Rente gut - alles gut?:  Alle im Treff Forum

Mach mit bei Feierabend.de!

Finde neue Freunde für Leben, Liebe und Freizeit

Online Sofortkontakt zu 160.000 Gleichgesinnten

Triff nette Menschen „vor Ort“ in 120 Regionalgruppen

Jetzt kostenlos anmelden!


Automatisch einloggen?

Passwort vergessen?
R_senioren

Vom Arbeitsleben in den Ruhestand

Mann beim Arbeiten in einer Werksatt © photos.com
Robert Atchley, Professor und Vorsitzender des Department of Gerontology at Naropa University in Boulder, Colorado, hält in seiner "Soziologie des Ruhestandes (1979)" ein Modell mit sieben Phasen fest. Das Modell beschreibt, wie sich die Einstellung zum Ruhestand von der aktiven Berufstätigkeit bis zur Bedürftigkeit nach der Pensionierung verändert. Wir stellen Dir hier das Muster nach Lars Baus vor ("Nach dem Job. Ein Selbsthilfe-Buch für den Übergang in die dritte Lebensphase. 2010").
Die Fernphase lässt sich zu während der aktiven Berufstätigkeit ausmachen: Der Ruhestand liegt noch in der Ferne, man steht diesem Abschnitt aber grundsätzlich mit positiven Gefühlen gegenüber. Die Zeit nach dem Beruf kommt in der Vorstellung einem langen Urlaub gleich.
Die Nähephase tritt gegen Ende der Erwerbszeit auf und somit kurz vor dem Ruhestand. In dieser Phase lässt sich die Situation nicht mehr verleugnen: Das Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit. Der Betroffene setzt sich mit materiellen und gesundheitlichen Voraussetzungen auseinander. Die positive Einstellung weicht Zweifeln, sind diese nicht optimal.
In der Euphoriephaseist die Pensionierung eingetreten und ein Hochgefühl kommt auf, sofern finanzielle und gesundheitliche Aspekte stimmen. Die Zeit ist relativ zwangsfrei, Hobbys werden gepflegt, Urlaube gemacht, Anschaffungen getätigt. Oft kommt es im Zuge des Überschwangs zum sogenannten Freizeitstress: Der Pensionär leidet tatsächlich unter Zeitknappheit.

Ungluecklich aussehender Mann mit Pflegerin © photos.com
An diese Phase schließt sich die der Ernüchterung an. Grenzen im physischen wie auch im monetären Bereich lassen sich nicht umgehen. Der Ruheständler muss sich fragen, ob die Erwartungen die er an die Zeit hat(te), womöglich nicht umsetzbar sind. Ein Loch kann sich auftun, gerade wenn die Gesundheit angeschlagen ist, die finanzielle Situation nicht bestmöglich und die Identifikation mit dem Beruf hoch war. Es kann zu Problemen durch den Anstieg des Miteinanders im sozialen Umfeld kommen. Wer sich auf die Pensionierung vorbereitet, daran gewöhnt ist, sein Leben selbst zu lenken und in Freunden und Familie eine Konstante findet, kann die Situation durchaus als Bereicherung einschätzen und sich eventuell wieder einem Arbeitsverhältnis stellen, welches in einem anderen Maß als zuvor aufgenommen wird.
In der Reorientierungsphase hat die Ernüchterung eine Umbewertung zur Folge. Die individuellen Möglichkeiten werden richtig eingeschätzt und berücksichtigt. Oftmals wird die zeit der Erwerbstätigkeit rückwirkend glorifiziert. Auch hier macht sich bemerkbar, dass derjenige der den Ruhestand geplant hat, zufriedener ist. Durch die neue freie Zeit wird sich mehr um die Familie, wie die Enkelkinder, gekümmert oder ehrenamtliche Tätigkeiten aufgenommen. So wird der tägliche Ablauf des Berufes durch einen anderen ersetzt. Setzt sich ein bewährungsfähiges Handlungsmuster durch tritt die Stabilitätsphase ein. Der Betreffende kann mit seiner Situation, zu der auch Krankheit, emotionale und finanzielle Angelegenheiten gehören, umgehen und bewältigen. Die Endphase schließt den Prozess des Übergangs ab. Die Strukturen einzuhalten fällt fortan schwerer, da in dieser Phase oftmals Hilfs- und/oder Pflegebedürftigkeit auftreten.

Quelle: Baus, Lars: Nach dem Job. Ein Selbsthilfe-Buch für den Übergang in die dritte Lebensphase. Piper: München, Zürich. 2010. S. 67-71.

Diesen Artikel...

weiterempfehlen an:

  bewerten:
(bisher
2
Bewertungen)

  Um diesen Artikel zu kommentieren musst Du eingeloggt sein! Einblenden / verstecken hat 0 Kommentar(e):