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Ältere Arbeitnehmer im Beruf
Dass jüngere Arbeitnehmer grundsätzlich die bessere Wahl für Arbeitgeber sind, wird regelmäßig be- oder widerlegt. Die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wurde auch dadurch begründet, dass Arbeitsministerin Ursula von der Leyen im Jahr 2010 ältere Arbeitnehmer als Gewinner am Arbeitsmarkt sah. Auch Werner Eichhorst, Arbeitsmarktpolitik-Experte am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), konnte in einem Spiegel Online Interview im Jahr 2010 bestätigen, dass sich der Arbeitsmarkt für die über 55-jährigen verbessert habe.Auf Welt Online war im September 2011 zu lesen, dass in vielen deutschen Unternehmen ältere Bewerber auf einen Arbeitsplatz als unproduktiv und wenig flexibel gelten. In dem Bericht wird unter anderem Martin Brussig von der Universität Duisburg-Essen zitiert, der klar sagt, dass der Anteil von Älteren in den Belegschaften von 17,9 Prozent auf 26,2 Prozent gestiegen ist und, dass diejenigen Arbeitnehmer wertgeschätzt würden, die bereits im Betrieb angestellt seien. Er gab jedoch zu bedenken, dass sich diese Anerkennung nicht auf ältere Bewerber übertrage."
Studie zu Arbeitszufriedenheit und Stresserleben älterer Arbeitnehmer
Die Aussagen über ältere Arbeitnehmer gehen also auseinander. In diesem Zusammenhang sind die Studien-Ergebnisse von Cornelia Rauschenbach, Doktorandin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, überaus interessant. Sie ist der Frage nachgegangen, ob ältere Arbeitnehmer eher ausgepowert sind, als jüngere. Nach dem Auswerten entsprechender empirischer Arbeiten kam sie zu dem Ergebnis, dass ältere Erwerbstätige ihre Emotionen eher kontrollieren können und auch seltener am Burnout-Syndrom leiden, also an einem Gefühl des Ausgebranntseins. Ältere Arbeitnehmer seien insofern leistungsfähiger als ihre jüngeren Kollegen, dass sie erfahrener und zuverlässiger sind. Im Gegensatz dazu steht die physische Leistungsfähigkeit, die altersbedingt nachlässt. Tatsächlich seien ältere Arbeitnehmer körperlich weniger belastbar und gewisse Denkprozesse fallen schwerer als bei jüngeren Menschen. Fällt ein Denkprozess schwer, steige auch das Stressempfinden an. Laut Rauschenbach sind ältere Arbeitnehmer zufriedener mit ihrer Arbeit, haben also eine positivere Einstellung zu ihrer Tätigkeit. Dies trifft jedenfalls dann zu, wenn der Beruf sie fordert und ein selbständiges Arbeiten möglich ist. Der Grund ist einfach: Im Alter verlieren Werte wie Einkommen oder Aufstiegsmöglichkeiten an Bedeutung. Im Gegenzug steigt der Wunsch nach flexibler Arbeitsgestaltung und der nach einem persönlichen Nutzen des Berufes.Den kompletten Artikel zur Studie kannst Du hier lesen.
Wie ist Deine Meinung dazu? Denkst Du, ältere oder jüngere Arbeitnehmer haben auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen. Wir haben eine Umfrage vorbereitet. Zur Umfrage.
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Die Untersuchungsergebnisse von Frau Rauschenbach kann ich nur bestätigen. Mir hat die Arbeit bis zum letzten Tag viel Spaß gemacht. Ich hatte im Laufe der Zeit zusätzliche Aufgaben übernommen, die ein selbständiges Denken und Erledigen ermöglichten. Das machte meinen Beruf interessant. Meine Chefs waren zufrieden, weil es durchweg Arbeiten waren, die sie nicht mochten. Meine Verabschiedung im Institut war grandios. Bevor ich ging, musste ich jedoch für div. Mitarbeiter die Methode meiner Vorgehensweise zu einzelnen Arbeiten genau notieren. Viele wollten wissen, wie ich es mache, weil diese Arbeiten auch in anderen Abteilungen gelobt wurden. Als ich dann verrentet wurde, gab ich meinen Arbeitsplatz gerne auf, denn ich freute mich bereits, was ich in der neu gewonnenen freien Zeit alles unternehmen wollte.Doch manchmal kommt es dann leider auch anders. Zwillingsjungfrau
Was ich in diesem Artikel wie in vielen anderen zu diesem Thema vermisse, ist das Zusammenarbeiten von jung und alt. Die ständige Polarisierung von jung und alt in vielen Bereichen unserer Gesellschaft trägt nicht zu einem guten Einvernehmen der Generationen bei. Aktuell arbeite ich in meinem Beruf mit einer jungen Juristin zusammen, die vor 9 Monaten ihr Staatsexamen bestanden hat. Wir sind zusammen in einem Ausschuss und mussten zu einem bestimmten Thema einen Schriftsatz aufsetzen. Uns hat die Zusammenarbeit sehr viel Spaß gemacht, ich habe von ihren juristischen Kenntnissen profitiert und sie hat viel gelernt, weil ich ihr mit meiner Erfahrung viele praktische Beispiele liefern konnte. Ich glaube, wenn in den Firmen wieder die Erkenntnis Einzug hielte, dass sich beide Generationen gut ergänzen, dann könnten unschlagbare Teams entstehen zur Zufriedenheit aller.