeilen, wo Geld oder Eigentümer fehlten, die dann so das gesamte Straßenbild verschandeln. Aber zum Glück waren das nur wenige Häuser, denn insgesamt fiel auf, dass in Görlitz nach der Wende viel für Restaurierung und Sanierung getan und ausgegeben worden ist. (Die Reiseführerin bei der Stadtrundfahrt, die wir später machten, sagte ironisch, dass die DDR ein Glück für Görlitz gewesen sei – denn, da kein Geld für den Abriss betagter Häuser da war, blieben sie für die Sanierung erhalten...).

Görlitz
Die evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Betroffen schauten wir in das herrliche. 100 Jahre alte. im Jugendstil errichtete. ehemalige Karstadt-Hertie-Kaufhaus, dass nach der Insolvenz 2008 geschlossen worden ist. Seither dient es auch mal als Filmkulisse und wartet weiter auf einen zahlungskräftigen Betreiber.
Im alten Stadtkern begeisterte uns vor allem die Sonnenorgel der evangelischen Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Görlitz und natürlich das Kirchenschiff selbst. Von der Kirche aus hatte man auch einen sehr guten Blick auf die polnische Nachbarstadt Zgorcelec.
Immer wieder zeigte uns Wolfgang auch lieb- und stilvoll gestaltete Innenhöfe und gelungenes Ambiente von Gaststätten, die die Altstadt förmlich zur „Kneipenmeile“ machen. Nachdem wir auch den Görlitzer Flüsterbogen am Untermarkt ausprobiert hatten, zeigte uns Wolfgang sein gleich gegenüber gelegenes Geburtshaus. Nach einer kurzen Rast in der Ochsenbastei starteten wir dann zu einer 90minütigen Stadtrundfahrt mit dem „Görlitzer Stadtschleicher“.

Görlitz
Mit dem Stadtschleicher in der Landskron-Brauerei
Unsere sehr kompetente Reiseführerin machte uns mit vielen Details rechts und links der Fahrtstrecke bekannt. Nach dem Start auf dem Obermarkt, sahen wir den grünen Stadtteil Biesnitz, den zukünftigen Berzdorfer See, der im ehemaliger Braunkohletagebau in Flutung entsteht, die östlichste Brauerei Deutschlands „Landskron“ und die Altstadt. Wir stellen immer wieder fest, wie viel Grün doch die Stadt hat. Es ging auch kurz in das polnische Zgorzelec, wo man vor allem hinsichtlich der Denkmalspflege gewaltige Unterschiede zur deutschen Schwesternstadt feststellen musste.
Bei einer guten Tasse Kaffe und gut schmeckenden hausgemachten Kuchen in einem Cafe in der Altstadt ließen wir den wunderschönen Tag ausklingen.
Bleibt uns nur, uns bei unserem Reisführer Wolfgang zu bedanken, dass er uns seine Stadt näher gebracht hat. Er wird aus persönlichen Gründen bald nach Leipzig ziehen. Wir wünschen ihm dafür alles Gute und freuen uns heute schon auf unser neues Regionalmitglied.

Görlitz
Blick auf die Peterskirche Görlitz (Radierung 21x30) von Wolfgang (Pero)
PS.
Wolfgang ist Mitglied der Freizeitkünstler Niesky e.V. und versucht sich dort in den Richtungen Aquarell, Acryl sowie Ölmalerei.
Einge seiner Bilder sind in seiner Bildergalerie zu finden und wer möchte, kann sie auch erwerben.

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